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05.07.2021 | Originalien Open Access

Vorbereitung auf eine differenzierte Hämotherapie nach Trauma – Ergebnisse einer Befragung deutscher Kliniken

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin
Autoren:
Dr. med. C. Jänig, W. Schmidbauer, A. G. Willms, M. Maegele, G. Matthes, T. Grübl, C. Jaekel, E. Kollig, D. Bieler, Sektion Notfall‑, Intensivmedizin und Schwerverletztenversorgung der DGU (Sektion NIS)
Wichtige Hinweise

Zusatzmaterial online

Die Online-Version dieses Beitrags (https://​doi.​org/​10.​1007/​s10049-021-00912-x) enthält den zugrunde liegenden Online-Fragebogen. Beitrag und Zusatzmaterial stehen Ihnen auf www.​springermedizin.​de zur Verfügung. Bitte geben Sie dort den Beitragstitel in die Suche ein, das Zusatzmaterial finden Sie beim Beitrag unter „Ergänzende Inhalte“.

Zusammenfassung

Hintergrund

Die unkontrollierte Blutung ist weiterhin eine führende potenziell vermeidbare Todesursache im Rahmen schwerer Verletzungen.

Ziel der Arbeit

Die vorliegende Arbeit hat zum Ziel, die Vorbereitung für eine differenzierte Hämotherapie im Rahmen der Schwerstverletztenbehandlung in Kliniken verschiedener Versorgungsstufen innerhalb der Struktur des TraumaNetzwerks der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU)® zu evaluieren.

Material und Methoden

Anhand einer Online-Umfrage wurden gezielt Diagnose- und Therapiestrategien sowie vorhandene Ressourcen innerhalb der Kliniken erfragt. Im Rahmen einer Subgruppenanalyse sollte festgestellt werden, ob es Unterschiede in Bezug auf infrastrukturelle Voraussetzungen und diagnostisches bzw. therapeutisches Vorgehen innerhalb der Versorgungsstufen des TraumaNetzwerks DGU® gibt.

Ergebnisse

Massivtransfusionsprotokolle (MTP) bestehen in 75 % der Kliniken. Die Aktivierung erfolgt i. d. R. durch den Trauma-Leader (62 %). In 63 % erfolgt die Aktivierung aufgrund einer Anforderung aus der Präklinik. Als Transfusionstrigger werden ein positives FAST (80 %) und ein Pulsdruck < 45 mm Hg (60 %) angegeben. In 50 % der Kliniken existiert kein starres Transfusionsverhältnis der einzelnen Blutkomponenten. Überregionale Traumazentren (ÜTZ) bekommen im Vergleich zu regionalen Traumazentren (RTZ) und lokalen Traumazentren (LTZ) angeforderte Blutprodukte frühzeitiger (p 0,025).

Diskussion

Der massive Blutverlust ist ein seltenes Ereignis, welches mit einer hohen Letalität vergesellschaftet sein kann. MTP bilden die Grundlage für eine frühe Therapie der traumainduzierten Koagulopathie und tragen zur Verbesserung der Überlebenschancen der Patienten bei. Es existiert ein deutlicher Unterschied in den diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten in den einzelnen Versorgungsebenen. ÜTZ verfügen mehrheitlich über die umfangreichsten Optionen, gefolgt von RTZ und LTZ.
Zusatzmaterial
Literatur
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