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11.06.2021 | Originalien Open Access

Rückenschmerz: ein Phänomen des Alters?

Degenerative Veränderungen an der Wirbelsäule gelten mit zunehmendem Alter als normal. Aber wie ist dieses „Normal“ im Alter definiert, führt es zwangsweise zu mehr Beschwerden und einer relevanten Einschränkung der Lebensqualität?

Zeitschrift:
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie
Autoren:
Dr. med. Christoph Alexander Stueckle, Sarah Talarczyk, Kerstin Frauke Stueckle, Christian Beisenherz, Patrick Haage

Zusammenfassung

Hintergrund

Unter der Vorstellung, dass ein gewisses Maß an Degeneration im Alter normal ist, sollten die Veränderungen erkannt werden, die signifikant zu Beschwerden führen. Es sollte sichergestellt werden, dass der geriatrische Patient adäquat behandelt wird und schnell wieder in sein normales, schmerzfreies Leben zurückfinden kann.

Methodik

Durchgeführt wurde eine prospektive Untersuchung an symptomatischen Patienten, die zu einer MR-Untersuchung der Wirbelsäule kamen. Es wurden das Vorliegen einer Spinalkanalstenose, osteochondrotische und spondylarthrotische Veränderungen sowie Nervenwurzelaffektionen beurteilt. In einem Kurzinterview wurden die Beeinträchtigungen im Alltag, Dauer der Beschwerden bis zur Kontaktaufnahme mit dem Arzt und daraus resultierende Beeinträchtigungen erhoben. Die Ergebnisse wurden mit dem Alter, der Gruppe der Patienten unter und über 65 Lebensjahre sowie mit dem Schmerzscore korreliert.

Ergebnisse

Das Alter ist signifikant positiv korreliert mit der Facettengelenkarthrose, spinaler Einengung, osteochondrotischen Veränderungen und der intraforaminalen Nervenwurzelaffektion. Es zeigt sich keine signifikante Korrelation zwischen Schmerzscore und Lebensalter.
Der Schmerzscore zeigt eine signifikante Korrelation für die Nervenwurzelaffektion, Facettengelenkarthrose und spinale Enge. Die Schmerzdauer ist beim älteren Patienten signifikant kürzer, bis er den behandelnden Arzt aufsucht, während die Beeinträchtigungen im Alltag signifikant stärker ausgeprägt sind.

Schlussfolgerung

Das Alter selbst ist nicht mit Schmerzempfinden korreliert. Isolierte Merkmale wie Nervenwurzelaffektion und Facettengelenkarthrose zeigen eine positive Korrelation zum Schmerz. Der ältere Patient geht schneller zum Arzt, da er den Rückenschmerz als Einschränkung seines täglichen Lebens empfindet.

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Literatur
Über diesen Artikel