Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Artikel dieser Ausgabe durch Wischen aufrufen

03.08.2018 | Originalien

Prävalenzen von Demenz in Universitätskliniken

Analyse von ICD-10-Kodierungen in fünf Universitätskliniken in Deutschland über zwei Geschäftsjahre

Zeitschrift:
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie
Autoren:
Dipl-Pflegew. (FH) Birgit Vogt, Tobias Mai, Johanna Feuchtinger, Helene Maucher, Barbara Strohbücker, Christa Flechinger, Birgit Alpers, Martina Roes

Zusammenfassung

Hintergrund

Demografische Veränderungen führen zu einer Zunahme von Patienten mit Demenz im Krankenhaus. Aus Deutschland liegen hierzu wenige epidemiologische Daten vor; Anhaltszahlen aus Universitätskliniken (UK) fehlen ganz. Auf der Grundlage von ICD-10-GM-Routinedaten wurden Prävalenzraten in UK und deren Verteilung analysiert.

Methodik

In einer Sekundäranalyse wurden ICD-10-GM-Haupt- und ICD-10-GM-Nebendiagnosen für das Krankheitsbild Demenz aus den Jahren 2014 und 2015 aus fünf UK analysiert. Berücksichtigt wurden alle stationären Fälle ≥18 Jahren mit einer Aufenthaltsdauer ≥24 h (2014 n = 187.168; 2015 n = 189.040). Eine differenzierte Analyse erfolgte für die >69-Jährigen (2014 n = 67.111; 2015 n = 67.824).

Ergebnisse

Die Jahresprävalenz (2014/2015) für alle fünf UK lag für Patienten ≥18 Jahren bei 1,3 % bzw. 1,4 %, für die Gruppe der >69-Jährigen bei 3,3 % bzw. 3,5 %. Innerhalb der fünf UK variierten die Prävalenzen für Patienten ≥18 Jahren zwischen 0,44–2,16 % (2014) und 0,44–2,77 % (2015) und für die >69-Jährigen zwischen 1,16–5,52 % (2014) und 1,16–7,06 % (2015). Die meisten Fälle standen in Verbindung zu den Hauptdiagnosegruppen Traumatologie, Kardiologie, Gastroenterologie und Neurologie.

Diskussion

Durch Analyse von Routinedaten können Hinweise auf die Prävalenz von Demenz in UK gewonnen werden. Die Angaben für die >69-Jährigen variieren zwischen den einzelnen UK jedoch stark. Gründe hierfür können unterschiedliche Versorgungsaufträge sein, v. a. in Bezug auf geriatrische Patienten. Möglich ist aber auch, dass Assessmentverfahren uneinheitlich und unzuverlässig sind und damit letztlich auch die Kodierung. Ein standardisiertes Verfahren für die Identifikation von Menschen mit Demenz ist erforderlich.

Bitte loggen Sie sich ein, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten

Sie möchten Zugang zu diesem Inhalt erhalten? Dann informieren Sie sich jetzt über unsere Produkte:

Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie

Print-Titel

• Themenbezogene Hefte behandeln Fragen der Gerontologie, der Biologie und Grundlagenforschung des Alterns und der geriatrischen Forschung

• Erweitert mit Beiträgen zu Therapie, Psychologie und Soziologie sowie der praktischen Altenpflege.  

• Hot topics von Experten knapp, aussagekräftig und provokativ kommentiert

Literatur
Über diesen Artikel