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Lehrbuch der Entstauungstherapie

Manuelle Lymphdrainage, Kompressionstherapie, Muskel- und Gelenkpumpeffekte und andere Verfahren

Über dieses Buch

Dieses Standardwerk ist das optimale Lehr- und Praxisbuch für Physiotherapeuten, Masseure und Ergotherapeuten: Verständlich, abbildungsreich und nachvollziehbar.

Aus dem Inhalt

• Grundlagen der Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des Lymphsystems, incl. In-vivo-Abbildungen des Lymphsystems

• Über 500 Abbildungen zeigen u.a. in Schritt-für-Schritt-Anleitungen Griffe und Techniken der Manuellen Lymphdrainage

• Spezielle Indikationen der Manuellen Lymphdrainage, alle Methoden der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie und ihre Wirkungsweisen

• Orientierungshilfen und Bewertungen zu allen Verfahren wie Manuelle Lymphdrainage, Kompressionsverfahren, Atemtherapie

Egal ob post-operativ, bei akuten oder chronischen Erkrankungen, rheumatisch oder dermatologisch: Mit diesem Buch wissen Sie, wie Sie mit jeder Art von Ödemen therapeutisch richtig umgehen.

Plus: Arbeitsformulare, Patienteninformationen und vieles mehr zum Downloaden, Ausdrucken und Anwenden

In der 5. Auflage mit Flashcards! Die digitale Lernkartei unterstützt Sie optimal bei der Vorbereitung auf Ihre Zertifikatsprüfung!

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. Allgemeine theoretische Grundlagen

    1. Frontmatter

    2. 1. Blutkreislauf, Interstitium und Lymphgefäßsystem

      Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Es werden die physiologischen und anatomischen Grundlagen dargestellt. Auch wird die Frage diskutiert, welche Mechanismen beim Stoffaustausch zwischen Blutgefäßen und Interstitium eine Rolle spielen. Dies ist deshalb bedeutsam, da sich daraus zum einen die Frage bezüglich der Rolle des Lymphgefäßsystems beantworten lässt und zum anderen die im 2. Kap. diskutierte Ätiopathophysiologie der verschiedenen Ödeme verständlich wird. Außerdem wird sowohl die Anatomie und Physiologie des Lymphgefäßsystems dargestellt als auch die für die Entstauungstherapie bedeutsame Topographie dieses weitgehend unbekannten Systems.
    3. 2. Ödeme/Ödempathophysiologie

      Günther Bringezu, Tjado Galic, Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Es werden die allgemeine Ödempathophysiologie und v. a. die besondere lymphologische Betrachtungsweise dargestellt. Außerdem werden die grundsätzlichen (übergeordneten) Ödemursachen und deren klinisch häufigste Benennungen dargestellt und hinsichtlich ihrer Behandelbarkeit mit physiotherapeutischen Entstauungsmöglichkeiten erläutert.
  3. Entstauende Maßnahmen im Überblick

    1. Frontmatter

    2. 3. Die Therapieform Lymphdrainage, manuelle Manuelle Lymphdrainage

      Günther Bringezu, Dmitrij Reder, Otto Schreiner, Nicole Stachowitz, Claus Wenz
      Zusammenfassung
      Neben den geschichtlichen Aspekten wird v. a. die grundsätzliche Technik der Handgriffe erläutert. Daneben werden die Wirkungsweise dieser besonderen „Massageform“ diskutiert und auch die grundsätzliche Indikationsstellung sowie deren Grenzen (=Kontraindikationen) dargestellt.
      Selbstverständlich wird sowohl durch Bilder als auch durch erläuternde Beschreibungen die grundsätzliche Reihenfolge der Lymphdrainagegriffe gezeigt. Erstmals ab der 4. Auflage werden hier die Techniken verschiedener, historisch bedingter Vorgehensweisen („Vodder vs. Asdonk“) einander gegenübergestellt.
    3. 4. Die Kompressionstherapie

