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22.11.2018 | Originalien

Einfluss von Dual-Tasking auf das Geradeaus- und Kurvengehen älterer Menschen

Zeitschrift:
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie
Autoren:
Katharina Gordt, Christina Müller, Thomas Gerhardy, Dr. Michael Schwenk
Wichtige Hinweise
Katharina Gordt und Christina Müller teilen sich die Erstautorenschaft.

Zusammenfassung

Hintergrund

Gehen ist kein automatisierter Bewegungsablauf, sondern beansprucht kontinuierlich Aufmerksamkeitsressourcen. Beim Gehen mit zusätzlicher Aufmerksamkeitsanforderung („dual tasking“) treten Gangveränderungen auf, welche bei älteren Menschen mit Stürzen assoziiert sind. Die Beurteilung des Gangbilds unter Dual-task-Bedingungen erfolgt bislang in der Regel während des Geradeausgehens (GG). Der Alltag erfordert jedoch auch komplexere Gangmanöver, wie das Kurvengehen (KG). Möglicherweise werden für solche Gangmanöver höhere Aufmerksamkeitsressourcen benötigt und damit das Gangbild unter Dual-task-Bedingungen stärker beeinträchtigt.

Ziel

Das Ziel war es, das Gangbild während des GG und KG unter Dual-task-Bedingungen zu vergleichen.

Material und Methoden

Bei 30 zu Hause lebenden älteren Menschen (71,6 ± 6,6 Jahre) wurden die Gangparameter Einbeinstandphase, Geschwindigkeit, Kadenz, Schrittlänge und Spurbreite jeweils unter Single- und Dual-task-Bedingung für das GG und KG über elektronische Ganganalyse (GAITRite®, CIR Systems Inc., Franklin, New Jersey, USA) untersucht. Für alle Gangparameter wurden die relativen Veränderungen von der Single- zur Dual-task-Aufgabe als Dual-task-Kosten (DTK) berechnet und über gepaarte t‑Tests verglichen.

Ergebnisse

Für die Einbeinstandphase, Geschwindigkeit, Kadenz und Spurbreite zeigten sich deskriptiv höhere DTK während des KG (2,08–23,74 %) im Vergleich zum GG (1,39–12,90 %). Für Kadenz (DTK: GG: 6,81 ± 12,58 %, KG: 10,54 ± 13,46 %, p = 0,026) und Spurbreite (DTK: GG: −12,90 ± 18,01 %, KG: −23,74 ± 56,37 %, p = 0,004) waren die Unterschiede signifikant.

Diskussion

Unter Dual-task-Bedingungen wird das Gangbild während des KG stärker beeinträchtigt als während des GG. Diese Ergebnisse lassen darauf schließen, dass KG höhere Aufmerksamkeitsressourcen erfordert als GG. Möglicherweise ist dadurch insbesondere beim KG unter Dual-task-Bedingungen das Sturzrisiko erhöht. Die vorliegenden Ergebnisse dienen der Entwicklung neuer, ökologisch valider Assessment- und Trainingsansätze, welche komplexe Gangmanöver miteinbeziehen.

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Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie

Print-Titel

• Themenbezogene Hefte behandeln Fragen der Gerontologie, der Biologie und Grundlagenforschung des Alterns und der geriatrischen Forschung

• Erweitert mit Beiträgen zu Therapie, Psychologie und Soziologie sowie der praktischen Altenpflege.  

• Hot topics von Experten knapp, aussagekräftig und provokativ kommentiert

Literatur
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