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03.07.2021 | Originalien

Vorstellung psychiatrischer Notfallpatienten in der Notaufnahme durch Notarzt und Rettungsdienst – Charakterisierung, Versorgung und Verbleib

verfasst von: Nik Hulsmans, Gjergji Sinani, Heiko Ullrich, F. -G. B. Pajonk, Marcel Sieberer, Georg Juckel, Heribert Kirchner

Erschienen in: Notfall + Rettungsmedizin

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Zusammenfassung

Hintergrund

Schätzungsweise werden jährlich ca. 21 Millionen Fälle in Notaufnahmen deutscher Krankenhäuser behandelt. Der psychiatrische Notfallkontakt macht hiervon allein ca. 5–10 % der Fälle aus und wird in dieser Versorgungseinheit rund um die Uhr durch Notarzt und Rettungsdienst vorgestellt. Zum jetzigen Zeitpunkt ist das Wissen zu typischen Charakteristika im Zusammenhang mit dem Verbleib der Patienten gering.

Ziel der Arbeit

Das Ziel dieser Studie war es, dem Rettungsdienst, den Notärzten und dem Personal in der ZNA den Entscheidungsprozess für den weiteren Behandlungsalgorithmus anhand der gefundenen Charakteristika der ambulant oder stationär verbliebenen Patienten zu erleichtern.

Material und Methoden

Retrospektive Untersuchung aller im Jahr 2015 durch Notarzt und Rettungsdienst vorgestellten psychiatrischen Notfallpatienten in einer interdisziplinären zentralen Notaufnahme eines Allgemeinkrankenhauses.

Ergebnisse

Insgesamt machten die durch einen Notarzt oder Rettungsdienst vorgestellten Patienten 29,4 % aller psychiatrischen Notfallkontakte aus. Über zwei Drittel der Patienten wurden stationär aufgenommen. Bei diesen fanden sich am häufigsten Diagnosen aus dem Spektrum der psychischen und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (F1), der Schizophrenien, schizotypen und wahnhaften Störungen (F2) und der organischen psychischen Störungen (F0). Bei nur ambulant behandelten Patienten dominierten neurotische, Belastungs- und somatoforme Störungen (F4), psychische und Verhaltensstörungen durch psychotrope Substanzen (F1) und affektive Störungen (F3). Unter 25-jährige Patienten wurden mehr als doppelt so häufig nur ambulant behandelt. 96,5 % der stationär aufgenommenen und 77,8 % der nur ambulant behandelten Patienten erfüllten die Kriterien des psychiatrischen Notfalls.

Diskussion

Der rettungsdienstlich vorgestellte Patient hat innerhalb der psychiatrischen Notfallkontakte eine hohe Relevanz. Nur ambulant behandelte oder stationär aufgenommene Patienten zeigen dabei deutlich unterschiedliche Charakteristika. Der hohe Anteil von Patienten mit erfüllten Notfallkriterien macht den syndromalen Schweregrad der rettungsdienstlich vorgestellten Patienten deutlich.
Literatur
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Zurück zum Zitat Dunger S (2009) Der psychiatrische Notfall im Rettungsdienst – Eine Herausforderung des Notarztes? Ein regionaler Vergleich aus dem Raum Aachen über Stellenwert, Häufigkeit und Therapie. Dissertation. RWTH Aachen, Medizinischen Fakultät Dunger S (2009) Der psychiatrische Notfall im Rettungsdienst – Eine Herausforderung des Notarztes? Ein regionaler Vergleich aus dem Raum Aachen über Stellenwert, Häufigkeit und Therapie. Dissertation. RWTH Aachen, Medizinischen Fakultät
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Zurück zum Zitat Pajonk F‑G, Messer T, Berzewski H (2020) S2k-Leitlinie Notfallpsychiatrie. Springer, Berlin, Heidelberg CrossRef Pajonk F‑G, Messer T, Berzewski H (2020) S2k-Leitlinie Notfallpsychiatrie. Springer, Berlin, Heidelberg CrossRef
Metadaten
Titel
Vorstellung psychiatrischer Notfallpatienten in der Notaufnahme durch Notarzt und Rettungsdienst – Charakterisierung, Versorgung und Verbleib
verfasst von
Nik Hulsmans
Gjergji Sinani
Heiko Ullrich
F. -G. B. Pajonk
Marcel Sieberer
Georg Juckel
Heribert Kirchner
Publikationsdatum
03.07.2021
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Notfall + Rettungsmedizin
Print ISSN: 1434-6222
Elektronische ISSN: 1436-0578
DOI
https://doi.org/10.1007/s10049-021-00917-6