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11.06.2021 Open Access

Mangelernährung bei geriatrischen Patient*innen: Risikofaktor stationäre Langzeitpflege?

Zeitschrift:
HeilberufeScience
Autoren:
Fabian Graeb, Reinhold Wolke
Wichtige Hinweise

Hinweis des Verlags

Der Verlag bleibt in Hinblick auf geografische Zuordnungen und Gebietsbezeichnungen in veröffentlichten Karten und Institutsadressen neutral.

Zusammenfassung

Hintergrund

Mangelernährung ist ein nach wie vor herausforderndes Problem in der Krankenhausversorgung, speziell bei geriatrischen Patient*innen. Dennoch findet das Thema in der Praxis nur wenig Beachtung.

Ziel und Methodik

Im Zentrum der vorliegenden Datenanalyse steht die Fragestellung, inwiefern sich der Ernährungsstatus von zuhause lebenden geriatrischen Patient*innen, von in der stationären Pflege lebenden, unterscheidet. Hierfür wurden Daten aus insgesamt 4 Erhebungen (3-mal nutritionDay plus eine zusätzliche Erhebung) zusammengefasst. Es konnten 258 Patient*innen (≥ 65 Jahre) in die Auswertung aufgenommen werden; ein Mangelernährungsrisiko wurde anhand des Malnutrition Universal Screening Tool (MUST), eine manifeste Mangelernährung anhand der ESPEN-Kriterien festgestellt.

Ergebnisse

Zu Hause leben 86,0 % (n = 222) der Patient*innen, in stationären Pflegeeinrichtungen 14,0 % (n = 36). Die in der stationären Pflege lebenden Patient*innen weisen eine ausgeprägtere Morbidität auf, sichtbar anhand der größeren Anzahl an in der Klinik verbrachten Nächten in den letzten 12 Monaten (Mdn 10,0 vs. 5; p 0,007), der höheren Anzahl der Medikamente (Mdn 9,0 vs. 7,0; p 0,002) sowie stärkeren Einschränkungen beim Gehen (Mdn 3,0 vs. 1,0; p < 0,001). Sie sind signifikant älter (Mdn 86,0 vs. 78,0 Jahre; p < 0,001) und weisen einen tendenziell höheren Anteil manifester Mangelernährung auf (35,7 %; n = 10 vs. 20,1 %; n = 40; p 0,062).

Schlussfolgerung

Sowohl zu Hause als auch in der stationären Langzeitpflege lebende geriatrische Patient*innen weisen einen erheblichen Anteil an Mangelernährung auf. Ein zuverlässig durchgeführtes Screening zu Beginn und im Verlauf des Klinikaufenthaltes ist in jedem Fall dringend erforderlich, da nur so die Betroffenen erkannt werden. Ein regelmäßiges Screening im ambulanten Bereich wie auch der stationären Langzeitpflege ist ebenso erforderlich.

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Literatur
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