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2018 | Studium | Buch

Hochschuldidaktik der Pflege und Gesundheitsfachberufe

herausgegeben von: Karl-Heinz Sahmel

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

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Über dieses Buch

Innovatives Lernen und Lehren an Hochschulen​!

Dieses Buch bietet Lehrenden eine Orientierung an den Entwicklungen und Trends im Bereich der Hochschuldidaktik. Hochschulen und Akademien, die in absehbarer Zeit ihre Ausbildung auf akademische Formen umstellen wollen, können hier Anregungen finden. Ein weiterer wichtiger Nutzen für den Leser besteht in der Interdisziplinarität und darin, dass länderübergreifende Projekte (Deutschland, Österreich, Schweiz) dargestellt werden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Allgemeine Hochschuldidaktik

Frontmatter
1. Hochschullehrende und Hochschuldidaktik
Zusammenfassung
Hochschuldidaktik ist eine wissenschaftliche Disziplin, in der seit einigen Jahren die Fragestellungen von Lehren und Lernen an der Hochschule systematisch erörtert werden. Dabei wird ein Perspektivenwechsel vom Lehrenden zu den Lernenden an der Hochschule angemahnt. Allerdings hat der Bologna-Prozess die Rahmenbedingungen von Lehr-Lern-Prozessen stark verändert und politische und vor allem ökonomische Aspekte beeinflussen die Strukturen deutlich. Beide Aspekte werden hier als Herausforderungen für die Entwicklung eines Selbstverständnisses als Hochschullehrender herausgestellt.
Karl-Heinz Sahmel
2. Allgemeine Aspekte didaktischen Handelns in der Hochschule
Zusammenfassung
Die Vorlesung gehört zu den ältesten Lehrformen an Hochschulen. Sie ist umstritten, wird aber immer noch praktiziert. Moderne zentrale Formen des Lehrens sind das Lehr-Lern-Gespräch und das Seminar, deren Aspekte differenziert betrachtet werden. Auch die Arbeit in Kleingruppen wird häufig praktiziert und bedarf der Begleitung durch den Lehrenden. Eine weitere wichtige Dimension der Tätigkeit von Lehrenden an der Hochschule stellt die Beratung dar. Dabei sollten allerdings die Grenzen von Beratung beachtet werden. Oftmals dringen darüber hinaus Aspekte der Prüfung in das angestrebte Gleichgewicht zwischen Lehrenden und Studierenden ein. Daher bedarf auch das Prüfen einer kritischen Erörterung.
Karl-Heinz Sahmel
3. Spezielle Probleme des Lehrens in der Hochschule
Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden einige spezielle Aspekte der Hochschullehre analysiert. Zunächst geht es um die Planung von Lehrveranstaltungen, die einerseits eine deutliche Klarheit besitzen sollte, andererseits aber die Offenheit und Variabilität von Lehren und Lernen nicht einschränken sollte. Neben den Zielen spielen vor allem Methoden und Medien in der Planung und Durchführung von Lehrveranstaltungen eine wichtige Rolle. Es kann allerdings in Veranstaltungen zu Störungen des Lehr-Lern-Prozesses kommen, die sowohl vom Hochschullehrer als auch von den Studierenden aufmerksam analysiert werden sollten. Die Evaluation der Lehre kann hierbei einen wichtigen Beitrag zur Selbstreflexion leisten.
Karl-Heinz Sahmel

Studiengangbezogene Besonderheiten der Hochschullehre im Gesundheits- und Pflegebereich

