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09.11.2022 | Weiterbildung | Nachrichten

DGN stellt neurologische Pflege-Curricula vor

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Als Antwort auf den Fachkräftemangel hat die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) fünf neurologische Pflege-Curricula erstellt. Sie sollen eine Spezialisierung für Pflegende „bewältigbar“ und „attraktiv“ machen.

© FatCamera / Getty Images / iStockMit fünf Weiterbildungskursen will die DGN eine Spezialisierung für Pflegende in der Neurologie attraktiv machen. Kommunikation ist dabei ein Schwerpunkt.

Zusammen mit Partner-Fachgesellschaften hat die DGN fünf  Weiterbildungskurse für Pflegefachpersonen konzipiert. Die Curricula umfassen die Bereiche

  • Schlaganfall
  • Parkinson
  • Epilepsie
  • Multiple Sklerose und
  • Demenz.

Die Kurse richten sich laut DGN an Pflegende, die in der Neurologie bereits Fuß gefasst haben und sich weiterqualifizieren wollen. Größeres strategisches Ziel sei es, den Fachbereich Neurologie für die Pflegenden „bewältigbar“ und „attraktiver“ zu machen, teilte die Fachgesellschaft am 4. November mit. Die modularen Ausbildungen seien jeweils so organisiert, dass jede Weiterbildung in 6 bis 12 Monaten abgeschlossen werden könne.

Pflegerisches Spezialwissen gefordert

„Neurologie ist Teamarbeit“, begründete Waltraud Pfeilschifter, Sprecherin der DGN-Kommission „Interprofessionelle Zusammenarbeit in der Neurologie“ das Engagement der Fachgesellschaft im Bereich der Pflegefortbildung. Trotz einer Vielzahl an neurologischen Fortbildungsmöglichkeiten, gebe es noch wenig für die Berufsgruppe Pflege. Daher seien die Curricula zusammen mit Pflegedidaktikern und verschiedenen Pflege-Weiterbildungsstätten entwickelt worden.

Pfeilschifter verwies auf den häufig sehr spezifischen, individuellen Pflegebedarf von Patienten in der Neurologie, der besondere Herausforderungen für die Planung des Pflegeprozesses in sich birgt. Es sei daher wichtig, spezielle Curricula anzubieten. Hinzu komme die große Bandbreite und schnelle Entwicklung des Fachs. Bei der Vielzahl von neuen Medikamenten und Therapieformen sei es auch für Pflegende schwierig, nicht den Überblick zu verlieren. Beispielsweise unterscheide sich die Pflege auf einer MS-Station „elementar“ von der auf einer Stroke Unit, so die Expertin.

Mit den Curricula will die DGN Pflegefachkräfte dabei unterstützen, inhaltlich Schritt zu halten und ihnen gleichzeitig eine Perspektive geben, um ihre Karriere durch „besondere Qualifikationen positiv zu entwickeln".

Pflegende in der Neurologie - eine Schlüsselrolle

Wichtig sei es zu erlernen, was die jeweiligen Krankheitsbilder ausmache, sowie die wesentlichen Aspekte der Therapie und des Nebenwirkungsmanagements, erläuterte Pfeilschifter. Um Nebenwirkungen frühzeitig zu erkennen, müssten Pflegende wissen, welche unter der Therapie auftreten könnten, wie sie sich bemerkbar machten und wie vorgebeugt werden könnte. Auch die in den Ausbildungsplänen verankerten Hospitationen sind aus Sicht von Pfeilschifter ein wichtiger Baustein.

Einen weiteren Schwerpunkt legen die DGN-Curricula auf das Thema Kommunikation. Pflegenden kommt hier eine Schlüsselrolle zu, weiß die Neurologin. Oft seien sie es, denen sich die Patient*innen zuerst anvertrauten. Zudem würden sie nicht selten als „Übersetzer zwischen Ärztinnen und Ärzten und den Kranken fungieren. Pfeilschifter betont:

„Durch den engeren Kontakt haben Pflegende oft ein viel feineres Ohr für Zwischentöne und Sorgen und bekommen mehr mitgeteilt. Gleichzeitig können sie das, was Ärztinnen und Ärzte den Betroffenen sagen, vermitteln bzw. ‚übersetzen‘, wofür fachliche Kompetenz einfach unverzichtbar ist. Auch dafür ist die Fortbildung wichtig.“ (ne) 

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