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Erschienen in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 6/2019

06.09.2019 | Themenschwerpunkt

Pflege über räumliche Distanz hinweg

Ergebnisse einer Datenanalyse des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe

verfasst von: Melanie Wagner, Annette Franke, Ulrich Otto

Erschienen in: Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie | Ausgabe 6/2019

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Zusammenfassung

Hintergrund

Die Unterstützung von Angehörigen über eine größere räumliche Distanz („distance caregiving“) zwischen Kindern und ihren Eltern hat in Europa an Bedeutung gewonnen. Gleichzeitig ist über diese Pflegearrangements auf der Basis von repräsentativen, europäischen Survey-Daten wenig bekannt.

Fragestellung und Ziel

Dieser Beitrag greift folgende Fragen auf: Welche Aussagen sind über die Prävalenz von Personen, die mindestens ein Elternteil bei räumlicher Distanz pflegen, in Europa möglich? Welche Unterstützungsformen werden dabei geleistet? Welche weiteren spezifischen sozioökonomischen und gesundheitsbezogenen Merkmale kennzeichnen diese Pflegesituationen? Hierbei wird ein besonderer Fokus auf die Unterschiede zu Angehörigen gelegt, die aus der Nähe Hilfe für ihre pflegebedürftigen Eltern leisten.

Material und Methoden

Es werden Daten des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe (SHARE) der sechsten Befragungswelle aus dem Jahr 2015 genutzt. Dabei erfolgen deskriptive Darstellungen sowie multivariate logistische Regressionsanalysen.

Ergebnisse und Diskussion

Die Berechnungen zeigen, dass Distance caregiving in Europa mit Prävalenzen von 11 % bei einem engen (ab 100 km Wohnentfernung) und 23 % bei einem weiten Distanzbegriff (hier ab 25 km) kein Randphänomen darstellt, wobei große Länderunterschiede erkennbar sind. Die Ergebnisse verweisen zudem auf teilweise signifikante Unterschiede in Bezug auf Ressourcen, Pflegeleistungen und Lebensqualität zu Pflegenden mit geringen Distanzen. Angesichts dieser sich dynamisch entwickelnden Pflegearrangements kann dieser Artikel zu weiterer Diskussion, kritischer Reflexion und Weiterentwicklung von Pflegeleistungen beitragen.
Fußnoten
1
Diese Analyse nutzt Daten von SHARE [3], Welle 6 (https://​doi.​org/​10.​6103/​SHARE.​w6.​610).
Die SHARE-Datenerhebung wurde hauptsächlich von der Europäischen Kommission über das FP5 (QLK6-CT-2001-00360), FP6 (SHARE-I3: RII-CT-2006-062193, COMPARE: CIT5-CT-2005-028857, SHARELIFE: CIT4-CT-2006-028812) und das FP7 (SHARE-PREP: N°211909, SHARE-LEAP: N°227822, SHARE M4: N°261982) finanziert. Zusätzliche Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung, die Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, das US-amerikanische National Institute on Aging (U01_AG09740-13S2, P01_AG005842, P01_AG08291, P30_AG12815, R21_AG025169, Y1-AG-4553-01, IAG_BSR06-11, OGHA_04-064, HHSN271201300071C) und aus verschiedenen nationalen Finanzierungsquellen wird dankbar anerkannt (www.​share-project.​org).
 
2
Die Werte unterscheiden sich nicht wesentlich zum gepflegten Vater, weshalb auf eine Darstellung für die Väter verzichtet wird.
 
3
Lesebeispiel: Von den 618 Befragten, die ihre Mutter im selben Haushalt oder Gebäude pflegen, bewerten 24 % die Gesundheit der gepflegten Mutter als gut, sehr gut oder ausgezeichnet; die restlichen 76 % schätzen die Gesundheit ihrer Mutter als mittelmäßig oder schlecht ein.
 
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Metadaten
Titel
Pflege über räumliche Distanz hinweg
Ergebnisse einer Datenanalyse des Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe
verfasst von
Melanie Wagner
Annette Franke
Ulrich Otto
Publikationsdatum
06.09.2019
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie / Ausgabe 6/2019
Print ISSN: 0948-6704
Elektronische ISSN: 1435-1269
DOI
https://doi.org/10.1007/s00391-019-01605-4