Der andere Anti-Demenz-Ratgeber
Wie Sie mit falscher Ernährung, wenig Bewegung und Einsamkeit Ihren Verstand schädigen
- 2020
- Pflege bei Demenz
- Buch
- Verfasst von
- Prof. Dr. Josef Kessler
- Pia Linden
- Dr. Ann-Kristin Folkerts
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
Über dieses Buch
Der etwas andere Ratgeber zur Vorbeugung von Demenzerkrankungen packt uns bei unseren Schwächen und provoziert: Wir erfahren, was wir tun können, um unseren Weg zu einer Demenz zu beschleunigen. Wir können sogar wählen, ob wir den neurodegenerativen oder den vaskulären Weg bevorzugen. Für alle, die es satt haben, auf ihren kognitiven Verfall im Alter nur passiv zu warten: Wie wir mit Eigeninitiative und Selbstständigkeit den zügigen Abbau unseres Gedächtnisses fördern. Die Autoren geben Tipps und Anregungen aus den Bereichen Altern, Ernährung, Bewegung, Bildung, Sozialkontakte, Sinnesorgane, Alkohol, Drogen und Lifestyle.
Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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Kapitel 1. Worum es in diesem Buch geht – eine Einleitung
Josef Kessler, Pia Linden, Ann-Kristin FolkertsZusammenfassungWir wollen Sie nicht direkt ins kalte Wasser werfen. Daher liefern wir Ihnen einige Basisinformationen für den Umgang mit diesem Ratgeber. -
Kapitel 2. Demenz: Was ist das, welche Formen gibt es, wie wird sie entdeckt und behandelt?
Ann-Kristin FolkertsZusammenfassungBevor wir Ihnen den schnellst- und bestmöglichen Weg hin zu einer Demenz aufzeigen, soll zunächst der medizinische Hintergrund zu dem Erkrankungsspektrum der Demenzen erläutert werden. Sie sollen ja wissen, worauf Sie sich einlassen und wonach Sie streben. Nach diesem Kapitel werden Sie verstanden haben, wo der Unterschied zwischen „Alzheimer“ und „Demenz“ liegt, und dass es auch noch andere Demenzformen – neben der Alzheimer Erkrankung – gibt. Wir geben Ihnen Tipps, wann Sie zum Arzt gehen sollten (oder auch nicht) und wie sich die Diagnostik und Therapie bei demenziellen Erkrankungen gestalten. -
Chapter 3. Wie häufig und woher kommt die Demenz? Die Prävalenz der Erkrankung
Josef KesslerZusammenfassungMit dem Älterwerden nimmt auch das Risiko zu, an einer Demenz zu erkranken. Früh sterben ist keine Option. Prävalenzen geben die Häufigkeit einer Krankheit zu einem bestimmten Zeitpunkt an. Die Inzidenz gibt an, wie viele Menschen in einem bestimmten Zeitraum neu erkranken. Die Prävalenzrate einer Demenz bei den 60- bis 70-Jährigen liegt bei 2,5 %, bei den 80- bis 90-Jährigen bei etwa 20 %. Die Inzidenzrate aller Menschen über 65 Jahre liegt bei 2 %. Im Jahr 2050 sollen etwa 131,5 Mio. Menschen weltweit an einer Demenz erkrankt sein. Sollten Präventionsmaßnahmen wirken, so könnte diese Zahl deutlich gesenkt werden. -
Kapitel 4. Was Ihr Alter für die Demenz bedeutet
Pia LindenZusammenfassungJeden Tag werden wir einen Tag älter und das Greisentum rückt unaufhörlich näher. Abgesehen von einer Demenz, was genau kommt da eigentlich auf uns zu? Warum unsere Zellen altern, ist noch nicht vollends geklärt, wir stellen Ihnen ein paar Ideen zu Lachfältchen und Krähenfüßen vor: von IKEA-Regalen über Apoptose bis zu freien Radikalen. Die gute Nachricht ist: Mit den richtigen genetischen Voraussetzungen und einem gesunden, stressarmen Lebensstil haben Sie die Chance, auch im Alter fit zu bleiben. -
Chapter 5. Was ist angeboren? Stammbäume der Demenz
Josef KesslerZusammenfassungMan muss unterscheiden, ob genetische Dispositionen zur Demenzerkrankung vererbt werden oder es in der Lebensspanne zu genetischen Modifikationen kommt, die eine Demenzentstehung fördern. Einige Risikogene sind identifiziert. Da es im Blut nachzuweisen ist, ist die APOE-Variante am einfachsten zu identifizieren. Therapeutisch nutzen lässt sich dieses Wissen allerdings noch nicht. Bei den meisten Demenzformen gibt es nur zu einem geringen Prozentsatz einen direkten Erbgang. Die Mehrzahl tritt sporadisch auf. Über die Rolle der Epigenetik bei der Rolle der Demenzentstehung weiß man nur sehr wenig. -
Kapitel 6. Männer, Frauen und Demenz: Gibt es Geschlechtsunterschiede?
