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Einsatz der extrakorporalen Zirkulation (ECLS/ECMO) bei Herz- und Kreislaufversagen (AWMF-S3-Leitlinie): Bedeutung für die präklinische und klinische Notfallmedizin

  • 05.11.2021
  • Konzepte - Stellungnahmen - Perspektiven
Erschienen in:

Auszug

In den letzten 10 Jahren hat die Zahl der Anwendungen der venoarteriellen extrakorporalen Membranoxygenierung (sog. VA-ECMO oder „extracorporeal life support“ [ECLS]) für Patienten mit Herz-Kreislauf-Versagen deutlich zugenommen. Allein in Deutschland ist ein Anstieg von ca. 300 Anwendungen im Jahr 2010 auf mehr als 3000 jährlich seit 2015 zu verzeichnen [1, 2]. Obwohl die Anwendungen von ECLS/ECMO weiter zunehmen, existieren kaum randomisiert-kontrollierte Studien oder evidenzbasierte Empfehlungen zur ECLS/ECMO-Therapie. Die erste Meilensteinstudie zur ECLS/ECMO in Zusammenhang mit der Reanimatologie konnte von Yannopoulos et al. publiziert werden [3]. Erwachsene Patienten mit außerklinischem Kreislaufstillstand (OHCA) basierend auf refraktärem Kammerflimmern/pulsloser ventrikulärer Tachykardie, welche zeitnah mittels ECLS/ECMO im Sinne einer extrakorporalen kardiopulmonalen Reanimation (eCPR) therapiert wurden, profitierten im Vergleich zur alleinigen erweiterten kardiopulmonalen Reanimation signifikant von der ECLS/ECMO-Therapie. Die positiven Ergebnisse dieser relativ kleinen Single-Center-Studie beruhten auf der Tatsache, dass ein sehr ausgereiftes System und ein trainiertes präklinisch-klinisches Team vorlagen. Auch die auf der Jahrestagung des American College of Cardiology im Mai 2021 vorgestellte und bisher noch nicht publizierte prospektiv randomisierte Prague-OHCA-Studie scheint ebenfalls für den Nutzen der eCPR zu sprechen [4]. Weitere randomisiert-kontrollierte Multicenterstudien sind dennoch dringend notwendig. Bis dahin sollte im Rahmen der ECLS/ECMO-Therapie auf nationale und internationale Empfehlungen zugegriffen werden [59]. Um eine einheitliche und strukturierte ECLS/ECMO-Therapie gewährleisten zu können, wurde aus Gründen des Qualitätsmanagements/der Qualitätssicherung die interdisziplinäre und interprofessionelle S3-Leitlinie „Einsatz der extrakorporalen Zirkulation (ECLS/ECMO) bei Herz- und Kreislaufversagen“ im Jahr 2015 von der Deutschen Gesellschaft für Thorax‑, Herz- und Gefäßchirurgie e. V. (DGTHG) initiiert und unter Einbindung von Experten aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF) vor Kurzem publiziert [5, 6]. …
Titel
Einsatz der extrakorporalen Zirkulation (ECLS/ECMO) bei Herz- und Kreislaufversagen (AWMF-S3-Leitlinie): Bedeutung für die präklinische und klinische Notfallmedizin
Verfasst von
Prof. Dr. med. Guido Michels
Stephan Ensminger
Alexander Assmann
Christof Schmid
Karl Werdan
Malte Kelm
Andreas Beckmann
Udo Boeken
S3 Guideline Group
Publikationsdatum
05.11.2021
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Notfall + Rettungsmedizin / Ausgabe 5/2023
Print ISSN: 1434-6222
Elektronische ISSN: 1436-0578
DOI
https://doi.org/10.1007/s10049-021-00955-0
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