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30.10.2018 | Originalien Open Access

Prävalenz von Demenz bei Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland

Zeitschrift:
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie
Autoren:
Jessica Monsees, MPH Prof. Dr. med. Wolfgang Hoffmann, PD Dr. rer. med. Jochen René Thyrian

Zusammenfassung

Hintergrund

In Deutschland lebten 2013 16,5 Mio. Menschen mit Migrationshintergrund, wovon schätzungsweise 9 % älter als 65 Jahre sind. Sie zeigen häufig schlechtere Gesundheitsoutcomes als Menschen ohne Migrationshintergrund, aber aus verschiedenen Gründen werden Gesundheits- und Pflegeleistungen kaum genutzt. Für diese Population gibt es keine systematischen Angaben zur Anzahl Demenzerkrankter. Dies hat zur Folge, dass das Gesundheitssystem vor einer Herausforderung steht, dessen Dimension kaum einzuschätzen ist.

Ziel

Darstellung der Prävalenz von Demenz bei Menschen mit Migrationshintergrund für Deutschland und die einzelnen Bundesländer.

Methode

Länderspezifische Daten zu Bevölkerung, Demenzerkrankten und altersspezifischen Prävalenzen wurden genutzt, um länderspezifische Prävalenzen für verschiedene Ethnien zu berechnen. Daraus wurde die Anzahl von Menschen mit Migrationshintergrund und Demenz in Deutschland geschätzt, und wie diese sich auf die Bundesländer verteilen.

Ergebnisse

Von 1,86 Mio. Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland, die 65 Jahre oder älter sind, sind schätzungsweise 96.500 Personen (5,2 %) an Demenz erkrankt. Der Großteil entfällt auf Menschen mit polnischem (13.960), italienischem (8920) und türkischem (8840) bzw. europäischem Hintergrund (84.490). Die vermutlich höchsten Erkrankungszahlen zeigen Nordrhein-Westfalen (26.000), Baden-Württemberg (18.080) und Bayern (16.710).

Diskussion

Unsere Analysen zeigen die Anzahl an Demenz erkrankter Menschen mit Migrationshintergrund separat für ausgewählte Herkunftsländer als auch die deutschen Bundesländer. Dies bildet eine erste Grundlage für eine länderspezifische Handlungssteuerung und die Planung kultursensibler Angebote zur Versorgungsverbesserung der an Demenz erkrankten Menschen mit Migrationshintergrund.

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Literatur
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