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01.02.2013 | Ausgabe 1/2013

HeilberufeScience 1/2013

Wirtschaftliche Auswirkungen der Scheidung nach langjährigen Ehen

Retrospektive Dokumentenanalyse

Zeitschrift:
HeilberufeScience > Ausgabe 1/2013
Autoren:
Michael Weiskopf, David Rester, Bernd Seeberger

Zusammenfassung

Hintergrund

Sowohl das Ehescheidungsalter als auch der Anteil von Scheidungen nach lang andauernder Ehe sind in den letzten Jahren bei Männern und Frauen gleichermaßen angestiegen. Der vorliegende Beitrag stellt die wirtschaftlichen Folgen der späten Scheidung dar und erörtert die für den älteren Scheidungswilligen und die Gesellschaft resultierenden Konsequenzen.

Material und Methode

Die forschungsleitende Frage lautet: Welche wirtschaftlichen Auswirkungen hat eine Scheidung nach langjähriger Ehe und im höheren Lebensalter? In einer qualitativen Datenanalyse wurden retrospektiv deskriptive Daten aus der Dokumentation von Ehescheidungsakten der Jahre 2008–2010 (n = 422) ausgewertet. Die daraus gebildete zielgerichtete Stichprobe (n = 53) enthielt Dokumente von Personen, die das 55. Lebensjahr vollendet hatten und bis zur Trennung mindestens 30 Jahre verheiratet waren. Ethische Überlegungen und datenschutzrechtliche Bestimmungen wurden berücksichtigt.

Ergebnisse

Wirtschaftliche Folgen der späten Scheidung: Eine Scheidung nach langjähriger Ehe im höheren Lebensalter ist immer mit materiellen Verlusten verbunden und erfordert von den betroffenen Ehepaaren in materieller Hinsicht enorme Anpassungsleistungen. Das Risiko für diese Ehepaare, von Altersarmut betroffen zu sein, wird erheblich größer werden.

Diskussion

Die Ehescheidung im höheren Lebensalter hat erheblichen Einfluss auf die finanzielle Versorgung. Das Einkommen verringert sich durch Unterhaltszahlungen, den Verlust der Ehewohnung und den Wegfall von Synergieeffekten. Es drohen finanzielle Einbußen, die aufgrund des hohen Lebensalters in der Erwerbsbiografie nicht mehr aufgeholt werden können. Die Betroffenen werden verstärkt auf öffentliche Hilfe angewiesen sein, wodurch es zu einer vermehrten Belastung der öffentlichen Haushalte und damit zu einer Verstaatlichung der ehelichen Risiken kommen wird.

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