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24.06.2021 | Sars-CoV-2 | Nachrichten

Nähe am Lebensende auch in Pandemien ermöglichen

Schwerstkranke und sterbende Menschen waren von Besuchseinschränkungen in der Pandemie ganz besonders betroffen. Selbst in der letzten Phase ihres Lebens blieben viele allein. Eine nationale Strategie soll solche Situationen künftig verhindern.

In 16 Studien hat der Forschungsverbund PallPan mehr als 1.700 Betroffene, Versorgende und Verantwortliche im Gesundheitssystem nach ihren Erfahrungen in der Pandemie befragt. Demnach wurden die fehlenden Begleitmöglichkeiten von Betroffenenen wie Angehörigen als "sehr schmerzvoll und häufig traumatisierend" erlebt.

Mit konkreten Handlungsempfehlungen, reagiert der PallPan-Verbund auf diese Ergebnisse. Sie bilden das Herzstück der am Dienstag vorgestellten "Nationalen Strategie für die Betreuung von schwerkranken und sterbenden Menschen und ihren Angehörigen in Pandemiezeiten".

Einzelfallentscheidungen nutzen

Im Hinblick auf Patienten und Angehörige sei es künftig wichtig, Nähe am Lebensende auch in einer Pandemie zu ermöglichen. "Hierfür braucht es abgewogene Besuchsregelungen für Einrichtungen wie Krankenhäuser und Pflegeeinrichtungen, aber auch einen rechtlichen Rahmen, den die Politik schaffen muss", hieß es aus dem Forschungsverbund. Einzelfallentscheidungen und klar definierte Ausnahmeregelungen sollten überall genutzt werden. Sie hätten sich als praktikable und hilfreiche Strategie bewährt.

Mitarbeitende besser unterstützen

Auch für die Mitarbeitenden in der Patientenversorgung muss aus Sicht des Forschungsverbundes mehr getan werden. Sie seien zunächst vor allem ausreichend vor Infektionen zu schützen. Notwendig seien aber auch grundlegende palliativmedizinische Kenntnisse und psychosoziale Unterstützung.

„Auch in Pandemiezeiten stehen schwerkranken und sterbenden Menschen eine gute Symptombehandlung und würdevolle Begleitung im Einklang mit dem Patientenwillen zu", betonte Professor Steffen Simon einer der beiden Koordinatoren des PallPan-Verbundes. Das gelte gleichermaßen für Infizierte wie für Nicht-Infizierte. "Hier brauchen die Versorgenden in der erhöhten Belastung einer Pandemie mehr Unterstützung", so Simon weiter.  Bereits im März hatte ein Bündnis unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) Entlastungsangebote für Mitarbeitende im Gesundheitswesen angemahnt. 

Palliativstationen müssen offen bleiben 

Weiterhin muss aus Sicht des PallPan-Verbunds dafür gesorgt werden, dass palliativmedizinische Versorgungsstrukturen „auch und gerade in der Pandemie“ arbeitsfähig bleiben. Gegebenenfalls sei sogar eine Erweiterung ambulanter und stationärer palliativmedizinischer Dienste erforderlich. „Palliativstationen dürfen in einer Pandemie nicht geschlossen werden“, so der Appell von Professorin Claudia Bausewein, ebenfalls Koordinatorin des PallPan-Verbundes und Präsidentin der DGP. 

Das PallPan-Konsortium ist Teil des Netzwerks Universitätsmedizin (NUM), das in der COVID-19- Pandemie Daten, Erkenntnisse, Maßnahmenpläne und Behandlungsstrategien zusammenführt und auswertet. (ne)


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