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01.05.2012 | Ausgabe 2/2012

HeilberufeScience 2/2012

Scheidung im Alter nach langjähriger Ehe

Retrospektive Dokumentenanalyse

Zeitschrift:
HeilberufeScience > Ausgabe 2/2012
Autoren:
Michael Weiskopf, David Rester, Bernd Seeberger

Zusammenfassung

Einleitung

Das durchschnittliche Scheidungsalter ist sowohl bei Männern als auch bei Frauen in den letzten Jahren stetig angestiegen. Ebenso steigt der Anteil der Scheidungen nach einer längeren Ehedauer. Der vorliegende Beitrag zielt darauf ab, Aufschlüsse über die Ursachen der Scheidung nach langjähriger Ehe im höheren Lebensalter zu gewinnen.

Material und Methode

Die forschungsleitende Frage lautete: Warum lassen sich Ehepaare ab einem Lebensalter von 55 Jahren und einer Ehedauer von mehr als 30 Jahren scheiden? In einer qualitativen Dokumentenanalyse wurden retrospektiv deskriptive Daten aus der Dokumentation von Ehescheidungsakten der Jahre 2008–2010 (n = 422) betrachtet. Die daraus gebildete zielgerichtete Stichprobe (n = 53) enthielt Dokumente von Personen, die das 55. Lebensjahr vollendet hatten und vor der Trennung mindestens 30 Jahre verheiratet waren. Ethische Überlegungen und datenschutzrechtliche Bestimmungen wurden berücksichtigt.

Ergebnisse

Anhand der Datenanalyse werden 9 Kategorien als Ursache für die Scheidung nach langjähriger Ehe im höheren Lebensalter herausgearbeitet. Wesentlich für den Scheidungsentschluss ist die Persönlichkeitsveränderung der Partner. Dies zeigt sich in einer schleichenden Entfremdung zwischen den Partnern, verbunden mit einer mangelnden Kommunikation sowie sexueller Untreue. Weitere identifizierte Ursachen wie ein verändertes Rollenverständnis in der Ehe sind für den Trennungsentschluss eher nachrangig.

Diskussion

Die Ursachen für die späte Scheidung sind vielfältig und werden hauptsächlich von emotionalen Beziehungsproblemen bestimmt. Die Loslösung der erwachsenen Kinder vom Elternhaus beeinflusst insbesondere den Zeitpunkt der Trennung. Die öffentlichen Pflegesysteme werden zukünftig zusätzlich belastet, wenn ältere Geschiedene durch den Wegfall des aus Ehepartner, Kindern, Freunden und Verwandten bestehenden Netzwerks in verstärktem Maß öffentliche Pflege in Anspruch nehmen müssen.

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