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05.02.2018 | Palliativpflege | Nachrichten

Palliative Care: Kommunikation ist mehr als Worte

Ein Gefühl von Hilflosigkeit überfällt viele Pflegende im Umgang mit sterbenden Menschen und ihren Angehörigen. Oft fehlen die „richtigen“ Worte. Dabei gibt es sehr viel mehr Möglichkeiten des In-Kontakt-Tretens.

Die Begleitung sterbender Menschen und ihres sozialen Umfelds erfordert Empathie, Feingefühl und Intuition. Darüber hinaus sollten Pflegende wissen, welche Möglichkeiten der Kommunikation sich ihnen bieten. Und die gehen über reine Gespräche hinaus, weiß Palliative Care-Expertin Christiane Klimsch aus Jena. 

„Sterbende brauchen das Gefühl: Menschen bleiben bei mir, ganz egal, wie die Dinge sich entwickeln“, erklärt sie im HEILBERUFE Spezial Palliative Care.  Die Erfahrung zeigt: Erst in einem „Raum des Vertrauens und der Sicherheit“ können sich die Menschen mit dem eigenen Sterben auseinandersetzen – auf ihre Art und Weise.

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„In dieser Situation sind Menschen oft sehr sensibel und empfänglich“, erklärt Klimsch, „besonders ,wach‘ sind Gehör, Haut und Geruchsinn. Daher sei die nonverbale Kommunikation häufig die vorrangige Kommunikationsmöglichkeit – sei es durch Berührungen, Blickkontakt, Gesten, Vorlesen, Singen oder Summen. Gespräche treten in den Hintergrund.

Mit einfühlsamen Kommunikationsangeboten können Pflegende auch die Angehörigen sterbender Menschen unterstützen. Diese befinden sich in einer Ausnahmesituation. Klimsch: „Wenn Pflegende sie aktiv ansprechen, erhalten sie die Gelegenheit, ihre Bedürfnisse, Sorgen und Ängste zu äußern“. Als hilfreich erweist es sich zudem, die Angehörigen in die Pflege einzubeziehen beispielsweise durch Anleitung zur Mundpflege, Lagerung, beruhigenden Waschungen oder zur Basalen Stimulation. Auch die Angehörigen lernen so andere kommunikative Möglichkeiten kennen, die ihnen den Umgang mit der Situation erleichtern können.

Die Kommunikation mit sterbenden Menschen und ihren Angehörigen sei zwar eine Herausforderung, mit entsprechenden Kenntnissen aber zu bewältigen, so Klimsch. Und ergänzt: „Eine gelungene Sterbebegleitung kann auch zur Arbeitszufriedenheit der Pflegenden beitragen“.

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