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Unfälle und Verletzungen im Kinder- und Jugendreitsport

Eine retrospektive und monozentrische Analyse

  • 01.02.2017
  • Originalien
Erschienen in:

Zusammenfassung

Der Reitsport ist mit einem hohen Unfallrisiko verbunden. Unfälle können beim Reiten und im Umgang mit dem Pferd entstehen. Wobei deutschen und internationalen Studien zufolge im Hinblick auf den Unfallmechanismus, Stürze vom Pferd gegenüber Unfällen, die beim Umgang mit dem Pferd entstehen, zu überwiegen scheinen. Insgesamt stellen Kinder und Jugendliche im Reitsport eine besondere Risikogruppe dar: Über 50 % aller reitunfallbedingten Krankenhauskonsultationen resultieren aus der Altersgruppe der 0‑ bis-18-Jährigen.
In einer retrospektiven Analyse wurden alle Patientendaten der Jahre 2006 bis 2011, die wegen eines Reitunfalls in unserem Level I-Traumazentrum behandelt wurden, ausgewertet. Zur Analyse der Gesamtverletzungsschwere wurde der Injury Severity Score (ISS) und die Abbreviated Injury Scale (AIS) genutzt. Zudem analysierten wir die Art der Behandlung (ambulant vs. stationär), die Beatmungsdauer, die Länge des Aufenthalts auf unserer Intensivstation, die Gesamtaufenthaltsdauer sowie das Auftreten von posttraumatischen Komplikationen. Insgesamt 197 Patienten im Alter zwischen 0 und 18 Jahren, die sich im Zusammenhang mit Pferden verletzt hatten, konnten in die vorliegende Untersuchung eingeschlossen werden.
Die am häufigsten Verletzungslokalisationen sind die obere Extremität und der Kopf. Bei Reitunfällen kam es am häufigsten zu Verletzungen der oberen Extremität, gefolgt von Verletzungen des Kopfes und der unteren Extremität. Beim Umgang mit dem Pferd kam es überwiegend zu Verletzungen des Kopfes. Der durchschnittliche ISS liegt bei 4,8 ± 4,6 Punkten. 3,6 % der verunfallten Kinder erleiden ein Polytrauma. Wobei 57,1 % ihre schweren Verletzungen beim Sturz vom Pferd erlitten hatten, 42,9 % beim Umgang mit dem Pferd. Der mittlere ISS dieser Patientengruppe lag bei 23,6 ± 6,8.
Titel
Unfälle und Verletzungen im Kinder- und Jugendreitsport
Eine retrospektive und monozentrische Analyse
Verfasst von
Dr. C. Schröter
A. Schulte-Sutum
C. Macke
C. Winkelmann
C. Zeckey
C. Krettek
P. Mommsen
Publikationsdatum
01.02.2017
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Notfall + Rettungsmedizin / Ausgabe 1/2017
Print ISSN: 1434-6222
Elektronische ISSN: 1436-0578
DOI
https://doi.org/10.1007/s10049-016-0194-1
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