Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Artikel dieser Ausgabe durch Wischen aufrufen

07.02.2019 | Kasuistiken | Ausgabe 6/2019 Open Access

Notfall +  Rettungsmedizin 6/2019

Zuweisungsstrategie nach präklinischer Thrombolyse bei STEMI mit Herzkreislaufstillstand – Fallbericht

Welche Faktoren beeinflussen die Wahl des Transportziels?

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin > Ausgabe 6/2019
Autoren:
Dr. M. Rief, P. Zajic, P. Zoidl, S. Heschl, G. Silbernagel, M. Rief, S. Orlob, G. Prattes, P. Metnitz, G. Prause
Wichtige Hinweise
M. Rief, P. Zajic, P. Zoidl, S. Heschl haben gleichermaßen zu dieser Arbeit beigetragen.

Zusammenfassung

Ein 61-jähriger Mann mit akutem Myokardinfarkt und darauffolgendem Herzkreislaufstillstand (HKS) wird unter kardiopulmonaler Reanimation (CPR) einer Thrombolyse unterzogen, wodurch er nach etwa 20 min CPR den Spontankreislauf wiedererlangt (ROSC, „return of spontaneous circulation“).
Der Notarzt entscheidet sich für einen umgehenden Transport in das nahegelegene Krankenhaus (KH) ohne Möglichkeit zur PCI („percutaneous coronary intervention“). Die aktuellen Leitlinien der European Society of Cardiology (ESC) zur Behandlung von Patienten mit STEMI („ST-elevation myocardial infarction“) empfehlen jedoch den Primärtransport in das nächstgelegene KH mit PCI-Möglichkeit.
Die Fragestellung, ob bei präklinischem STEMI mit HKS, Thrombolyse und ROSC der Transport in das weit entfernte KH mit PCI-Möglichkeit (45 km) oder in das in unmittelbarer Nähe befindliche Krankenhaus (1 km) sinnvoller ist, wird anhand des Fallberichts erläutert.
Welche Zuweisungsstrategie die Richtige ist, kann nicht pauschal beantwortet werden. Jedoch können neben dem vorliegenden Befund und der Entfernung zum nächstgelegenen KH mit PCI-Möglichkeit auch andere Faktoren wie die Möglichkeit einer kontinuierlichen CPR mittels mechanischer Reanimationshilfen (mCPR-Gerät) oder der Erfolg der Thrombolyse in die Entscheidung mit einfließen.
Es gibt belastbare Evidenz, dass der direkte Transport in ein KH mit PCI-Möglichkeit mit besseren Outcomes assoziiert ist. Der vorliegende Fall zeigt Schwierigkeiten bei der Entscheidungsfindung zur richtigen Zuweisungsstrategie in der klinischen Praxis auf. Strukturelle Maßnahmen zur Verbesserung der Patientenversorgung im Hinblick wie die 24/7-Notarzthubschrauber (NAH)-Bereitschaft oder das Vorhandensein von mCPR-Geräten könnten dem Abhilfe schaffen.
Literatur
Über diesen Artikel

Weitere Artikel der Ausgabe 6/2019

Notfall +  Rettungsmedizin 6/2019 Zur Ausgabe

Mitteilungen des GRC

Mitteilungen des GRC