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04.06.2017 | Ernährung | Nachrichten

Rohmilch-Konsum macht oft krank

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E.coli, Salmonellen und andere Pathogene holen sich Konsumenten nach US-Daten verstärkt nach Hause. Der Grund: Der Trend zu "natürlichen" Lebensmitteln. Den Forschern bereitet vor allem Rohmilch Kopfzerbrechen.

Der Wunsch nach einer "natürlichen" Ernährungsweise mit Lebensmitteln, die möglichst nicht industriell verarbeitet sind, führt auch in den USA dazu, dass Milch, so wie sie aus dem Kuheuter fließt, immer beliebter wird. Sollte sich dieser Trend fortsetzen, ist mit einem beträchtlichen Anstieg von Krankheiten durch kontaminierte Kuhmilch(produkte) zu rechnen. (Emerging Infectious Diseases 2017; Ausgabe 6/2017).

© HappyAlex / Fotolia

Die Analyse basiert auf den Daten aller Krankheitsausbrüche in den USA in den Jahren 2009 bis 2014, die durch Verunreinigung von Kuhmilch oder -käse mit enterotoxinproduzierenden E.coli (EHEC), Salmonella spp., Listeria monocytogenes oder Campylobacter spp. ausgelöst worden waren.

Im Durchschnitt gab es im Rahmen solcher Ausbrüche pro Jahr 761 Erkrankungen und 22 Krankenhauseinweisungen. Obwohl Rohmilch bzw. Rohmilchkäse nur bei etwa 3,2 Prozent bzw. 1,6 Prozent der Bevölkerung auf dem Speiseplan stehen, waren sie ursächlich für 96 Prozent der Erkrankungen.

840-mal höheres Risiko

Krankheitsfälle durch EHEC, Salmonella spp. und Campylobacter spp. gingen häufiger auf unbehandelte als auf pasteurisierte Milch zurück. Listerioseinfektionen wurden dagegen überraschenderweise häufiger bei den Erkrankungen gefunden, die durch erhitzte Milch verursacht waren.

Das Risiko für eine Erkrankung durch eines der vier Pathogene ist demnach bei Rohmilchkonsumenten 840-mal so hoch wie bei Konsumenten von erhitzter Milch, das für Krankenhausaufnahmen um den Faktor 45 erhöht.

Sollte der Rohmilchkonsum weiter steigen, so die Warnung der Studienautoren um Solenne Costard, sei eine erhebliche Zunahme der untersuchten Erkrankungen zu erwarten.

Steigen die Krankheitsfälle weiter an?

So würde die Zahl der Krankheitsfälle bei einer Verdopplung der Konsumentenzahl ebenfalls um 100 Prozent zunehmen, wobei Infektionen mit Salmonellen und Campylobacter spp. dominieren würden.

Die Studienautoren weisen darauf hin, dass ihre Daten die reale Situation wahrscheinlich unterschätzen, da sie sich auf die Auswertung von Ausbrüchen beschränken mussten. Die Zahl sporadischer Erkrankungen durch kontaminierte Rohmilchprodukte sei wahrscheinlich wesentlich höher.

840 um diesen Faktor war das Erkrankungsrisiko durch eine Infektion mit EHEC, Salmonella spp., Listeria monocytogenes oder Campylobacter spp. bei Rohmilchkonsumenten im Vergleich mit Konsumenten von erhitzter Milch erhöht.

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