Ann-Kristin FolkertsZusammenfassungFalls Sie schon einmal Verwandte in einer pflegerischen Einrichtung, die in der Regel sehr viele Menschen mit kognitiven Störungen und Demenz beherbergt, besucht haben, ist Ihnen vielleicht der geringe Anteil an männlichen Bewohnern aufgefallen. Der absolute und relative Anteil an Frauen mit Demenz ist wesentlich höher im Vergleich zu Männern. Im Folgenden erklären wir Ihnen, woran die Unterschiede in der Häufigkeit, aber auch im Verlauf der Demenz liegen und geben Tipps, wie Sie auch als Mann dement werden können. Denn keine Sorge, liebe Männer: Wir werden auch Sie um den Verstand bringen können! -
Chapter 7. Die Rolle der Persönlichkeit bei der Demenzentwicklung
Josef KesslerZusammenfassungPersönlichkeit zu beschreiben ist schwierig, einfacher ist es zu sagen, der hat ein gutes Gedächtnis, der ist gut im abstrakt-logischen Denken. Derzeit wird am meisten das Neo-Persönlichkeitsinventar (The Big Five) herangezogen. Es hat sich gezeigt, dass eine erhöhte Offenheit und Verträglichkeit, das Risiko senkt an einer Demenz zu erkranken. Höhere Neurotizismuswerte oder eine niedrige Gewissenhaftigkeit erhöhen das Risiko. Extraversion dagegen hat offenbar keinen Einfluss auf das Alzheimer-Risiko. Es gibt Hinweise, dass sich prämorbide Persönlichkeitsmerkmale karikaturenhaft nach Krankheitsausbruch zeigen. -
Chapter 8. Migrationshintergrund und Demenz
Ann-Kristin FolkertsZusammenfassungMenschen mit Migrationserfahrung vereinen vielfältige Risikofaktoren für die Entwicklung von kognitiven Störungen, die zum einen auf ihre Migrationserfahrung zurückzuführen sind, zum anderen aber mit ihrem Bildungshintergrund sowie ihren Arbeits- und Lebensumständen zu tun haben. Wir wissen, dass es viele Personen in dieser Gruppe gibt, die von kognitiven Störungen betroffen sind. Allerdings landen viele von diesen Menschen nicht beim Arzt. Demenzen sind stark unterdiagnostiziert und selbst wenn eine Diagnostik ansteht: Es mangelt in der klinischen Routine an geeigneten Instrumenten zur neuropsychologischen Untersuchung kognitiver Störungen bei dieser Patientengruppe. Ergo: Gute Aussichten für die Leser mit Migrationshintergrund. Ohne auch nur einen Finger gekrümmt zu haben, steigt Ihr individuelles Demenzrisiko direkt an und dabei haben Sie noch nicht einmal begonnen, aktiv etwas zu tun, um Ihren Verstand ins Jenseits zu befördern! -
Chapter 9. Wenn das Gehirn vorbereitet ist: Die kognitive Reserve
Ann-Kristin FolkertsZusammenfassungDie kognitive Reserve – ein Art Schutzpuffer vor Hirnschädigungen – ist unser wesentlicher Dreh- und Angelpunkt für das Verlieren unseres Verstands. Diesen Schutzpuffer können wir durch geeignete Maßnahmen möglichst geringhalten und damit können wir zu jeder Zeit in unserem Leben beginnen: Auf geistig Anregendes wie Bücher lesen, Gedächtnistraining oder das Erlernen einer neuen Sprache verzichten. Bei der Tagesschau umschalten; RTL2 ist Ihr TV-Programm! Keine Bewegung! Bloß keinen Kontakt zu Menschen – höchstens zum Pizzaboten! Und Ihren Ernährungsplan können Sie zusätzlich durch Hamburger, Pommes und Toastbrot ergänzen! -
Kapitel 10. Fernsehquiz oder Bildung?
