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06.08.2018 | Originalien

Gewünschter Sterbeort, Patientenverfügungen und Versorgungswünsche am Lebensende: erste Ergebnisse einer Befragung von Pflegeheimbewohnern

Zeitschrift:
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie
Autoren:
Prof. Dr. med. B. van Oorschot, K. Mücke, A. Cirak, T. Henking, S. Neuderth

Zusammenfassung

Hintergrund und Fragestellung

Über den gewünschten Sterbeort von Pflegeheimbewohnern ist wenig bekannt, da diese bei bevölkerungsbasierten Repräsentativbefragungen in der Regel nicht befragt werden. In Vorbereitung eines Unterstützungsangebotes zur Vorausplanung am Lebensende sollten Versorgungs- und Unterstützungswünsche von Pflegeheimbewohnern systematisch ermittelt werden.

Methode

Bewohner der fünf Pflegeeinrichtungen des Kommunalunternehmens Würzburg wurden im Zeitraum Oktober 2016 bis Januar 2017 persönlich-mündlich befragt.

Ergebnisse

Es konnten 42,7 % der Bewohner wegen kognitiver Einschränkungen oder einer Demenz nicht befragt werden. An der Befragung beteiligten sich 68 Bewohner. Im Pflegeheim versterben zu wollen (63,2 %), gaben 43 Befragte an. Wenn Befragte eine Vertrauensperson im Pflegeheim hatten oder sich dort zu Hause fühlten, wollten sie signifikant häufiger im Pflegeheim versterben. Es hatten 25 Befragte entweder eine Patientenverfügung, eine Vorsorgevollmacht oder eine Betreuungsverfügung (36,7 %). Eine Vertrauensperson im Pflegeheim hatten 55,3 % der Befragten über die Versorgungswünsche informiert, zumeist eine Pflegekraft (52,8 %) oder einen Mitbewohner (36,1 %). Den Hausarzt hatten 50,0 % der Befragten informiert, und 23,5 % der Befragten hatten mit niemandem über die eigenen Versorgungswünsche gesprochen. Als geeignete Ansprechpartner zur Erfassung der Versorgungswünsche wurden insbesondere die Pflegenden konkret benannt (70,4 %).

Diskussion

Bewohner sehen das Pflegeheim als Sterbeort viel positiver, als es oft in der Gegenüberstellung von Bevölkerungsbefragungen und tatsächlichen Sterbeorten diskutiert wird. Vorausplanung zum Lebensende sollte als dynamischer Prozess unter Einbezug von Vertrauenspersonen, der Pflegenden und der Hausärzte konzipiert werden.

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Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie

Print-Titel

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Literatur
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