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Medizin und muslimischer Glaube

Eine Bestandsaufnahme religiös bedingter Besonderheiten beim Patienten

Über dieses Buch

Der Blick der deutschen Mehrheitsgesellschaft auf das Themenfeld Medizin ist weitgehend säkular.

Menschen muslimischen Glaubens stellen hingegen die Begriffe „Gesundheit“ und „Krankheit“ sowie ihre Haltungen und Erwartungen gegenüber medizinischen Interventionen und dem gegenseitigen Verhältnis von Arzt und Patient häufig direkt in religiöse Zusammenhänge. Daraus ergeben sich spezifische Bedürfnisse und Erwartungen, die gläubige muslimische Patienten sowohl von christlichen als auch von säkular eingestellten Menschen unterscheiden. Dieses essential zeigt anhand einer Reihe von Einzelinterviews Facetten der Rolle religiöser Überzeugungen muslimischer Patienten für den Umgang mit Krankheit, Medizin und dem Gesundheitssystem. Er wendet sich an Ärzte und medizinisches Personal ebenso wie an Laien mit einem Interesse an interreligiösen und interkulturellen Fragen.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. Kapitel 1. Einleitung. Gesundheit und Krankheit und religiöse Prägungen

    Andreas Scheib
    Zusammenfassung
    In der Frühen Neuzeit findet in den sogenannten westlichen Kulturen – das bedeutet in dem Kulturraum, der rechtsgeschichtlich durch die römischen, philosophisch durch die griechischen und religionsgeschichtlich durch die christlichen Traditionen geprägt ist – die Aufklärung statt, in deren Rahmen religiöse und theologische Sichtweisen aus wissenschaftlichen Kontexten weitgehend ausgeklammert werden. Im Zuge dieser Ausklammerung findet eine Naturalisierung des Welt- und Menschenbildes statt, die vor allem von eminenter Bedeutung für die Medizin und deren Weiterentwicklung ist. Für den überwiegenden Großteil westlich sozialisierter Menschen – in unserem Kontext: Wissenschaftler, behandelnde Ärzte und Patienten – spielen religiöse Überzeugungen beziehungsweise theologisch motivierte Erklärungsansätze im Themenfeld ‚Medizin‘ deshalb heute keine nennenswerte Rolle mehr.
  3. Kapitel 2. Interviews

    Andreas Scheib
    Zusammenfassung
    Es wurden Befragungen durchgeführt, in denen Menschen – Bürgerinnen und Bürger, die immer auch Patienteninnen und Patienten sind, sowie Akteure des Gesundheitswesens – mit und ohne Migrationshintergrund auf ihr Verständnis und ihre Vorstellungen von den Zuständen der „Gesundheit“ und „Krankheit“, vom Vorgang einer „Heilung“ sowie von den Rollen von „Arzt“ und „Patient“ hin befragt wurden. Dadurch soll, abseits von allgemein und theoretisch gehaltenen Grundlagenbestimmungen, konkret dargestellt werden, wie die Selbsteinschätzung von vor allem muslimischen Patienten hinsichtlich ihrer Vorstellungen von Gesundheit und Krankheit differiert und welche Erwartungen, Hoffnungen oder auch Befürchtungen sie mit ihrer Interaktion mit Ärzten und ihrem Behandlungsersuchen verbinden.
  4. Kapitel 3. Christliches, islamisches und säkular-westliches Medizinverständnis

    Andreas Scheib
    Zusammenfassung
    Im folgenden sind, in aller Kürze, einige wenige Grundzüge des christlichen, des muslimischen und des säkular-westlichen Verständnisses von Medizin und medizinischen Interventionen einander gegenüberzustellen, die den theoretischen Hintergrund bilden, vor dem sich die bislang in ihrer konkret-lebensweltlichen Ausformung geschilderten Haltungen und Einstellungen auffalten.
  5. Kapitel 4. Fazit. Ausblick und Handlungsempfehlungen

    Andreas Scheib
    Zusammenfassung
    Der Islam fungiert im Bewusstsein vieler Muslime als gemeinsames identitätsstiftendes Merkmal einer ansonsten inhomogenen Gruppe mit Migrationshintergrund. Die Durchdringung der Lebenswelt dieser Menschen durch religiöse Überzeugungen und Annahmen ist ein prägendes Merkmal, das in städtischen Gesellschaften mit einem signifikant hohen Anteil von muslimischen Bürgern hohe Relevanz besitzt. Aber das islamische Weltbild ist im wesentlichen auch das Produkt seiner frühmittelalterlichen Entstehungszeit und von dieser entsprechend thematisch geprägt.
  6. Backmatter

Titel
Medizin und muslimischer Glaube
Verfasst von
Andreas Scheib
Copyright-Jahr
2021
Electronic ISBN
978-3-658-34457-3
Print ISBN
978-3-658-34456-6
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-34457-3

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