Skip to main content
main-content

2019 | Physiotherapie | Buch

Die Geschichte der Physiotherapie

Von der antiken Heilgymnastik zum modernen Gesundheitsberuf

verfasst von: Paul Geraedts

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

Buchreihe : essentials

insite
SUCHEN

Über dieses Buch

Dieses essential zeigt die Entwicklung der Medizinischen Gymnastik von der Antike bis heute. Dabei wird erläutert, welche wichtige Rolle Bewegung schon immer in der Orthopädie gespielt hat. Zusätzliche passive Verfahren wurden dabei immer als Alternativen postuliert und drohten mehrmals, die Bewegungstherapie zu verdrängen. Etabliert haben sich dabei lediglich die Konzepte, die sich langfristig auf aktive Bewegung stützen. Auch die Frage, in welcher Disziplin die medizinische Gymnastik angesiedelt ist, wird betrachtet. Dies ist nicht unerheblich bei der Diskussion um den Stellenwert der Physiotherapie, die durch die derzeitige Akademisierung eine neue Dimension erhält.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
Kapitel 1. Medizinische Gymnastik – das älteste Therapiemittel
Zusammenfassung
Viele Verfahren der Übungsbehandlung und medizinisches Training liegen in ihrem Ursprung weit zurück. Gymnastik zu medizinischen Zwecken hat es wahrscheinlich schon seit der frühesten Geschichte der Menschheit gegeben. Schon der britische Orthopäde James Cyriax konstatierte, dass medizinische Gymnastik dieser oder jener Art seit frühesten Zeiten als Therapiemittel angewandt würde, und sie sei ohne Zweifel so alt wie das Menschengeschlecht selbst.
Paul Geraedts
Kapitel 2. Movement Cure – Schwedische Heilgymnastik
Zusammenfassung
Die sogenannte schwedische Gymnastik ersetzte die ungeregelte Gymnastik GutsMuths und das politische Turnen Jahns und Spieß’.
Paul Geraedts
Kapitel 3. Kinesiatrik – Bewegung stellt das wesentliche und hauptsächlichste Heilmoment dar
Zusammenfassung
Der schwedischen Heilgymnastik stand in Deutschland von Anfang an das deutsche Turnen, begründet von Jahn und Spieß, als Alternative gegenüber. Auf Basis des deutschen Turnens entwickelte der praktische Arzt und Privatdozent für Innere Medizin und Heilmittellehre an der Universität Leipzig Daniel Gottlieb Moritz Schreber (1808–1861) sein Konzept des Heilturnens. Er nannte es Kinesiatrik, das als Heilgymnastik das deutsche Pendant zur schwedischen Heilgymnastik wurde.
Paul Geraedts
Kapitel 4. Romantik, Halbwissen und Marktwirtschaft begründen die Heilgymnastik
Zusammenfassung
Neben Verfechtern der schwedischen Heilgymnastik, gab es auch Kritiker. Hermann Eberhard Richter, seit 1837 Professor sowohl für allgemeine und spezielle Pathologie, Therapie sowie Arzneimittellehre und Direktor der inneren Poliklinik an der medizinisch-chirurgischen Akademie in Dresden, hielt angeblich die Heilgymnastik allgemein für sehr wichtig und schätzte sie grundsätzlich positiv ein. Seine Kritik richtete sich hauptsächlich gegen den praktischen Betrieb der schwedischen Heilgymnastik in Deutschland.
Paul Geraedts
Kapitel 5. Bewegungstherapie als Kassenleistung
Zusammenfassung
Die Ende des 18. Jahrhunderts eingeführte Sozialgesetzgebung führte zu einer grundlegenden Verbesserung der medizinischen Versorgung der deutschen Bevölkerung. Krankenversicherungs- und Unfallversicherungsgesetze garantierten die Übernahme von Behandlungskosten und Zahlung von Krankengeld sowie die finanzielle Unterstützung bei unfallbedingter Krankheit des Arbeitnehmers. Endlich eröffnete sich für den Großteil der deutschen Bevölkerung die reelle Chance auf notwendige medizinische Therapien.