Frontmatter
4. Die Entwicklung der Pflegelehrer-Bildung in Deutschland – Rückblick und Ausblick
Zusammenfassung
Über lange Jahre erfolgte die Qualifizierung von Lehrkräften für Pflegeberufe in Form von Weiterbildungen. Erst Anfang der 1990er Jahre setzte eine breite Diskussion um die Akademisierung der Pflegepädagogik ein. Allerdings kam es nicht zur Etablierung der Lehrerbildung an den Universitäten, sondern eine große Zahl von Diplom-Studiengängen wurde an Fachhochschulen eingerichtet. Diese hatten sich noch kaum etabliert, da setzte mit dem Bologna-Prozess auch eine Wandlung des Lehrerstudiums in die Bachelor-Master-Struktur ein, die bis heute nicht abgeschlossen ist. Die gegenwärtige Situation der Lehrerqualifikation in den Pflegeberufen ist durch eine große Unübersichtlichkeit an Fachhochschulen und Universitäten gekennzeichnet.
Karl-Heinz Sahmel
5. Das Studium des Pflege- und Gesundheitsmanagements an Hochschulen
Studiengänge zwischen Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftswissenschaften, Gesundheit und Pflege
Zusammenfassung
Wolfram Burkhardt arbeitet in seinem Beitrag über das Studium des Pflege- und Gesundheitsmanagements an Hochschulen in Deutschland zunächst die historische Entstehungskonstellation der entsprechenden Studiengänge in den achtziger Jahren heraus. Die Umbrüche im Gesundheitssystem sowie die Modernisierung der Arbeitsverhältnisse im Gesundheitswesen zeitigten unter ökonomischem Druck den Bedarf nach einer zunehmenden Anzahl von Spezialisten in den Organisationen, die den Prozess der nachholenden Modernisierung dieser Arbeitsbereiche betreiben konnten. In einer ersten Phase der Entwicklung von Studiengängen wurde vornehmlich die mittlere Ebene des Managements dieser Berufe in den damals neuen Diplomstudiengängen professionalisiert. Kern der meisten dieser Studiengänge war demnach die Managementlehre vom Handhaben der Arbeit und der Prozessgestaltung innerhalb der Organisation.
Wolfram Burkhardt
6. Pflege studieren – Intentionen, Strukturen und Erfahrungen
Zusammenfassung
Veränderte Anforderungen in der Versorgungspraxis begründen maßgeblich die Entwicklung von erstausbildenden Pflegestudiengängen in Deutschland. Seit dem Jahr 2004 ist auf der Basis von Modellklauseln an ca. 50 Hochschulen eine große Vielfalt an Studiengängen bezogen auf die strukturelle und curriculare Konzeption entstanden. Mit der Überführung der hochschulischen Erstausbildung in den Regelbetrieb im Entwurf des neuen Berufsgesetzes von 2016 wird eine stärkere Vereinheitlichung erfolgen. Evaluationen der Modellstudiengänge ergeben, dass Absolventen durch das Studium wissenschaftliche Kompetenzen entwickeln und vermehrt Standards und Rituale reflektieren. Studien aus dem angloamerikanischen Raum belegen zudem, dass Patienten von einer steigenden Akademisierungsquote profitieren. Vor diesem Hintergrund gilt es in den nächsten Jahren, den Anteil an hochschulisch qualifizierten Pflegefachpersonen in der direkten Versorgung zu steigern und angemessene Einmündungskonzepte zu entwickeln.
Bernd Reuschenbach, Ingrid Darmann-Finck
7. Entwicklung der Akademisierung des Hebammenwesens
Zusammenfassung
Die Frage danach, ob eine Akademisierung von Hebammen in Deutschland erfolgen soll, wurde mit der Richtlinie 2013/55/EU beantwortet. Diese legt eine 12-jährige Schulbildung als Zugang für eine Qualifizierung zur Hebamme bzw. Entbindungspfleger fest. Während eine Anhebung der Hebammenausbildung auf tertiärem Niveau in den letzten Jahren in fast allen europäischen Mitgliedsstaaten erfolgte, befindet sich dieser Prozess in Deutschland noch immer am Anfang.Eine konzertierte Aktion aller beteiligten Akteurinnen und Akteuren, Institutionen und Systemen ist erforderlich, um bildungs- und wissenschaftspolitische Empfehlungen mit einem gesundheitspolitischen Reformbedarf zusammenzubringen. Viele Grundvoraussetzungen sind vorhanden.
Friederike zu Sayn-Wittgenstein
8. Hochschulisch ausbilden – Akademische Lehre in der Ergotherapie
Zusammenfassung
Das Berufsbild der Ergotherapie befindet sich in einem Akademisierungsprozess und entwickelt sich dadurch grundlegend weiter. Neben der bisherigen beruflichen Bildung sind hochschulische Angebote entstanden, die gleichzeitig neue Anforderungen an die grundlegenden didaktischen Konzepte stellen. Da es keine entwickelte (Fach-)Didaktik und zudem keine geregelte Lehrerbildung in der Ergotherapie gibt, steht auch die differenzierte Diskussion einer Hochschuldidaktik bzw. einer akademischen Lehre noch am Anfang. In den sich akademisierenden Berufen im Gesundheitswesen stellt dies jedoch – so wird in dem Beitrag angenommen – eine zentrale Grundlage für einen gelingenden Akademisierungsprozess dar. Es gilt die Chancen für eine Weiterentwicklung des beruflichen Selbstverständnisses, aber auch für die Erreichung des angestrebten akademischen Niveaus zu analysieren und zu gestalten.
