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13.12.2017 | Demenz | Nachrichten

Bauernhof als Ort der Erinnerung für Demenzkranke

Alzheimergesellschaft und Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein kooperieren bei einem preisgekrönten Pflegeprojekt für Demenzpatienten.

Bauernhof (Symbolbild) ©  wundervisuals / Getty Images / iStockWeckt alte Erinnerungen: In Schleswig-Holstein haben erste Bauernhöfe spezielle Angebote für Demenzkranke entwickelt.

Vogelnester entdecken, Blumen pflücken, Tiere füttern oder einfach Natur beobachten: Die Eindrücke auf einem Bauernhof sind vielfältig, können für Menschen mit Demenz wertvoll sein und Erinnerungen wecken.

In Schleswig-Holstein haben erste Bauernhöfe spezielle Angebote für Demenzkranke entwickelt. Das Kooperationsprojekt der Alzheimergesellschaft und der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein ist kürzlich im Rahmen der Berliner Pflegekonferenz mit dem diesjährigen Marie Simon Pflegepreis ausgezeichnet worden.

"Ausgefallene Ideen wie diese sind ein Baustein, um Versorgungslücken im ländlichen Raum zu schließen und pflegende Angehörige zu entlasten", sagt Ralf Labinsky, Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft im Norden. Zusammen mit dem Kompetenzzentrum Demenz arbeitet seine Organisation in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer an einer Ausweitung des Projekts.

Erst vier Bauernhöfe im Norden bieten Betreuungsangebote an

Derzeit bieten erst vier Bauernhöfe im Norden niedrigschwellige Betreuungsangebote an, 24 haben inzwischen individuelle Hofberatungen zu diesem Thema erhalten. Einige von ihnen werden demnächst neue Angebote schaffen.

Die Projektpartner halten Bauernhöfe für geeignet, Menschen mit Demenz im ländlichen Raum emotional zu berühren, weil viele von ihnen auf einem Bauernhof aufgewachsen sind oder selbst auf einem Hof gearbeitet haben. "Das Beobachten und Füttern von Tieren knüpft an vorhandene Ressourcen an und auch gemeinsame Spaziergänge können Erinnerungen wecken und die Sinne anregen", werben die Partner für ihr Projekt.

Die Demenzkranken werden bei den Besuchen von Ehrenamtlichen und von Fachkräften begleitet und sorgen auch bei pflegenden Angehörigen für eine Entlastung. Dies gilt auch für einen Besuch in Bauernhofcafés, deren Betreiber sich seit diesem Jahr von den Projektpartnern schulen lassen können.

Die Gastgeber lernen dabei zu zeigen, wie entspannt es in ihren Einrichtungen zugeht. Ziel ist es, Familien mit Demenzkranken die Scheu vor einem Besuch zu nehmen und damit den Betroffenen einen Besuch auf dem Land zu erleichtern.

Die Projektpartner nutzten die Auszeichnung auch, um auf weiteren Hilfebedarf hinzuweisen. Freiwillige, die Fahrdienste anbieten und Menschen, die für die Idee des Bauernhofes als Ort für Menschen mit Demenz werben, werden gesucht. (di)

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