- Verfasst von
- Alexandra Schünemann
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
Über dieses Buch
Warum wird jemand, der einen Beruf ergreift, um anderen zu helfen, plötzlich gewalttätig gegenüber seinen Patienten? Frustration und Stress sind wichtige Einflussfaktoren für die Entstehung von Gewalt. Sie können negative Entwicklungen im Team, Personalmangel und Stress Aggression hervorrufen. Hinzu kommt ein Machtgefälle zwischen Pflegekraft und Patient. Dieses Buch soll Pflegende dafür sensibilisieren und das Thema bereits in die Ausbildungsmodule zu integrieren. Auch der Umgang mit Stress sowie die Kommunikation im Team sind mit entscheidend.
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Inhaltsverzeichnis
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Frontmatter
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Kapitel 1. Gewalt in der Pflege – undenkbar?
Alexandra SchünemannZusammenfassungKennen Sie das auch?Sie befinden sich auf einer Intensivstation und betreuen im Frühdienst drei Intensivpatienten, von denen zwei im künstlichen Koma und beatmet sind und einer gerade von Ihnen frisch extubiert wurde. Er ist wach, spontan, ansprechbar und bereits zu fast allen Qualitäten orientiert. Sie haben ihn darüber informiert, wo er sich momentan befindet, was am letzten Donnerstag vorgefallen ist und warum er eigentlich hier bei Ihnen auf Station ist. Zudem haben Sie ihm die Klingel in die Hand gegeben und sich für Ihre Pause abgemeldet. Jetzt sitzen Sie im Stationsstützpunkt und beißen in Ihr Brot, trinken Ihren Kaffee und unterhalten sich mit Ihren Kollegen über das bevorstehende Wochenende. Und dann passiert es – die Klingelanlage piept – und stört sie regelrecht bei der Pause. -
Kapitel 2. Pflegende in der Machtposition
Alexandra SchünemannZusammenfassungWarum befinden sich Pflegende – egal, ob sie in Kliniken, Pflegeeinrichtungen oder in den eigenen vier Wänden tätig sind – automatisch in einer Machtposition? Als Grundlage für Pflegende in Machtpositionen muss das Verhältnis in jeder Pflegebeziehung betrachtet werden, also das Verhältnis zwischen dem Pflegenden und dem zu Pflegenden, folglich dem Patienten. In der Pflege sollte der Patient im Mittelpunkt stehen. -
Kapitel 3. Gewalt in der (Intensiv)Pflege
Alexandra SchünemannZusammenfassungIn vielen Lebensbereichen kann es zu Gewalt kommen, so auch in der Pflege. Gewalt ist aus Gründen von Angst, Scham und fehlenden Beweismitteln der Opfer und Täter immer noch ein Tabuthema – ganz besonders in der Pflege. Denn eigentlich dienen Pflegeeinrichtungen den Patienten zu Schutz, Hilfe und Fürsorge. Wird in der Öffentlichkeit über Gewalt in der Pflege berichtet, so ist dies sofort ein Skandal. In den letzten Jahren wird immer häufiger in den Medien über solche Fälle berichtet. Ein verheerender Fall ist der des Krankenpflegers Niels H. aus Wilhelmshaven, der bewusst über 100 Intensivpatienten tötete. Mittlerweile ist er nach einem langen Mordprozess zu einer lebenslangen Haftstrafe wegen 85-fachen Mordes verurteilt. Dieser Fall ist sicherlich eine der schlimmsten Mordserien in der Pflege, allerdings kein Einzelfall. Allein im deutschsprachigen Raum sind mehr als zehn Fälle bekannt und verurteilt (Beine KH, Krankentötungen in Kliniken und Heimen – Aufdecken und Verhindern, Lambertus, Freiburg am Breisgau, 2011). -
Kapitel 4. Der Faktor Stress
Alexandra SchünemannZusammenfassungÜberforderung, Anstrengung, Schufterei, Plage, Mühseligkeit, Überbeanspruchung, Anspannung, Ruhelosigkeit – das alles sind Synonyme für Stress. Ein ganz kleines Wort mit einer immensen Bedeutung. Stress umgibt viele Menschen im Alltag, im Beruf und im häuslichen Umfeld. Auch in der Pflege ist Stress ein Zustand, der jede Pflegekraft jeden Tag und in fast jeder Schicht begleitet. -
Kapitel 5. Gewaltformen
Alexandra SchünemannZusammenfassungGewalt tritt nicht nur in unterschiedlichen Strukturen auf, beispielsweise aktiv/direkt oder passiv/indirekt, sondern auch auf verschiedenen Ebenen wie psychisch, physisch oder strukturell. Gewalt gestaltet sich als facettenreich und ist unabhängig vom Anwendungsgebiet. In der Pflege sind nicht alle Gewaltformen vertreten. In der Regel sind es direkte Gewalterfahrungen auf der psychischen und physischen Ebene. Dazu zählt aber auch die Gewalt durch aktive und passive Vernachlässigung. Besonders die Form der aktiven Vernachlässigung ist in der Pflege häufig zu erleben. -
Kapitel 6. Präventionsmaßnahmen gegen Gewalt
Alexandra SchünemannZusammenfassungPräventive Maßnahmen sind der wichtigste Aspekt, um Gewalt in der Pflege zu verhindern. Um diese Maßnahmen ergreifen zu können, müssen verschiedene grundlegende Voraussetzungen erfüllt sein. Dazu zählt nicht nur die Sensibilisierung der jeweiligen Pflegebereiche gegenüber Gewalt, sondern zu einem sehr großen Anteil auch die Akzeptanz des Phänomens der Gewalt in der Pflege. Denn Pflege ohne einen gewissen Anteil an Gewalt gibt es nicht, in keiner Pflegeeinrichtung. -
Backmatter
- Titel
- Nur gut gemeint?
- Verfasst von
-
Alexandra Schünemann
- Copyright-Jahr
- 2020
- Verlag
- Springer Berlin Heidelberg
- Electronic ISBN
- 978-3-662-60574-5
- Print ISBN
- 978-3-662-60573-8
- DOI
- https://doi.org/10.1007/978-3-662-60574-5
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