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01.03.2016 | Originalien | Ausgabe 2/2016

Notfall +  Rettungsmedizin 2/2016

Strukturiertes Team-Feedback bei der Reanimation

Ein Verfahren zur Verbesserung der Versorgungsqualität beim präklinischen Kreislaufstillstand

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin > Ausgabe 2/2016
Autoren:
PD Dr. C. Kill, D. Rupp, H. Hartmann, Dr. E. Wranze, M. Müller, Dr. B. Plöger

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Leitlinien zur Reanimation empfehlen Algorithmen für Basic und Advanced Life Support, die genaue Zeitpunkte für Prozeduren und Medikamentengaben definieren. In der Realsituation einer Reanimation kann die Umsetzung dieser Vorgaben erschwert sein, und Abweichungen werden vom Team oftmals selbst gar nicht wahrgenommen. Wir untersuchten die Auswirkungen der Einführung eines strukturierten Team Feedbacks nach Reanimation im Rettungsdienst auf die Einhaltung von Leitlinienvorgaben.

Methoden

In einem Rettungsdienstbereich mit etwa 251.800 Einwohnern wurde ein strukturiertes Team-Feedback nach Reanimation implementiert. Das Feedback erfolgte durch externes Review des elektronischen Einsatzprotokolls sowie des internen Gerätespeichers des Notfalldefibrillators zur Erhebung von Kenngrößen zu Maßnahmen. Ein detaillierter Rückmeldebogen mit den individuellen Ergebnissen im Vergleich mit den Leitlinienvorgaben wurde jedem Teammitglied binnen 2 Tagen zugesandt. Die Daten seit Einführung 01.02.2014 bis 30.04.2015 wurden bezüglich Einhaltung messbarer Kenngrößen der Leitlinienvorgaben ausgewertet. Zur Zeitabfolge bei der Defibrillation und der Adrenalindosierung erfolgte der Vergleich mit den Leitlinienvorgaben für die ersten und letzten 3 Monate anhand U-Test; alle Ergebnisse als Median (25/75 %-Perzentilen).

Ergebnisse

Eingeschlossen wurden 283 Fälle, ROSC („return of spontaneous circulation“) erzielt in n = 119 (41,1 %). Hands-off-Zeit: 11,9 %(8,7/16 %); längste Unterbrechung CPR: 22(14/32)s; 12-Kanal-EKG nach ROSC: n = 72 (60,5 %). Ergebnisse erster vs. letzter Zeitraum: Zeit bis 1. Defibrillation (n = 17): 149(81/249)s vs. 107(85/191)s, p = 0,96; Zeit 1.–2. Defibrillation (n = 13): 222(129/536)s vs. 159(134/231)s, p = 0,72; Zeit 2.–3. Defibrillation (n = 11): 179(123/441)s vs. 134(110/216), p = 0,42. Adrenalindosis (n = 81): 0,92 mg/5 min(0,61/1,31 mg/5 min) vs. 1,19 mg/5 min(0,93/1,8 mg)/5 min, p = 0,02.

Schlussfolgerungen

Strukturiertes Team-Feedback kann die Einhaltung von Leitlinienvorgaben in der Praxis aufzeigen. Während die Zeit bis zur ersten Defibrillation meistens leitlinienkonform erfolgte, überstieg die Zeit bis zur 3. Defibrillation die Vorgaben in allen Zeiträumen deutlich. Die korrekte Adrenalindosierung konnte im Verlauf des Projekts signifikant verbessert werden.

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Notfall + Rettungsmedizin

Print-Titel

• Praxisorientierte Leitthemen für die optimale Behandlung von Notfallpatienten

• Interdisziplinäre Ansätze und Konzepte

• Praxisnahe Übersichten, Fallberichte, Leitlinien und Empfehlungen

Literatur
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