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08.08.2017 | Hygiene | Nachrichten

Keimschleuder in der Küche

Gebrauchte Küchenschwämme sind eine wahre Brutstätte für Keime. Vor allem in Pflegeeinrichtungen sollten sie deshalb regelmäßig entsorgt werden.

© lexuss / Fotolia

Gebrauchte Küchenschwämme sind eine wahre Brutstätte für Keime. Vor allem in Pflegeeinrichtungen sollten sie deshalb regelmäßig entsorgt werden.

Besonders schön sind Küchenschwämme selten. Jetzt untersuchte ein Team um Professor Markus Egert, wie es mit ihrer Keimbelastung aussieht. Im Rahmen einer Studie nahmen die Forscher aus Furtwangen, Gießen und München 14 gebrauchte Küchenschwämme unter die Lupe. Darin entdeckten sie 362 verschiedene Arten von Bakterien, wie sie in der Zeitschrift „Scientific Reports“ berichten. Fünf der zehn am häufigsten gefundenen Keime können Krankheiten auslösen.

Aus Sicht der Forscher besonders bedenklich: In Schwämmen, die regelmäßig gereinigt wurden, etwa in der der Mikrowelle oder durch Auswaschen, war der Anteil potentiell pathogener Keime besonders hoch. Sie gehen davon aus, dass dadurch die Keimzahl zwar kurzfristig sinkt, in den schnell wieder hoch wachsenden Bakteriengemeinschaften dann aber die potentiellen Krankheitserreger dominieren.

Zu den hohen Bakterienkonzentrationen tragen aber auch die besonderen „Lebensbedingungen“ im Küchenschwamm bei: Eine große innere Oberfläche, Feuchtigkeit und Lebensmittelrückstände bieten Mikroorganismen ideale Wachstumsbedingungen, erklären die Forscher.
Vor allem in sensiblen Umgebungen sehen sie Infektionsrisiken. Etwa in Krankenhäusern, Altenheimen oder bei der Pflege zu Hause, wenn dort Menschen mit geschwächtem Immunsystem leben. Anstatt Küchenschwämme häufig zu reinigen, sollten sie wöchentlich ausgetauscht werden.