      Günther Bringezu, Nina Kock, Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Die für die Entstauungstherapie unerlässliche Komponente der Kompression wird in allen praktikablen Facetten beschrieben und hinsichtlich ihrer indikationsbezogenen Verwendung erläutert. Neben der Bandagierung als manuelles Anlegen einzelner Binden und der mehr oder weniger erforderlichen Polstermaterialien werden die Aspekte der Kompressionsbestrumpfung ebenso erläutert wie die apparative Möglichkeit der Kompression (apparative intermittierende Kompression).
    4. 5. Entstauende Wirkung der Muskel- und Gelenktätigkeit

      Otto Schreiner, Constance Daubert
      Zusammenfassung
      Zunächst werden die Mechanismen und damit die Möglichkeiten und Grenzen der aktiven Muskeltätigkeit mit ihrer Pumpwirkung sowohl auf die Venen als auch die Lymphgefäße erläutert. Ähnliches gilt für die Gelenke als anatomische, also natürliche Engstellen im Gefäßverlauf und in vergleichbarer Weise auch für die menschliche Haut mit all den dabei auftretenden Einschränkungen. Auch diesbezüglich wird die mögliche Indikationsstellung für die einzelnen Ödemformen diskutiert.
      Im zweiten Teil wird eine speziell entwickelte manuelle Gelenkdrainagetechnik dargestellt, welche die bewegungstechnische Pumpwirkung mit grifftechnischer Pumpwirkung kombiniert.
    5. 6. Resorptionsförderung durch elektrotherapeutische Maßnahmen

      Tjado Galic, Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Zusammen mit dem Co-Autor T. Galic wird diskutiert, wie elektrotherapeutische Möglichkeiten überhaupt wirken, wie die Wirkungsmechanismen ödemmindernd eingesetzt werden können, welche elektrotherapeutischen Behandlungsparameter dafür nötig sind und bei welchen Ödemformen dies eine Rolle spielt und bei welchen nicht. Darüber hinaus werden die verfahrensbedingten Einschränkungen und auch Kontraindikationen dargestellt. Für diejenigen Ödemsituationen (nahezu ausschließlich bei posttraumatischen Schwellungen), die therapeutisch relevant sind, wird die praktische Umsetzung explizit erläutert.
    6. 7. Der Stellenwert der Atmung für den venösen und lymphatischen Rückfluss

      Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Da der Atemvorgang schon „von Natur aus“ unterstützend u. a. auf die Venen und Lymphgefäße im Körperinneren wirkt, ist dies natürlich bei einem Therapiekonzept, welches explizit auf Rück-, d. h. Abstromförderung abzielt, besonders zu beachten.
      Dieses Kapitel beschäftigt sich neben den prinzipiellen, d. h. physiologischen Mechanismen mit deren therapeutischen Nutzungsmöglichkeiten und stellt sich die Frage, bei welchen Ödemsituationen ein „echter“ therapeutischer Nutzen gegeben ist (v. a. unter spezieller lymphologischer Betrachtungsweise).
    7. 8. Entstauende Wirkung durch Lagerung

      Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Eine Hochlagerung einer geschwollenen Extremität ist geradezu eine „instinktive“ Maßnahme. Das Kapitel diskutiert die physiologischen Mechanismen und die daraus folgende Nutzungsmöglichkeit in den verschiedenen Ödemsituationen.
    8. 9. Ödemverringerung durch Kühlung

      Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Es scheint quasi Allgemeingut zu sein, dass Schwellungen mit Kälte zu behandeln sind. In diesem Kapitel werden die physiologischen Reaktionen des Gewebes auf Kälte sowie die erwähnte allgemeine Meinung mit den physiologischen Reaktionen diskutiert. Deutlich wird, dass eine Kühlung nur unter wenigen Bedingungen ödemprotektiv sein kann, dagegen bei bestehenden Ödemen wenig nutzbar ist.
    9. 10. Entstauende Wirkung durch hydrotherapeutische Anwendungen

      Tjado Galic
      Zusammenfassung
      Der Autor erläutert, dass unter den besonderen Bedingungen der kardio-pulmonalen Überlastung – mit der Folge der Tendenz zum Lungenstau – die hydrotherapeutische Anwendung eines temperatursteigernden Armbades eine Entlastung des Herzens und in der Folge auch der Lunge bewirken kann.
      Darüber hinaus werden die Wirkung von warmen Bädern auf den Wasserhaushalt des Körpers und die sich ergebende mögliche therapeutische Nutzung erläutert.
    10. 11. Lymphtaping – elastische Klebestreifen in der Entstauungstherapie?

