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11.01.2018 | Schichtdienst | Nachrichten

Schichtarbeit: Krebsgefahr durch Nachtdienste?

Weibliche Pflegekräfte, die regelmäßig nachts arbeiten, haben ein erhöhtes Risiko an Krebs zu erkranken. Das legt eine aktuelle Studie nahe. Vor allem das Brustkrebsrisiko steigt.

Nachtschicht (Symbolbild) © Photographee.eu / Fotolia

Schichtarbeit ist belastend und birgt Gesundheitsrisiken. Einer neuen Studie zufolge kann sie bei Frauen auch das Risiko, an Krebs zu erkranken, erhöhen. In einer Metaanalyse hatten chinesische Forscher Daten aus 61 Studien ausgewertet. Insgesamt berücksichtigten sie 114.628 Krebsfälle und über 3,9 Millionen Studienteilnehmer. Demnach steigt bei Frauen, die längerfristig nachts arbeiten, das Krebsrisiko um 19 Prozent, berichten Xuelei Ma und Kollegen in der Zeitschrift Cancer Epidemiology, Biomarkers & Prevention. Einschränkend weisen die Forscher darauf hin, dass die Definition von „Nachtdiensten“ in den verschiedenen Studien nicht immer einheitlich war.

Eine Aufschlüsselung nach Krebsarten macht die Analyse noch aussagekräftiger: Verglichen mit anderen Frauen war bei den Nachtarbeiterinnen das Risiko für Hautkrebs um 41 Prozent, das Brustkrebsrisiko um 32 Prozent und das Risiko für eine Krebserkrankung des Verdauungstrakts um 18 Prozent erhöht. Das erhöhte Brustkrebsrisiko konnten die Forscher nur bei europäischen und nordamerikanischen Frauen beobachten. Die Wissenschaftler vermuten hier einen Zusammenhang mit höheren Hormonspiegeln. Zudem nahm das Risiko für Brustkrebs sozusagen „dosisabhängig“ zu: pro fünf Jahre Nachtschichtarbeit beobachteten die Forscher einen Anstieg um 3,3 Prozent.

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Erhöhtes Risiko für Brust- und Lungenkrebs

Besonders deutlich wurde der Einfluss der Nachtarbeit auf das Krebsrisiko bei weiblichen Pflegekräften. Die Forscher nahmen diese Berufsgruppe genauer unter die Lupe. Demnach erkrankten Krankenschwestern, die vorwiegend nachts arbeiteten, um 58 Prozent häufiger an Brustkrebs  als Kolleginnen im Tagdienst. Auch das Risiko für Krebserkrankungen des Verdauungssystems und für Lungenkrebs war mit 35 Prozent und 28 Prozent deutlich erhöht.

Eine eindeutige Erklärung dafür haben die Forscher nicht. Da sie als medizinisches Personal möglicherweise besonders sensibel seien, würden sich Pflegekräfte eventuell häufiger Screeninguntersuchungen unterziehen, sodass Krebserkrankungen eher festgestellt werden. Das könnte einer der Gründe für das auffällige Erkrankungsrisiko sein. Vielleicht seien die Anforderungen im Nachtdienst bei dieser Berufsgruppe jedoch auch besonders intensiv, vermutet Ma.

Wie Ma und Kollegen zusammenfassen, steigt bei Frauen das Risiko für Krebserkrankungen mit der Zahl der Jahre, die sie in Nachtschichten gearbeitet haben. Daher sei es wichtig, Präventionsprogramme aufzubauen. Langzeit-Nachtarbeiterinnen sollten regelmäßig körperlich untersucht und einem Krebs-Screening unterzogen werden. (ne)

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