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Therapieoptionen bei Vernesselungen durch Quallen an deutschen Küstengewässern

  • 01.08.2017
  • Übersichten
Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Vernesselungen durch Quallen gehören zu den häufigsten Verletzungen von Urlaubern an deutschen Küsten und führen regelmäßig zu Konsultationen des regionalen Wasserrettungsdienstes.

Ziel der Arbeit

Diese Übersichtsarbeit soll darlegen, für welche Therapieoptionen bei Vernesselungen eine wissenschaftliche Evidenz vorliegt.

Methode

Es wurde eine selektive Literaturrecherche in der medizinischen Datenbank „Pubmed“ zu den Stichworten „jellyfish treatment“, „Rasierschaum“, „shaving foam“ und „shaving lather“ durchgeführt. Anhand der Literaturverzeichnisse der gefundenen Veröffentlichungen wurden weitere Literaturstellen ausfindig gemacht und in die Auswertung mit einbezogen. Für die daraus resultierenden Empfehlungen werden die Evidenzgrade und Empfehlungsgrade entsprechend der Evidenzklassifizierung des CEBM angegeben.

Ergebnisse

Es konnte experimentell gezeigt werden, dass die Beschwerden von Vernesselungen durch Cyanea capillata durch das Aufbringen von Essig verstärkt werden. Wärme oder Kälte führen zu einer Linderung der Beschwerden. Für die meisten anderen gängigen Behandlungsmethoden liegt keine ausreichende wissenschaftliche Evidenz vor.

Diskussion

Nach einer Vernesselung durch Quallen soll das Gewässer verlassen werden. Sichtbare Quallengewebereste müssen mechanisch entfernt werden. Die Vernesselung kann mit lokaler Wärme- oder Kälteapplikation, Rasierschaum, Antihistaminika oder Kortison behandelt werden, nicht jedoch mit Essig. Ein unzureichender Tetanusschutz sollte aufgefrischt werden. Eine Hämolyse kann durch die Applikation von Kalziumkanalblockern oder Antioxidantien behandelt werden.
Titel
Therapieoptionen bei Vernesselungen durch Quallen an deutschen Küstengewässern
Verfasst von
Dr. F. R. Hoffmann
S. Jungblut
S. Holst
G. Kappertz
P. Berlitz
T. Ohmann
Publikationsdatum
01.08.2017
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Notfall + Rettungsmedizin / Ausgabe 5/2017
Print ISSN: 1434-6222
Elektronische ISSN: 1436-0578
DOI
https://doi.org/10.1007/s10049-016-0227-9
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