Pia Linden, Ann-Kristin FolkertsZusammenfassungDa Bildung und geistige Aktivität als wichtigste Säulen in der Demenzprävention angesehen werden, bedeutet das für Sie als „Demenz-Adepten“ natürlich das Gegenteil: Seien Sie geistig möglichst inaktiv! Wenn Sie auf Ihre Schul- und Ausbildungszeit keinen Einfluss mehr nehmen können, so haben Sie trotzdem die Möglichkeit, Ihre Freizeit möglichst eintönig zu gestalten. Es gilt berufliche Weiterbildungen (Arbeiten Sie am besten gar nicht mehr!), Volkshochschulkurse, Lesen, Reisen, Museumsbesuche usw. radikal aus Ihrem Leben zu streichen! -
Chapter 11. Sport ist Mord? Nein! Was Bewegung bewirkt
Josef KesslerZusammenfassungDer Sport ist der Königsweg zur Demenzverhinderung, es sollte eine Mischung aus Ausdauer- und Krafttraining sein. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt 150 min pro Woche mittelgradig anstrengendes aerobes Training. Dem Muskelschwund sollte man mit Krafttraining entgegenwirken. Sport ist nicht nur für das Herz-Kreislauf-System gut, es fördert nachweislich auch das geistige Leistungsvermögen, wobei immer mehr verstanden wird, welche Änderungen im Zentralnervensystem damit einhergehen. -
Kapitel 12. Ernährung: Mit Völlerei zum Ziel
Pia LindenZusammenfassungWas ist gesünder für Ihr Gehirn – dick oder dünn? Steak oder veganes Schnitzel? Torte oder Graubrot? Wir diskutieren die optimale Ernährungsstrategie für die Entwicklung einer Demenz. Überraschenderweise führt eine ungesunde Ernährung dazu, dass man nicht gesund ist, und schafft den richtigen Nährboden für die Demenz. Aber was ist ungesund? Um Ihrer geistigen Gesundheit entgegenzuwirken, sollten Sie ab sofort nur noch Fett, Fleisch, Fastfood und Weißmehltoast essen und das Ganze mit einer zuckrigen Limonade oder einem alkoholischen Getränk herunterspülen. Bon Appetit! -
Chapter 13. Pharmakologische Akzeleration der Demenzentwicklung: Von Alkohol, Drogen und Medikamenten
Pia LindenZusammenfassungDrogen kann man legal in der Apotheke kaufen oder illegal vom Dealer bekommen – die Wirkungen variieren stark. Alkohol in geringen Mengen ist eventuell sogar gut für die geistige Funktionsfähigkeit, zu viel kann jedoch tragisch enden. Von Marihuana, MDMA und Koks raten wir Ihnen dagegen ab. Außer Sie haben schon eine Demenz, dann ist der Zug sowieso schon abgefahren. Das Zeug von der Apotheke dagegen ist weitaus weniger wirksam, denn leider gibt es immer noch kein wundersames Heilmittel gegen die Demenz. -
Chapter 14. Wann Sie besonders aufpassen müssen: Erkrankungen mit erhöhtem Demenzrisiko
Josef KesslerZusammenfassungNeurologische, aber auch psychische Erkrankungen können zu kognitiven Einbußen führen, die aber nicht oft mit ihren Symptomen eine mittelgradig ausgeprägte Demenz erreichen. Häufig machen sich solche Beeinträchtigungen bei Alltagsaktivitäten bemerkbar. Die Behandlung der Grunderkrankung kann schon symptomverbessernd sein. -
Chapter 15. Volle Laustärke und voll leise: Wie Sie das Sensorium nutzen können