      Constance Daubert, Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Co-Autorin Constance Daubert stellt sowohl die Entwicklung der Therapieform Lymphtaping in ihren verschiedenen Anwendungsmöglichkeiten als auch die speziellen lymphologischen Aspekte bei der Anwendung dar. Wie in den anderen Kapiteln wird hier zwischen lymphodynamischen Ödemen und lymphostatischen Ödemen unterschieden.
    11. 12. Zusammenfassende Bewertung der Maßnahmen

      Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Das Kapitel ist eine Art Zusammenfassung aller Kapitel des Buchabschnittes B. Bezogen auf die grundsätzlichen Wirkmechanismen und umgesetzt auf die möglichen Indikationen, wird hier meist tabellarisch ein schneller Überblick über die Möglichkeiten und Grenzen (inkl. der Kontraindikationen) der einzelnen entstauenden Verfahren ermöglicht.
  4. Posttraumatische und postoperative Schwellungen

    1. Frontmatter

    2. 13. Grundlagen der Traumatologie

      Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Nachdem die prinzipiellen Mechanismen bei der Wundheilung dargelegt wurden, wird nun auf die therapeutische Zielsetzung physiotherapeutischer und hierbei speziell entstauender Maßnahmen eingegangen und deren grundsätzliche Mechanismen diskutiert. Hierbei ist es notwendig, posttraumatische von postoperativen Schwellungen zu unterscheiden.
    3. 14. Behandlungs- und Entstauungskonzepte bei typischen traumatischen Schwellungen

      Günther Bringezu, Ramin Ilbeygui, Barbara Schreiner, Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Zunächst wird am Beispiel von häufig vorkommenden stumpfen Verletzungen (wie Distorsion des Sprunggelenkes, Muskelkontusion am dorsalen Oberschenkel und Reizerguss des Kniegelenkes) die typische Vorgehensweise bei der Entstauung dargestellt. Darüber hinaus wird eine vergleichbare Darstellung bei häufig vorkommenden postoperativen Situationen geboten. Weitere häufige Verletzungen ergeben sich am Handgelenk (Zustand nach Trümmerfraktur von Handwurzelknochen) und an den Fingern (z. B. Kreissägeverletzung). Auch auf die entstauungstechnische Behandlung nach Gliedmaßenamputationen wird eingegangen.
    4. 15. Komplikationen im Heilungsverlauf am Beispiel des Morbus Sudeck

      Günther Bringezu, Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Eine der gefürchtetsten posttraumatischen Komplikationen stellt das sog. Sudeck-Syndrom dar. Dessen Pathophysiologie, Verlauf und die therapeutischen Möglichkeiten in den einzelnen Stadien werden dargestellt. Ein Schwerpunkt liegt dabei naturgemäß auf den entstauungstherapeutischen Aspekten und hier v. a. auf der Behandlung durch die Manuelle Lymphdrainage im Rahmen des Gesamtkonzeptes.
  5. Rheumatisch bedingte Schwellungen

    1. Frontmatter

    2. 16. Pathophysiologische Grundlagen

      Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      In diesem Kapitel geht es um die Ätiopathophysiologie der chronischen Polyarthritis und deren Sonderformen. Die 4 „Säulen“ der Therapie bei der chronischen Polyarthritis sind die medikamentöse Behandlung, die chirurgischen Möglichkeiten, apparative Hilfen und die Physio- und Ergotherapie. Es wird deutlich gemacht, dass die Physio- und Ergotherapie „auf Augenhöhe“ mit den anderen Möglichkeiten agieren.
    3. 17. Physiotherapie

      Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Entscheidend ist, dass die Entstauungstherapie im Kontext mit den „üblichen“ physio- bzw. ergotherapeutischen Konzepten dargestellt wird. Naturgemäß wird ein Schwerpunkt auf Technik und konzeptionelle Umsetzung der Manuellen Lymphdrainage gelegt.
  6. Venöse Abflussstörungen

    1. Frontmatter

    2. 18. Pathophysiologische Grundlagen

      Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Es werden die pathophysiologischen Grundlagen der Varikose, der Thrombophlebitis und Phlebothrombose dargestellt sowie das postthrombotische Syndrom einerseits und die chronische venöse Insuffizienz andererseits gegeneinander abgegrenzt. Außerdem werden die Mechanismen bei der Ödementstehung in den verschiedenen Stadien erläutert sowie die Therapiemöglichkeiten aufgeführt.
    3. 19. Physiotherapie

      Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Neben prophylaktischen Überlegungen werden die (entstauungs)therapeutischen Möglichkeiten auf die stadienbedingten Schweregrade der Symptomatik abgestimmt. Die besondere Bedeutung der Kompressionstherapie wird hervorgehoben und (ebenfalls stadienbedingt) mit der Manuellen Lymphdrainage verglichen. Eine Besonderheit ist die Darstellung der Behandlungsmöglichkeiten beim Ulcus cruris venosum v. a. mittels der Manuellen Lymphdrainage.
  7. Lymphödeme

    1. Frontmatter

    2. 20. Pathophysiologische und entstauungstherapeutische Besonderheiten der Lymphödeme

      Günther Bringezu, Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Lymphödeme sind erst seit den 1960er-Jahren ein Thema in der Medizin. Bis heute herrscht weitgehend Unkenntnis zur Pathologie/Pathophysiologie sowie zum Verlauf und der Charakteristik der dabei auftretenden Befunde. Auch die Behandlungsmöglichkeiten sind häufig unklar. Das Kapitel erläutert all dies mit zahlreichen Beispielen und Quellen und gibt so einen Überblick über dieses Grundlagenthema.
    3. 21. Primäre Lymphödeme

      Günther Bringezu, Otto Schreiner, Paul Streibl
      Zusammenfassung
      Sowohl die Ätiologie als auch die Behandlungsmöglichkeiten dieser speziellen Kategorie der Lymphödeme stehen im Mittelpunkt dieses Kapitels. Insbesondere die entstauungstherapeutischen Aspekte der sog. KPE werden ausführlich beleuchtet.
    4. 22. Sekundäre Lymphödeme

      Freerk T. Baumann, Josef Beuth, Günther Bringezu, Hermann Ewald, Claudia Schmalz, Otto Schreiner, Paul Streibl, Michael Zippe
      Zusammenfassung
      Die weitaus größte Zahl der Lymphödeme stellen die sekundären Lymphödeme dar. Diese außerordentlich schwierigen Ödeme, die bereits eine Erkrankung darstellen, werden in ihrer Vielfalt dargestellt. Die Autoren stellen sowohl die Ursachen als auch die Erscheinungsformen und – daraus abgeleitet – die Behandlungskritierien vor.
    5. 23. Besondere bewegungstherapeutische Aspekte nach Ablatio mammae

      Barbara Schreiner, Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Zusammen mit der Co-Autorin Barbara Schreiner, einer sehr engagierten Physiotherapeutin, wird in diesem Kapitel dargestellt, welche Aspekte bei den Patientinnen nach Ablatio mammae zu beachten sind. Diese „schwierigen“ sekundären Lymphödeme zeichnen sich durch ein heterogenes Befundbild aus. Deshalb kann es nicht sinnvoll sein, ein allgemeines Übungsprogramm zu verordnen.
    6. 24. Besondere atemtherapeutische Aspekte nach Ablatio mammae

      Barbara Schreiner, Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Die gleichen Überlegungen, die in Kapitel 23 im Hinblick auf die bewegungstherapeutischen Aspekte zum Tragen kommen, betreffen die atemtherapeutischen Möglichkeiten, und zwar in Bezug auf die größte Gruppe unter den sekundären Lymphödemen. Hierbei half die Co-Autorin Barbara Schreiner, die praktischen Belange zu erläutern.
    7. 25. Palliativmedizinische Aspekte in der Komplexen Physikalischen Entstauungstherapie

