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21.04.2017 | Originalien | Sonderheft 2/2017

Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie 2/2017

Autofahren und Demenz

Ein Thema für die Hausarztpraxis?!

Zeitschrift:
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie > Sonderheft 2/2017
Autoren:
M.A. Dipl.-Soz.geront. Verena Leve, Katharina Ilse, Marie Ufert, Stefan Wilm, Michael Pentzek

Zusammenfassung

Hintergrund

Im Falle der häufigsten Demenzformen nimmt das Risiko für Verkehrsunfälle im Krankheitsverlauf zu. Das Ansprechen auf die Fahrtätigkeit bei Demenz-Patienten kann helfen, die Gefahr zu reduzieren und gleichzeitig die Mobilität der/des Betroffenen zu erhalten. Hausärzte/-ärztinnen sind für Angehörige und Menschen mit Demenz zentrale Ansprechpartner/-innen in medizinischen und psychosozialen Belangen. Auch in Bezug auf die Thematisierung der Fahrsicherheit wird Hausärzten/-ärztinnen eine Schlüsselposition zugeschrieben.

Ziel der Arbeit

Ermittlung von relevanten Aspekten zum Thema sowie von Unterstützungsbedarfen für die Hausarztpraxis.

Material und Methoden

Sieben Fokusgruppen mit Menschen mit Demenz, Angehörigen und Hausärzten/-ärztinnen wurden durchgeführt, um die unterschiedlichen Bedarfslagen für das hausärztliche Beratungssetting zu ermitteln. Die transkribierten Aufzeichnungen wurden in einem multiprofessionellen Team inhaltsanalytisch ausgewertet.

Ergebnisse

Insbesondere für Menschen mit Demenz sind Mobilitätseinschränkungen und Fahrverzicht mit einem Verlust an Autonomie verknüpft. Angehörige und Hausärzte/-ärztinnen erleben das Thematisieren des Autofahrens bei Demenz vor diesem Hintergrund als schwierig und mit Unsicherheiten behaftet. Herausforderungen werden v. a. beim Erkennen von fahreignungsrelevanten Einschränkungen im Praxisalltag, der Belastung der Beziehung zwischen Patient/-in und Arzt/Ärztin sowie im Hinblick auf Unsicherheiten in der hausärztlichen Rolle gesehen.
Das Einbeziehen der Angehörigen wird von Hausärzten/-ärztinnen als wesentlich für den erfolgreichen Umgang mit dem Thema Fahrsicherheit und die Entwicklung von Mobilitätsalternativen bewertet. Zur Unterstützung werden klare Kriterien für den Zeitpunkt des Ansprechens, Informationen zu Kompensationsmöglichkeiten und Mobilitätsalternativen gefordert.

Schlussfolgerung

Es bedarf einer ressourcenorientierten und partizipativen Entwicklung von Umgangsstrategien mit Mobilitätseinschränkungen in der Hausarztpraxis. Die nötige Balance zwischen Dokumentation, Aufklärung und Patientenzentrierung zu finden, stellt eine Herausforderung dar.

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Literatur
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