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01.03.2012 | Leitthema | Ausgabe 2/2012

Notfall +  Rettungsmedizin 2/2012

Akute Fremdkörperverlegung der Atemwege bei Kindern

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin > Ausgabe 2/2012
Autoren:
Prof. Dr. M. Weiss, M. Tomaske

Zusammenfassung

Hintergrund

Die Fremdkörperverlegung der Atemwege beim Kind stellt eine akut lebensbedrohliche respiratorische Notfallsituation dar. Es sind v. a. Kleinkinder in den ersten 3 Lebensjahren betroffen. Esswaren, insbesondere Nüsse, sind die am häufigsten aspirierten Fremdkörper. Akute Erstickungsgefahr besteht bei laryngealer und trachealer Lage des Fremdkörpers.

Klinik und Differenzialdiagnose

Typisch für eine Fremdkörperaspiration ist der plötzlich einsetzende Husten und/oder Würgen, ggf. begleitet von Atemnot und Stridor. Persistiert der Fremdkörper, resultiert ein beträchtlicher Husten. Laryngeal und tracheal gelegene Fremdkörper können zur respiratorischen Insuffizienz, Bewusstlosigkeit und Kreislaufstillstand führen. Differenzialdiagnostisch muss an eine schwere bronchiale, infektiöse oder allergische Obstruktion der oberen Atemwege oder an einen großen Fremdkörper im Ösophagus gedacht werden.

Erstversorgung

Kinder mit akuter Fremdkörperverlegung der Atemwege mit oder ohne Dyspnoe/Erstickungsgefahr, jedoch noch mit effektivem Husten und Atmung, sollen ohne Extraktionsmanöver vor Ort baldmöglichst der Bronchoskopie zugeführt werden. Bei wachen Kindern mit ineffektivem Hustenstoß muss mit Rückenschlägen, Thoraxkompression beim Säugling bzw. abdomineller Kompression beim  > 1 Jahr alten Kind versucht werden, den Fremdkörper in eine günstigere Lage zu dislozieren. Das bewusstlose, ateminsuffiziente Kind wird beatmet. Erfolgt damit keine Reaktion, wird mit der Herzmassage bzw. der kardiopulmonalen Reanimation begonnen. Der erfahrene Ersthelfer sollte mittels Laryngoskopie einen laryngealen Fremdkörper entfernen bzw. mit einem Endotracheltubus einen trachealen Fremdkörper tiefer in einen Hauptstammbronchus schieben und das Kind unilateral beatmet der Notfallendoskopie zuführen. Jedes Kind muss nach einem akuten schweren Hustenanfall – auch wenn die Symptome verschwunden sind – einer Bronchoskopie unterzogen werden, um potenzielle Fremdkörper zu entfernen und damit eine sekundäre Dislokation in die oberen Atemwege bzw. poststenotische Komplikationen zu verhindern.

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Literatur
Über diesen Artikel

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