Ursula Walkenhorst
9. Gestaltungsmerkmale einer Hochschuldidaktik der Physiotherapie
Zusammenfassung
Wie muss eine Hochschuldidaktik gestaltet sein, um einer zukunftsfähigen Physiotherapie gerecht zu werden bzw. diese zu ermöglichen? Zur Beantwortung dieser Frage werden der zentrale Gegenstand der Physiotherapie sowie die sich aus ihm ergebenden hochschuldidaktischen Herausforderungen wie physiotherapeutische Grundhaltung und professionelle Handlungsfähigkeit dargestellt; die Kernkompetenz der Physiotherapie sowie ihre hochschuldidaktische Erfassung und Bewertung beschrieben und Merkmale einer physiotherapeutischen Berufsbefähigung bestimmt, die es bei der curricularen Gestaltung des Studiums zu berücksichtigen gilt. Es wird das Fazit gezogen, dass es zur Vermittlung der „sensomotorischen Selbstbestimmtheit“ der Klienten als zentralem physiotherapeutische Behandlungsziel, einer Hochschuldidaktik bedarf, die die „kognitive Selbstbestimmtheit“ der Studierenden akzeptiert, fördert und nutzt. Physiotherapie und Hochschuldidaktik liegt dabei ein konstruktivistisches Menschenbild zu Grunde.
Holger Ahrens
10. Hochschulentwicklung in der Logopädie
Zusammenfassung
In dem Beitrag werden die Besonderheiten der Logopädie auf ihrem Weg von der schulischen Ausbildung ins Hochschulstudium skizziert. Ausgehend von ihrer Entstehung wird das Nebeneinander von Berufen im Bildungs- und Gesundheitssystem dargestellt und ihre Auswirkungen auf das akademisch-wissenschaftliche Selbstverständnis der Profession früher und heute (während und zum Abschluss der Modellphase) besprochen. Der Verlauf und das vorläufige Ergebnis der Modellphase werden kritisch betrachtet. Zentraler Bestandteil ist die Ausbildung am Patienten im Studium, ein Bereich der durch kompetenzorientierte Curricula neue Qualität erreichen kann. Der Fokus bei der Betrachtung der Baustellen liegt auf der Verknüpfung von Studium mit Wissenschaft und Forschung. Der Beitrag skizziert, wie sich Professionalisierung als Wissenschaftsdisziplin in einer sich akademisierenden Berufslandschaft darstellt. Der Beitrag endet mit dem Plädoyer für eine intensivere Hochschullandschaft in den Gesundheitsberufen.
Julia Siegmüller
11. Pflege und Hochschulbildung in der Schweiz
Zusammenfassung
Der Text beschreibt die Entwicklung der Pflege und Pflegewissenschaft in der Schweiz und zeigt, welche Faktoren die Professionalisierung des Berufes vorangetrieben bzw. die Pflege in den letzten Jahrzehnten maßgeblich im Hinblick auf die Etablierung der Hochschulbildung beeinflusst haben. Dabei werden vor allem die Veränderungen, die mit den neuen gesetzlichen Regelungen sowie mit den gesellschaftlichen und gesundheitspolitischen Herausforderungen einhergehen, in den Mittelpunkt der Ausführungen gestellt. Vor dem Hintergrund der landesteilspezifischen Gegebenheiten werden darüber hinaus die verschiedenen Möglichkeiten der beruflichen Differenzierung des Pflegeberufes und weitere Besonderheiten, wie beispielsweise die Veränderungen in der Pflegepädagogik beschrieben.
Elke Steudter
12. Die Bildungspyramide der Pflegeberufe in Österreich
Von der Pflegeassistenz bis zum Doktorat der Pflegewissenschaft
Zusammenfassung
Dieses Kapitel nimmt auf die wesentlichen Änderungen und Erneuerungen, die mit Inkrafttreten der Gesundheits- und Krankenpflegegesetz-Novelle (2016) (folgend GuKG-Novelle genannt) im Pflegeausbildungsbereich in Österreich erfolgt sind, Bezug. Diese werden einer konkreten Darstellung, Diskussion und teilweise einer kritischen Analyse unterzogen. So wird u.a. beschrieben, dass die Überführung der allgemeinen Gesundheits- und Krankenpflege-Ausbildung (folgend GuKP genannt) in den tertiären Bereich (an Fachhochschulen) sicher als Highlight der GuKG-Novelle (2016) zu bezeichnen ist, es jedoch als unzufriedenstellend zu sehen ist, dass der Gesetzgeber Universitäten vom möglichen Angebot von allgemeinen GuKP-Ausbildungen mit der Verleihung der Berufsberechtigung ausgeschlossen hat. Das Bundesland Tirol begegnet dieser gesetzlichen Regelung damit, indem zukünftig die allgemeine GuKP-Ausbildung an einer Fachhochschule (fhg) in Kooperation mit einer Privatuniversität (UMIT) angeboten wird.
Christa Them, Jutta Wetzlmair, Eva Schulc

