Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Artikel dieser Ausgabe durch Wischen aufrufen

29.04.2021 | Konzepte - Stellungnahmen - Perspektiven Open Access

Some machine’s doin’ that for you* – elektronische Triagesysteme in der Notaufnahme

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin
Autoren:
Dr. S. Schacher, M. Kuehl, I. Gräff
Wichtige Hinweise
*Aus: „In the Year 2525“, Zager & Evans

Zusammenfassung

Hintergrund

In den letzten 25 Jahren haben sich Triagesysteme zur Dringlichkeitseinschätzung in den Notaufnahmen etabliert. Die bisherigen symptomorientierten Triagesysteme haben allerdings auch Schwächen. Inzwischen ermöglichen die Digitalisierung der Notaufnahmen und die Leistungsfähigkeit der aktuellen Computergeneration bereits zum Triagezeitpunkt einen algorithmenbasierten Datenvergleich und eine Risikostratifizierung für bestimmte klinische Endpunkte über die reine Triagestufe hinaus.

Ziel der Arbeit

Nach selektiver Literaturrecherche erfolgt eine Übersicht über elektronische Triagesysteme (ETS). Das Funktionsprinzip und die aktuellen Möglichkeiten der ETS werden dargestellt. Daneben werden Chancen und Schwierigkeiten einer Etablierung von ETS in deutschen Notaufnahmen betrachtet.

Ergebnisse

Es wurden wesentliche Prädiktorvariablen wie Alter und bestimmte Vitalparameter identifiziert, die bisher nicht standardisiert in die Triagestufen einfließen, aber mithilfe von Modelllernen (ML) in belastbare Vorhersagen für klinische Endpunkte wie stationäre Aufnahme oder Mortalität einfließen können. Die Güte der Ersteinschätzung durch ein ETS ist insgesamt hoch. Ein ETS kann das Triagepersonal evidenzbasiert bei der Disposition der Patienten unterstützen und Über- und Untertriage reduzieren. Es gibt einige Entwicklungen, die günstige Bedingungen für den Einsatz von ETS in deutschen ZNA schaffen. So erleichtern z. B. repräsentative Notaufnahmeregister die Erstellung von Referenzdatensätzen, die zum Aufbau computerbasierter Klassifikationsmodelle benötigt werden. Außerdem müssen individuelle Patientendaten schnell verfügbar sein.

Schlussfolgerung

ETS können zur Erhöhung der Patientensicherheit und zur besseren Ressourcennutzung beitragen. Bislang fehlen allerdings noch objektive Referenzstandards und Leitlinien zum maschinellen Lernen.
Literatur
Über diesen Artikel