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12.03.2020 | Sars-CoV-2 | Nachrichten

Corona-Krise: Ambulante Pflege braucht Handlungshinweise

Der Berliner AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG) fordert in der Corona-Krise klare Handlungshinweise und den sofortigen Stopp jeglicher unnötiger Belastungen. Personelle Reserven in der Pflege werden dringend benötigt.

Neuer Inhalt © privatThomas Meißner, Gründungs- und Vorstandsmitglied AnbieterVerband qualitätsorientierter Gesundheitspflegeeinrichtungen e.V. (AVG) 

„Die Institutionen des Pflege- und Gesundheitswesens sind in der größten Krise völlig abgetaucht“, mahnte heute in Berlin Thomas Meißner, Vorstandsmitglied des AVG. Im Gegensatz zu den Krisenmaßnahmen und wichtigen Informationen der Sozial- und Gesundheitsministerien der Länder sowie insbesondere denen des Bundesgesundheitsministeriums und des Robert Koch-Instituts hört man von anderen wichtigen Entscheidungsträgern im Bund und in den Ländern nichts.

Große Ängste bei Ambulanten Diensten

Im Umgang mit dem Coronavirus in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen fordert Meißner insbesondere die Pflege- und Krankenkassen, die Medizinischen Dienste der GKV und PKV zur aktiven Mithilfe bei der Bekämpfung der sich durch das Coronavirus in der Pflege abzeichnenden Krisensituation auf. „Das Coronavirus stellt eine ernste Bedrohung der Versorgungssicherheit im Pflege- und Gesundheitsbereich dar, und von den Kranken- und Pflegekassen hört man nichts. Die ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen haben große Ängste im Umgang mit dem Virus und den sich daraus ergebenden Folgen. Die Dienste stehen unter enormem Stress und stellen sich die Frage, wie eine Versorgung auch dann sichergestellt werden kann, wenn Patienten, Pflegebedürftige sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen sind.“ Mittelständische Unternehmen bangen auch um ihre Existenz. Hier braucht es dringend klare, verlässliche und unkomplizierte Regelungen.

Prüftätigkeiten einstellen

Der AVG fordert mit sofortiger Wirkung jegliche im Moment unnötigen Belastungen für die Pflegeeinrichtungen, zu denen auch Prüftätigkeiten der Institution gehören, einzustellen. Weiter fordert der AVG, dass pflegefachlichen Mitarbeiter der genannten Institutionen des Pflege- und Gesundheitswesens wie auch die der Heimaufsichtsbehörden für die Beratung der ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen vollumfänglich zur Verfügung gestellt werden, auch als personelle Reserve zur Deckung von Versorgungsengpässen.

Meißner fordert darüber hinaus Informationen für den Umgang mit dem Virus in der Pflege, wenn ein Verdacht auf das Coronavirus besteht oder die Krankheit ausbricht. Weiter muss die Versorgung mit Mundschutz und Desinfektionsmitteln für die Direktversorger sichergestellt werden.

Gegenüber der Fachzeitschrift HEILBERUFE sagte Meißner darüber hinaus: „Nach der Krise muss es eine klare Auswertung geben. Wer hat gute, praxisorientierte Arbeit gemacht und wer nicht. Daraus müssen dann die richtigen Schlüsse gezogen werden.“ (how)

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