Innovative Ansätze der Hochschullehre im Bereich Pflege und Gesundheit

Frontmatter
13. Szenisches Lernen an der Hochschule
Zusammenfassung
In diesem Beitrag werden zunächst Entwicklung und Einsatz szenischen Spiels in der Hochschullehre dargestellt. Im Fokus stehen dabei die Jahrzehnte dauernde Aufbau- und Konsolidierungsarbeit an der Universität Oldenburg und anschließend die Umsetzung des Ansatzes in den pflegebezogenen Studiengängen an der Hochschule Hannover. Danach werden die substanziellen Merkmale szenischen Spiels als erfahrungsbezogene Lernform charakterisiert: Lernen in Szenen, Arbeit an und mit Haltungen, Handeln in vorgestellten Situationen im Schutz der Rolle, Einfühlung und Reflexion. Zum Abschluss wird anhand eines Seminares zum Thema „Eigene Haltung zu chronischer Krankheit“ beispielhaft verdeutlicht, dass und wie in der Hochschule szenisch gelernt bzw. gearbeitet werden kann.
Uta Oelke
14. Digitale Lernwelten in der Pflege
Zusammenfassung
Der pflegerische Arbeitsalltag ist ohne die Nutzung von modernen Informationstechnologien kaum mehr denkbar. Umso erstaunlicher ist es, dass das Thema „Digitalisierung“ in der pflegerischen Ausbildung nur am Rande vorkommt. Woran könnte das liegen? Dieser Beitrag untersucht, welche Anforderungen an digitale Lernwelten in der pflegerischen Aus- und Fortbildung gestellt werden. Er zeigt dann anhand von drei Fallbeispielen auf, wie ihr erfolgreicher Einsatz aussehen kann. Zunächst wird gezeigt, wie Lernplattformen sinnvoll zur Unterstützung des Präsenzunterrichts in der Pflegeausbildung eingesetzt werden können. Dann wird ein Beispiel für eine digitale Lernaktivität im Rahmen eines Blended-Learning-Settings in der Pflegeausbildung vorgestellt. Schließlich wird ein Beispiel für einen rein online-basierten Kurs in der pflegerischen Weiterbildung präsentiert. Der Beitrag schließt mit Empfehlungen bezüglich digitaler Lernwelten an Bildungseinrichtungen.
Elske Ammenwerth, Christiane Kreyer
15. Der holistische PBL-Zyklus im Curriculum von heute
Zusammenfassung
Das problembasierte Lernen (PBL) ermöglicht in der Gruppe ein kollaboratives Lernen, bei dem systematisch Kompetenzen entwickelt werden und das Wissen immer wieder individuell konstruiert, reorganisiert und erweitert wird. Die Studierenden werden dazu befähigt aus Informationen Probleme zu definieren, zu analysieren und systematisch zu lösen. Der an der Berner Fachhochschule Gesundheit entwickelte holistische PBL-Zyklus bildet die Basis für ein Curriculum, das praxisorientiertes Lernen mit einer lösungsorientierten Herangehensweise verbindet. Im Zentrum dieses Zyklus bilden Vorlesungen, Expertenforen, Seminare und Skillstrainings wertvolle Ressourcen, die für das Problemverständnis sowie die Problembearbeitung in Form von Wissen, Fertigkeiten und Erfahrungen für die Studierenden notwendig sind. Damit schließt sich der gesamten Zyklus um eine Problemsituation für die Studierenden im Curriculum.
Benjamin David Rapphold, Theresa Scherer
16. Kompetenzorientiertes Lehren und Lernen mit Lernportfolios
Zusammenfassung
Lernportfolios etablieren sich zunehmend als innovatives Instrument zur Förderung von kompetenzorientiertem Lehren und Lernen an Hochschulen und geben gleichzeitig Hinweise zu Entwicklung der Hochschule als lernende Organisation. Während des gesamten Studienverlaufes wird die Reflexion individueller Kompetenzentwicklungen von Studierenden anhand von Fragen systematisch angeleitet. Somit kann Fach- und Lernkompetenz parallel beobachtet und begutachtet werden. In Lernentwicklungsgesprächen als begleitendes Element des Lernportfolios führt eine angemessene Balance zwischen Selbst- und Fremdsteuerung zur Förderung von selbstgesteuertem Lernen. Für die Etablierung einer stärkenorientieren Feedback-Kultur muss das pädagogische Verständnis innerhalb der Hochschule definiert und die Diagnosekompetenz der Lehrenden gefördert werden. Studierende können mit zunehmender Reflexionskompetenz ein berufliches Selbstverständnis aufbauen und sich ihrer Stärken und Interessen bewusst werden.
Mechthild Löwenstein
17. Forschendes Lehren und Lernen am Beispiel pflegepädagogischer Kompetenzentwicklung
Zusammenfassung
Forschendes Lernen ist ein hochschuldidaktisches Konzept, welches sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Dieser Beitrag diskutiert den Ansatz hinschlich seiner Potenziale für eine pflegedidaktische Kompetenzentwicklung. Zunächst wird der Zugang Forschenden Lernens über wissenschaftliches Arbeiten skizziert. Darüber hinaus ermöglicht Forschendes Lernen einen selbstreflexiven Zugang zu professionellem Handeln in schulischen Praxisphasen. Ein dritter Zugang wird über biographisches Lernen dargestellt. In diesem Zusammenhang richtet sich das Konzept an bildungshaltigen Zielperspektiven aus, die über Prinzipien der Erfahrungs- und Biographieorientierung hochschuldidaktisch eingelöst werden. Forschendes Lernen erweist sich zur Aneignung und Reflexion professioneller, pflegedidaktischer Lehrkompetenz als bedeutungsvoll, weil sich hier professionstheoretische Anforderungen nach Persönlichkeitsbildung mit hochdidaktischen Prämissen der Wissenschaftsorientierung verbinden lassen.
Nadin Dütthorn
18. Lernen und Lernbegleitung in Praxisphasen des Pflegestudiums
Zusammenfassung
An die Praxisphasen in den Studiengängen an Fachhochschulen werden hohe Ansprüche gestellt. Hier sollen nicht nur theoretische Inhalte praktisch umgesetzt werden, sondern „die Praxis“ soll auch kritisch hinterfragt werden. In diesem Kapitel werden unterschiedliche Praktika und Praxissemester im Rahmen von Pflegestudiengängen vorgestellt und analysiert. Schließlich wird eine empirische Untersuchung präsentiert, mit der im Rahmen eines Praxissemesters im Studiengang Pflegepädagogik Erwerb und Entwicklung verschiedener Kompetenzen von Studierenden gemessen worden sind.
Karl-Heinz Sahmel, Armin Leibig

