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01.03.2015 | Originalien | Ausgabe 2/2015

Notfall +  Rettungsmedizin 2/2015

Nutzen mechanischer Reanimationshilfen bei der kardiopulmonalen Reanimation

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin > Ausgabe 2/2015
Autoren:
J.P. Luxen, T. Birkholz, A. Hatz, K.-G. Kanz, J. Königer, M. Meier, B. Urban, H. Trentzsch

Zusammenfassung

Hintergrund

Mechanische Thoraxkompressionsgeräte können eine qualitativ hochwertige Herzdruckmassage gewährleisten. Sie werden in der Praxis der kardiopulmonalen Reanimation mittlerweile häufig eingesetzt, ihr Nutzen ist aber umstritten. Durch eine strukturierte Literaturrecherche soll geklärt werden, ob durch den Einsatz mechanischer Reanimationshilfen das Gesamtüberleben im Sinn eines guten neurologischen Behandlungsergebnisses zu erreichen ist.

Methoden

In einer Literatursuche bis einschließlich Juli 2014 wurde systematisch nach Ergebnissen zum Überleben mit gutem neurologischem Outcome nach mechanischer Thoraxkompression im Vergleich zur manuellen Thoraxkompression gesucht.

Ergebnisse

Die Suche lieferte 14 Arbeiten, die im Sinn der Fragestellung relevant erschienen (3 Metaanalysen, 2 systematische Reviews, 6 randomisiert kontrollierte Studien, 1 kontrollierte klinische Studie, 2 Kohortenstudien). Keine der gefundenen Studien konnte belegen, dass eine mechanische Thoraxkompression das Überleben mit gutem neurologischem Outcome begünstigt. Einige Autoren zeigen, dass die Herzdruckmassage unter Transportbedingungen bei mechanischer Thoraxkompression besser gelingt und dass die Chance auf einen Wiedereintritt der spontanen Zirkulation möglicherweise erhöht sein könnte. Ein wesentliches Problem besteht darin, dass es außerhalb von kontrollierten Studien bisher keine einheitlichen Handlungsempfehlungen für die Einbindung mechanischer Thoraxkompressionsgeräte in die bestehenden Reanimationsalgorithmen gibt. Es besteht die Gefahr, dass es durch die Anlage, insbesondere zu Beginn der Maßnahmen, zu einer Verlängerung der No-flow-Zeiten kommt. Weiter fehlen klare Vorgaben, wie die Beatmung unter mechanischer Thoraxkompression durchzuführen ist. Es bleibt unklar, ob darin Implikationen für eine suffiziente Beatmung liegen könnten.

Schlussfolgerung

Aufgrund der gegenwärtigen Evidenzlage ergibt sich durch den Einsatz mechanischer Thoraxkompressionsgeräte kein Vorteil im Sinn eines besseren neurologischen Outcomes gegenüber manuell durchgeführter Thoraxkompression. Vorteile ergeben sich vermutlich aber in Situationen, in denen eine manuelle Thoraxkompression nicht qualitativ hochwertig durchgeführt werden kann, z. B beim Transport des Patienten. So muss die mechanische Thoraxkompression aktuell am ehesten als ein vielversprechender Therapieansatz ohne eindeutigen Nachweis einer Überlegenheit gegenüber der manuellen Thoraxkompression gesehen werden. Zu fordern sind eine einheitliche Definition für die Anwendung mechanischer Reanimationshilfen im Rahmen einer leitlinienkonform durchgeführten Reanimation sowie die intensive Schulung des den Ablauf anwendenden Personals.

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Literatur
Über diesen Artikel

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