Pia LindenZusammenfassungSehen, hören, riechen, schmecken, fühlen – alle unsere fünf Sinne (und vielleicht gibt es auch noch ein paar mehr) lassen nach, wenn wir älter werden. Aber wir wollen sie, so lange wir noch können, aktiv dafür einsetzen, die Demenz voranzutreiben. Das Ziel der fortschreitenden sensorischen Deprivation ist, so viele graue Zellen mitzunehmen wie möglich. Um die Demenz zu provozieren, können Sie primär Augen und Ohren einsetzen. Unsere anderen drei Sinne, Geruch, Geschmack und das Fühlen, lassen sich weniger gezielt für die Förderung der Demenz benutzen. Interessant dagegen ist, was mit diesen drei Sinnesmodalitäten geschieht, wenn bereits eine demenzielle Erkrankung vorliegt. Geruchs- und Geschmackssinn scheinen sich zu verschlechtern, so stark, dass man dies schon als Kriterium zur Erkennung einer der demenziellen Erkrankungen einsetzen könnte. Den Tastsinn dagegen kann man sogar bei einer stark fortgeschrittenen Demenz beinahe therapeutisch einsetzen. -
Kapitel 16. Goldfisch oder Gassi gehen? Soziale Aktivität und Einsamkeit
Ann-Kristin Folkerts, Pia LindenZusammenfassungSoziale Kontakte sind Gift für Ihren Weg zur Demenz! Wenn Sie keinen Abstand von Familie, Freunden und Bekannten nehmen, wird Sie das mitunter Jahre kosten: Die Demenz wird in weiter Ferne liegen. Daher liefern wir Ihnen an dieser Stelle einige Hintergrundinformationen, damit Sie internalisieren können, warum es so wichtig ist, sich auf die Einsamkeit zu konzentrieren. Um soziale Kontakte zu minimieren, haben wir Ihnen natürlich auch einige Tricks aufgelistet, mit denen Sie es garantiert schaffen, Ihr soziales Netzwerk schnell und effektiv zu schmälern. -
Kapitel 17. Der Demenzkalkulator. Werde ich einmal dement?
Josef KesslerZusammenfassungBei den Demenzkalkulatoren, also bei der Berechnung des persönlichen Risikos an einer Demenz zu erkranken, gibt es Variablen, die änderbar sind, wie beispielsweise das Körpergewicht, die Ernährung oder der Blutdruck. Und es gibt solche, die nicht änderbar sind, wie das Geschlecht oder die Bildungsjahre. Die änderbaren Prädiktoren haben den Vorteil, und der Name sagt es, dass man sie nutzen kann, das Demenzrisiko zu senken. Von den existierenden Modellen scheint das Modell von Kivipelto et al. (2006 (Risk score for the prediction of dementia risk in 20 years among middle aged people: a longitudinal, population-based study. Lancet Neurol 5(9):735–741) am praktikabelsten und am geeignetsten zu sein. -
Chapter 18. Lebensweisheiten: eine Einladung zur Selbstbedienung
Josef KesslerZusammenfassungEs gibt Ratgeber für alle Lebensbereiche, z. B. wie man aufgeregte Hunde beruhigen kann, lecker-schmecker Hundekräcker zubereitet, seinen Beckenboden trainiert, Aromapflege für Berufstätige integriert und viele weitere. An alles ist gedacht. Wir huldigen dem Zeitgeist und geben Ihnen im Folgenden Stichworte zu Glück, Lebensqualität und zu mentaler und körperlicher Gesundheit. Da ist für jeden etwas dabei. Sie können damit Ihren individuellen Präferenzen nachgehen und eine eigene Liste zusammenstellen. Der Sinn des Lebens ist da nicht zu finden. Aber vielleicht halten Sie es mit Bud Spencer („Vier Fäuste für ein Halleluja“), der in seiner Autobiografie lediglich zwei Ratschläge erteilte, nämlich, dass man nach dem Essen niemals baden sollte und auch keine Hunde aussetzen darf. -
Erratum zu: Der andere Anti-Demenz-Ratgeber
Josef Kessler, Pia Linden, Ann-Kristin Folkerts -
Backmatter
- Titel
- Der andere Anti-Demenz-Ratgeber
- Verfasst von
-
Prof. Dr. Josef Kessler
Pia Linden
Dr. Ann-Kristin Folkerts
- Copyright-Jahr
- 2020
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
- Electronic ISBN
- 978-3-662-60606-3
- Print ISBN
- 978-3-662-60605-6
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-662-60606-3
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