      Hermann Ewald, Claudia Schmalz
      Zusammenfassung
      Physiotherapeuten, besonders diejenigen, die im stationären Bereich arbeiten, haben oft mit schwerkranken Patienten zu tun, häufig auch mit Patienten, deren Erkrankung nicht mehr heilbar ist. Sie werden dann als „palliativmedizinische Patienten“ bezeichnet. Die betreuenden Physiotherapeuten können in dieser Situation dazu beitragen, die Lebensqualität dieser Menschen zu verbessern oder zu stabilisieren. Das kann dadurch erfolgen, dass die Mobilität und Selbstständigkeit der Patienten so lange wie möglich unterstützt oder erhalten wird oder dadurch, dass Maßnahmen eingesetzt werden, die das subjektive Befinden verbessern, wie Massagen, Ausstreichungen oder manuelle Lymphdrainagen. Im Rahmen dieses Kapitels werden die wichtigsten Prinzipien der palliativmedizinischen Arbeit und die daraus folgenden Konsequenzen für den Physiotherapeuten erläutert.
    8. 26. Ratgeber und Merkblatt für Ödempatienten bzw. Ödemgefährdete

      Günther Bringezu
      Zusammenfassung
      Die Inhalte des „Ratgebers und Merkblattes für Ödempatienten bzw. Ödemgefährdete“ zu kennen ist bekanntlich unverzichtbarer Bestandteil der Komplexen Physikalischen Enstauungstherapie. Gerade im Hinblick auf einen weitestgehend störungsfreien und erfolgreichen Verlauf der Therapie-Serien ist der überaus gut informierte Patient wichtig. Tipps, Ratschläge, Informationen und auch die Vermittlung von sogenannten Vorsichtsmaßnahmen – etwa wenn es um die Frage geht, ob Wärmeanwendungen, Klassische Massagen oder auch andere durchblutungsfördernde Methoden anzuwenden sind – sollten eingehend begründet und den Patienten in geeigneter Weise vermittelt werden können. Bei Ödemgefährdung oder bereits bestehendem Lymphödem ist es wichtig, die Patienten umfassend zu informieren. Diese Beratung der Patienten durch den Arzt oder die behandelnden Therapeuten darf nicht unterschätzt werden, denn das Verhalten der Patienten im Alltag trägt wesentlich zum weiteren Verlauf bei.
  8. Behandlungsvorschläge bei anderen Ödemen unterschiedlicher Genese

    1. Frontmatter

    2. 27. Schwangerschaftsödem

      Günther Bringezu, Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Das Schwangerschaftsödem stellt keine eigentliche Indikation für eine Manuelle Lymphdrainage dar. Doch weil betroffene Frauen nicht selten sehr unter den Symptomen leiden, kommt es immer wieder zu einer Behandlung außerhalb der sonst üblichen ärztlichen Verordnung. Damit der Therapeut über alle Aspekte dieses Komplexes informiert ist, werden sie in diesem Kapitel ausführlich dargestellt.
    3. 28. Lipohypertrophie vs. Lipödem

      Günther Bringezu, Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Lange Zeit galten Frauen, die unter ungewöhnlich voluminösen Beinen litten, ohne dass eine der üblichen medizinischen Ursachen vorlagen, als „essungezügelt“, da man davon ausging, dass die Fettvermehrung darauf zurückzuführen sei. Erst seit wenigen Jahrzehnten wird diese Symptomatik als Krankheitsbild wahr- und ernst genommen. Dieses Kapitel zeigt den heutigen Stand der Diagnostik und Therapiemöglichkeiten auf.
    4. 29. Ödeme bei Erkrankungen des zentralen und peripheren Nervensystems