Paul Geraedts
Kapitel 6. Gerätegestützte Heilgymnastik – Mit- oder Gegenspieler der therapeutischen Hand
Zusammenfassung
Wilhelm Schulthess-Wyder (1855–1917), ein Schweizer Internist und Pädiater, der sich der Behandlung von Skoliosen widmete, entwickelte um 1890 verschiedene Zeichenmaschinen, um Wirbelsäulendeformitäten besser vermessen und visualisieren zu können. Auf Basis dieser Zeichnungen konstruierte er, im Zeitalter der Mechanisierung der Orthopädie angelangt, Maschinen, die genau lokalisier- und einstellbare Bewegungen ermöglichten und daher den Therapeuten ersetzen sollten. Die beachtliche Anzahl von Maschinen machten ihn zu einem der bedeutendsten Vertreter auf dem Gebiete der Mechanotherapie, bei der Wirbelsäulenverkrümmungen, so gut wie irgend möglich, passiv korrigiert werden und der Patient nun in dieser korrigierten Stellung aktiv die passiven Korrekturen zu verbessern sucht.
Paul Geraedts
Kapitel 7. Auch im Säuglings-, Kindes- und Jugendalter funktioniert jedes menschliche Organ besser mit Bewegung
Zusammenfassung
Einen weiteren Beitrag, um in Deutschland Leibesübungen insbesondere für Jugendliche fest zu verankern, leistete in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Anatom Prof. Dr. Richard Zander, Mediziner und Bruder von Gustav Zander, dem berühmten Erfinder des gerätegestützten Turnens (Medico-Mechanotherapie). Er plädierte mit intensivem und nachhaltigem Engagement dafür, dass die Leibesübung „[…] eine liebe Gewohnheit wird, einen Teil ihrer Erholungszeit täglich körperlichen Übungen zu widmen.“ Er wies darauf hin, dass es „[…] Pflicht der Erzieher ist, […] daß die heranwachsende Jugend ihre in der Entwicklung begriffene Muskulatur zweckmäßig ausbilde“.
Paul Geraedts
Kapitel 8. Heilgymnastik als Frauenberuf
Zusammenfassung
1903 eröffnete in Kiel der deutsche Arzt Johann Hermann Lubinus eine heilgymnastische Lehranstalt für Frauen, die er bis 1926 in den theoretischen Fächern selbst unterrichtete. Die Entscheidung Lubinus’, ausschließlich Frauen auszubilden, machten den Beruf des Heilgymnasten damit zu einem Frauenberuf. Noch heute werden in der Bundesrepublik Deutschland, anders als in anderen europäischen Ländern, überwiegend Frauen als Krankengymnast/in ausgebildet.
Paul Geraedts
Kapitel 9. Krankengymnastik und Physiotherapieausbildung
Zusammenfassung
Erst 1949 wird in Bad Soden/Taunus der erste deutsche Verband für Krankengymnastik gegründet, der heutige Deutsche Verband für Physiotherapie – Zentralverband der Physiotherapeuten (ZVK e. V.) Am 1. Juli 1958 trat nach neunjähriger Beratung das erste bundeseinheitliche Berufsgesetz über die Ausübung der Berufe des Masseurs/medizinischen Bademeisters und des Krankengymnasten (MPhG) in Kraft, welches erst 1994 erneuert wurde. Der Begriff „Krankengymnastik“ ist inzwischen durch die modernen Anforderungen physiotherapeutischer Verfahren überholt. Eine Novellierung der Berufsgesetze im Jahr 1994 änderte den allgemeinen Sprachgebrauch: Krankengymnasten heißen von nun an Physiotherapeuten.
Paul Geraedts
Backmatter
Metadaten
Titel
Die Geschichte der Physiotherapie
verfasst von
Paul Geraedts
Copyright-Jahr
2019
Electronic ISBN
978-3-658-23605-2
Print ISBN
978-3-658-23604-5
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-23605-2