Studium – Arbeit – Privatleben

Frontmatter
19. Studierende in Pflege- und Gesundheitsberufen vor besonderen Herausforderungen
Zusammenfassung
Das Wissen von Lehrenden über Studierende ist teilweise rudimentär. Im ersten Abschnitt dieses Kapitels werden einige wesentliche Erkenntnisse über die Entwicklung und das Lernen von Erwachsenen rekonstruiert. Sodann werden Untersuchungen zur Situation von Studierenden vorgestellt, in denen es vor allem um die Notwendigkeit der Berufstätigkeit neben dem Studium, das Studieren mit Kindern und den Umgang mit Stress geht. Schließlich wird im dritten Abschnitt die Perspektive von Pflegestudierenden selbst rekonstruiert. Dabei kann herausgestellt werden, dass die Lebensbedingungen die Studierenden zu großer Funktionalität zwingen, was zu den akademischen Ansprüchen an „Bildung“ in Widerspruch geraten kann.
Karl-Heinz Sahmel, Yvonne Zenz
Backmatter
Metadaten
Titel
Hochschuldidaktik der Pflege und Gesundheitsfachberufe
herausgegeben von
Karl-Heinz Sahmel
Copyright-Jahr
2018
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-54875-2
Print ISBN
978-3-662-54874-5
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-54875-2