      Harald Trettin, Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Lange Zeit wurde die Ödembildung bei Patienten mit Hemiplegie, Multipler Sklerose oder auch nach Nervenverletzungen des peripheren Nervensystems wenig beachtet und zu einfach interpretiert. Unserem Co-Autor, dem Neurologen Dr. Harald Trettin, ist es zu verdanken, dass er sich diesem Thema intensiv widmete und seine eigenen klinischen Erfahrungen durch umfangreiches Literaturstudium teilweise verifizieren konnte. Dies schafft dann die Grundlage für eine physiotherapeutische Diskussion über die möglichen Therapieansätze.
  9. Weitere Indikationen für die Manuelle Lymphdrainage

    1. Frontmatter

    2. 30. Manuelle Lymphdrainage zur Behandlung verschiedener Kopfschmerzsyndrome

      Günther Bringezu, Harald Trettin
      Zusammenfassung
      Die Therapiemethode Manuelle Lymphdrainage/KPE ist als Behandlungskonzept bei lymphodynamischen Ödemen sowie bei Lymphödemen im Besonderen als unentbehrlicher Teil der Rehabilitationskonzepte akzeptiert. In der Behandlung von Kopfschmerzen allerdings gibt es derzeit noch keine verfügbaren medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse, welche die Wirksamkeit bei dieser Patientengruppe belegen können. Die Autoren stellen die Pathophysiologie der einzelnen Kopfschmerzformen den Wirkmechanismen der Manuellen Lymphdrainage gegenüber. Daraus entstand dann eigentlich erst die jeweils therapeutisch notwendige „Herangehensweise“ von Maßnahmen der Physikalischen Therapie/Physiotherapie und speziell der Manuellen Lymphdrainage. Dieses Kapitel leistet einen Beitrag, Berufsangehörige der Massage und Physiotherapie zu motivieren, sich mit dem „Terrain Kopfschmerz-Therapie“ nicht nur auseinanderzusetzen, sondern konkret mit begründbaren Therapievorschlägen aufwarten zu können.
    3. 31. Manuelle Lymphdrainage in der Dermatologie

      Bernhard Wiedenhofer
      Zusammenfassung
      In diesem Kapitel werden jene Hautkrankheiten, die in der Praxis häufig vorkommen, im Hinblick auf ihre Relevanz bezüglich der Behandlung mit Manueller Lymphdrainage untersucht.
    4. 32. Manuelle Lymphdrainage zur Behandlung der chronischen peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK)

      Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Das Beschwerdebild um die pAVK ist ein typisches Beispiel dafür, dass sich ein Indikationskatalog sowohl durch Erfahrung als auch durch klinische Studien im Laufe der Zeit erweitern kann. Nach anfänglich (1980er-und 1990er-Jahre) noch skeptisch beurteilten experimentellen Untersuchungen der Wirkung der Manuellen Lymphdrainage auf die gestörte Gewebsperfusion folgten klinische Beobachtungen und neuerliche Untersuchungen. Heute besteht Einigkeit darüber, dass sowohl in der Prophylaxe als auch in der Therapie des Symptomenkomplexes um die pAVK diese Therapieform durchaus eine Option darstellt.
    5. 33. Manuelle Lymphdrainage bei sportlichen Ausdauerleistungen (Entmüdung/Regeneration)

      Günther Bringezu
      Zusammenfassung
      Seit langem profitieren Sportphysiotherapeuten/innen von den Möglichkeiten, die ihnen die Manuelle Lymphdrainage diesbezüglich bietet. Vor allem in der Behandlung von postoperativen/posttraumatischen Schwellungen genießt diese Methode den Rang der Unentbehrlichkeit. Aber auch bei gesunden Sportlern wird die Manuelle Lymphdrainage eingesetzt, v. a. bei Regenerations- bzw. Entmüdungsmassagen (kombiniert mit den Handgriffen der Klassischen Massage). In diesem Kapitel wird zunächst das „Problem Ermüdung“ allgemein geschildert, dann werden die verschiedenen Formen der Ermüdung differenziert beschrieben. Im weiteren Verlauf wird dann konkret Stellung bezogen, wie Regenerationsbehandlungen bzw. Entmüdungsmassagen an den unteren und oberen Extremitäten ausgeführt werden. Hier wird dann auch deutlich, wie man sich dieses kombinierte Verfahren vorzustellen hat. Diese (Er-)Kenntnisse sollten u. E. zum „Grundrüstzeug“ eines jeden Sportphysiotherapeuten gehören.
    6. 34. Manuelle Lymphdrainage zur Behandlung von Obstipation

