Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Artikel dieser Ausgabe durch Wischen aufrufen

01.10.2012 | Originalien | Ausgabe 7/2012

Notfall +  Rettungsmedizin 7/2012

Einfluss der Basisreanimationsmaßnahmen durch Laien auf das Überleben nach plötzlichem Herztod

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin > Ausgabe 7/2012
Autoren:
Dr. J.-T. Gräsner, J. Wnent, I. Gräsner, S. Seewald, M. Fischer, T. Jantzen
Wichtige Hinweise
Ergänzender Hinweis: Die Arbeit enthält wesentliche Teile der Dissertation von Imola Gräsner.

Zusammenfassung

Hintergrund

Basismaßnahmen durch Laien sollen das therapiefreie Intervall nach einem plötzlichen Herztod verkürzen und somit die Überlebensrate dieser Patienten steigern. Die Bereitschaft, Basismaßnahmen durchzuführen, variiert stark und ist von zahlreichen Einflussfaktoren abhängig. Die vorliegende Studie untersucht die Rahmenbedingungen, unter denen Laien mit Basisreanimationsmaßnahmen beginnen und den Einfluss dieser Maßnahmen auf den primären Reanimationserfolg.

Methoden

Retrospektive Analyse von 11.788 prospektiv-erfassten Patientendaten nach plötzlichen Herztod aus dem Deutschen Reanimationsregister im Zeitraum 1/2004 bis 7/2011. Die deskriptive Statistik erfolgte mittels χ2-Tests, Mann-Whitney-Tests für nichtparametrische Tests und des exakten Tests nach Fisher.

Ergebnisse

Bei Patienten mit beobachtetem Kreislaufstillstand (n = 5659) wurde im Vergleich zu Patienten, bei denen dieser nicht beobachtet wurde, signifikant häufiger mit Basismaßnahmen durch Bystander begonnen (p < 0,01; OR 4,19; 95%-CI 3,70–4,67). Diese Patienten erlangten häufiger einen Eigenkreislauf (ROSC) und wurden häufiger in ein Krankenhaus eingeliefert (jeweils p < 0,01). Die Inzidenz von Basismaßnahmen durch Bystander war in der Gruppe der unter 20 Jahre alten Patienten am höchsten (24%) und bei Patienten über 80 Lebensjahren am geringsten (12%). Basismaßnahmen wurden trotz Beobachtung in häuslicher Umgebung durch Bystander seltener durchgeführt als an öffentlichen Orten (p < 0,01; OR 0,37; 95%-CI 0,33–0,42). Unter Berücksichtigung aller bekannten Rahmenbedingungen zum Zeitpunkt eines plötzlichen Herztodes konnte das Überleben der Patienten durch Basismaßnahmen jedoch nur geringfügig gesteigert werden (OR 1,26; 95%-CI 1,06–1,49)

Schlussfolgerung

Laien beginnen mit Maßnahmen unabhängig vom Beobachtungsstatus häufiger bei jüngeren Patienten und am Arbeitsplatz. Die Effektivität der Basismaßnahmen im Hinblick auf ROSC ist insgesamt jedoch nur gering ausgeprägt, sodass bei einer Beobachtungsrate eines plötzlichen Herztodes von fast 50%, aber einer geringen Inzidenz von Basismaßnahmen durch Laien Veränderungen sowohl in der Aufklärung der Bevölkerung als auch in der Häufigkeit und Art der Schulung von Laien notwendig sind.

Bitte loggen Sie sich ein, um Zugang zu diesem Inhalt zu erhalten

Sie möchten Zugang zu diesem Inhalt erhalten? Dann informieren Sie sich jetzt über unsere Produkte:

Notfall + Rettungsmedizin

Print-Titel

• Praxisorientierte Leitthemen für die optimale Behandlung von Notfallpatienten

• Interdisziplinäre Ansätze und Konzepte

• Praxisnahe Übersichten, Fallberichte, Leitlinien und Empfehlungen

Literatur
Über diesen Artikel

Weitere Artikel der Ausgabe 7/2012

Notfall +  Rettungsmedizin 7/2012 Zur Ausgabe