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29.05.2018 | Stationär | Nachrichten

Stationärer Pflege fehlen 25.000 Mitarbeiter

Wegen der Personalengpässe erfolgte laut Pflege-Thermometer 2018 in jeder fünften Einrichtung bereits ein zeitweiliger Aufnahmestopp.

Pflegerin hilft alter Frau beim Trinken  © CHW / Fotolia

Während die Statistik der Bundesagentur für Arbeit davon ausgeht, dass in der Altenpflege derzeit rund 15.000 Fachkräfte fehlen, sieht das aktuelle Pflege-Thermometer des Deutschen Instituts für angewandte Pflegeforschung e.V. (DIP) einen noch größeren Bedarf an Fachkräften: Aktuell seien rund 17.000 Stellen nicht besetzt – gerechnet in Vollzeitkräften und nur in Einrichtungen der teil- und vollstationären Pflege.

Hier sind zwar auch die Gesundheits- und Kinderpflegefachkräfte dabei (rund 2500), durch die hohen Teilzeitquoten seien insgesamt aber mindestens 25.000 weitere Personen notwendig, um die Personallücke in der stationären Pflege zu decken.

Das Institut hat für seine bundesweite, repräsentative Studie 1067 Leitungskräfte in Pflegeheimen befragt. Fast 42 Prozent gaben an, dass sie aufgrund der derzeit hohen Auslastung nur wenige oder gar keine eingestreuten Kurzzeitpflegeplätze anbieten können.

Wartelisten für die vollstationäre Langzeitpflege existieren in 71 Prozent der Einrichtungen. "In mehr als jedem fünften Betrieb erfolgte aufgrund des Personalmangels in den vergangenen drei Monaten ein zeitweiliger Aufnahmestopp", sagt Studienleiter Professor Michael Isfort.

Zusätzlich würden die Leitungskräfte gegenüber dem Vorjahr erhöhte Krankheitsausfälle und steigende Anforderungen durch Einspringen an freien Tagen wahrnehmen, berichtet Isfort. Gleichzeitig nimmt laut 81 Prozent der Studienteilnehmer die Anzahl der Heimbewohner mit komplexen medizinischen Problemlagen zu. In rund zwei Drittel der Einrichtungen ist der Anteil der Bewohner mit kognitiven Einschränkungen deutlich gestiegen.

Kein Wunder, dass über die Hälfte der Befragten Bewohner mit "herausfordernden Verhaltensweisen" als einen der Hauptbelastungsgründe für die Mitarbeiter nennt. Knapp 50 Prozent empfinden die aufwendige Angehörigenarbeit als zunehmende Belastung. Gewalt gegenüber Gesundheitsberufen ist auch in den Heimen Thema: Über 42 Prozent der Befragten geben an, dass dies in ihren Einrichtungen relevant ist.

Die Studie wurde von der B. Braun-Stiftung und vom Pflegelotsen des Verbands der Ersatzkassen unterstützt. (reh)

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