      Günther Bringezu
      Zusammenfassung
      Beschäftigt man sich intensiv mit der Behandlung von Ödemen, wird deutlich, dass gerade bei Lymphödemen der unteren Extremitäten doch relativ häufig Beschwerdebilder von Obstipationen angegeben werden. Um Lymphödeme letztlich erfolgreich behandeln zu können, sollten „Störungen der Verdauungsprozesse“ bei gleicher Gelegenheit mit beseitigt werden. Da die Beine bekanntlich über den Becken-Bauch-Raum (Richtung ductus thoracicus) lymphatisch entsorgt werden, ist es vorstellbar, dass bei Obstipationen dieser Entsorgungsweg nicht optimal verfügbar ist. Darum ist es wichtig, bei entsprechender Ödemkonstellation, auch eine geeignete Kolonbehandlung durchführen zu können. Der Leser findet in diesem Kapitel neben pathologischen/pathophysiologischen Aspekten v. a. konkrete Therapievorschläge.
    7. 35. Sind Durchblutungsförderungsmaßnahmen und Entstauungsmaßnahmen kombinierbar?

      Otto Schreiner, Bodo Richardt
      Zusammenfassung
      Im klinischen Alltag stellt sich diese Frage immer wieder. Wenn Patienten mit Schwellungen und anderen (z. B. orthopädisch bedingten) Beschwerden mit physiotherapeutischen Methoden behandelt werden sollen, taucht diese Überlegung bei kritischen Therapeuten auf. Nach Lage des heutigen Wissens über die diversen Ödemformen und der Wirkungsweise der verschiedenen Maßnahmen zur Durchblutungsförderung wird in diesem Kapitel recherchiert, welche Kombinationsmöglichkeiten bestehen und welche evtl. sogar kontraindiziert sind.
    8. 36. Die besondere Bedeutung von Manueller Lymphdrainage und Kompressionstherapie in der Physiotherapie

      Günther Bringezu, Otto Schreiner
      Zusammenfassung
      Ausgerechnet die beiden Hauptsäulen der komplexen Entstauungstherapie – die Manuelle Lymphdrainage und die Kompressionstherapie – sind nicht Gegenstand der Ausbildung von Physiotherapeuten und Masseuren, also jener Berufsgruppe, die in der Behandlung gerade damit täglich konfrontiert wird. Das Kapitel stellt quasi eine Zusammenfassung aller Erkenntnisse über die beiden Entstauungsmittel dar und stellt nochmals heraus, wann und unter welchen Bedingungen die Kenntnisse darüber hilfreich sind.
    9. 37. Befunderhebung und Dokumentation

      Günther Bringezu
      Zusammenfassung
      Befunderhebungen sind aktueller denn je und wichtiger Teil der Therapie. Mit ihnen verfügen Therapeuten von Anfang an über ausreichende Informationen bezüglich der konkreten Indikation. Somit sie idealerweise Ideengeber für das zu entwickelnde „Konstrukt Behandlungskonzept“. Nur so ist initial eine zielorientierte, mögliche Kontraindikationen ausschließende und mögliche weitere Probleme berücksichtigende Therapie gewährleistet. Das Kapitel zeigt überdies mehrere Wege bzw. Varianten der notwendigen (auch vorgeschriebenen) Dokumentation von Therapieverläufen auf – ob als Therapiebericht, fotografische Dokumentation und messbaren Erfolgskontrollen.
  10. Backmatter

Titel
Lehrbuch der Entstauungstherapie
Herausgegeben von
Günther Bringezu
Otto Schreiner
Copyright-Jahr
2020
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-60576-9
Print ISBN
978-3-662-60575-2
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-60576-9

Informationen zur Barrierefreiheit für dieses Buch folgen in Kürze. Wir arbeiten daran, sie so schnell wie möglich verfügbar zu machen. Vielen Dank für Ihre Geduld.