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Erste Hilfe bei Brustkrebs

Universitätsfrauenklinik Heidelberg

Über dieses Buch

Das vorliegende Buch der Reihe WissenKompakt Medizin richtet sich an alle Patientinnen und deren Familien, die mit der Diagnose „Brustkrebs“ konfrontiert werden.

Vom Umgang mit dem ersten Schock der Diagnose über operative, konservative und ergänzende Behandlungsmethoden klären Experten der Universitätsfrauenklinik Heidelberg auf. Ebenso sind medizinische Grundlagen und sozialrechtliche Aspekte verständlich und nachvollziehbar erläutert.

Das Wissen um die Erkrankung ist der wichtigste Schritt in der Behandlung dieser! Betroffenen Frauen und ihren Familien soll dieses Buch Mut machen, mit der Erkrankung umzugehen und sie als Ratgeber im Alltag begleiten.

Inhaltsverzeichnis

  1. Frontmatter

  2. Kapitel 1. Diagnose Brustkrebs

    Florian Schütz, Christof Sohn
    Zusammenfassung
    Sich plötzlich mit der Diagnose Brustkrebs konfrontiert zu sehen, ist für jede Frau ein großer Schock. Nach und nach kommen die Betroffenen zu dem Schluss, dass es keine Sicherheit im Leben und keine Garantie auf Gesundheit gibt. Alle Frauen suchen nach Erklärungen, finden aber keine. Zum Glück stellt Brustkrebs aber kein Todesurteil dar. Durch eine konsequente und individuelle Behandlung der Erkrankung können je nach Tumorstadium und Aggressivität des Brustkrebses 60 % bis 95 % der betroffenen Frauen geheilt werden.
  3. Kapitel 2. Anatomie und Tumoren der weiblichen Brust

    Florian Schütz, Christof Sohn
    Zusammenfassung
    Das Brustdrüsengewebe setzt sich in erster Linie aus drei Gewebskomponenten zusammen: dem Drüsengewebe (Milchgänge und Drüsenläppchen), in dem die Milch zur Ernährung eines Kindes gebildet wird, dem Bindegewebe, das als Gerüst die Milchgänge und das Drüsengewebe in Form hält und dem Fettgewebe. Die Zusammensetzung dieser drei Gewebearten unterliegt der hormonellen Steuerung.
  4. Kapitel 3. Die Diagnostik Diagnostik der weiblichen Brust

    Florian Schütz, Christof Sohn
    Zusammenfassung
    Viele Patientinnen fragen: „Hätte meine Krebserkrankung früher gefunden werden können!“. Diese Frage ist sehr schwer zu beantworten. Wir wissen, dass zwischen der ersten Tumorzelle und der Feststellung des Tumors meistens Jahre liegen. Die Erkrankung wächst über eine lange Zeit mikroskopisch klein, da die Zellen fernab der Blutgefäße liegen. Die Tumorgröße kann aber schnell zunehmen, wenn ein Anschluss an Blutgefäße möglich wird. Im mikroskopischen Stadium kann kein Tumor entdeckt werden. Der Nachweis tastbarer Tumoren ist abhängig von der Brustgröße, -dichte, Untersuchungsart und Untersucher. Die Übergänge sind also fließend und eine eindeutige Angabe leider nicht möglich! Deswegen unterstützen wir Brustkrebsexperten das Mammographiescreening in der Risikogruppe der 50 bis 70-Jährigen. Jedoch entziehen sich einige Brustkrebserkrankungen vollständig der bildgebenden Diagnostik oder sind nur mäßig gut in einzelnen Untersuchungen zu vermuten.
  5. Kapitel 4. Definitive Abklärung des Knotens

    Florian Schütz, Christof Sohn
    Zusammenfassung
    Ob ein mittels Mammographie oder Ultraschall nachgewiesener Tumor gut- oder bösartig ist, kann letztendlich nur durch eine feingewebliche Untersuchung bestimmt werden. Dies geschieht heute nicht mehr wie früher durch eine stationäre Operation, sondern ambulant durch eine sogenannte Stanz- oder Vakuumsaugbiopsie. Das gewonnene Gewebe wird dann vom Pathologen unter dem Mikroskop analysiert. Nach der Biopsie wissen wir nicht nur, ob das entfernte Gewebe gut- oder bösartig war, sondern auch wie aggressiv eine möglicherweise vorhandene Krebserkrankung ist.
  6. Kapitel 5. Die Tumorkonferenz

    Florian Schütz, Christof Sohn
    Zusammenfassung
    Wenn die Diagnose Brustkrebs gestellt ist und das Ausmaß der Erkrankung der Brust untersucht wurde, muss die weiterführende Therapie durch ein Expertenteam in einer Tumorkonferenz festgelegt werden.
  7. Kapitel 6. Wie informiere ich mich über meine Erkrankung?

    Florian Schütz, Christof Sohn
    Zusammenfassung
    Zunächst steht Ihnen Ihr behandelnder Arzt oder Ärztin jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Es mag aber Fragen geben, die er nicht beantworten kann oder mit denen Sie ihn nicht belästigen wollen. Vielleicht wollen Sie sich auch selbst einen umfassenden Überblick über das Thema verschaffen.
  8. Kapitel 7. Die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten von Brustkrebs

    Florian Schütz, Christof Sohn
    Zusammenfassung
    Konkret stehen als Behandlungsmöglichkeiten neben der Operation die Strahlentherapie und die medikamentöse Systemtherapie zur Verfügung. Operation und Strahlentherapie sind lokale Maßnahmen, welche nur an der Brust wirken und den Ursprungsherd der Brustkrebserkrankung behandeln. Da, wie oben bereits erwähnt, die wirkliche Gefahr bei Brustkrebs von den Mikrometastasen ausgeht, die möglicherweise im Körper vorhanden sind, kommt der Systemtherapie eine besondere Bedeutung zu. Nur durch die konsequente Durchführung der Systemtherapie konnten in den letzten Jahrzehnten viel mehr Frauen von Brustkrebs geheilt werden als früher.
  9. Kapitel 8. Brusterhaltende OperationOperation, brusterhaltende

    Florian Schütz, Christof Sohn
    Zusammenfassung
    Bei 70 bis 80 % der Patientinnen kann eine brusterhaltende Operation mit anschließender Bestrahlung durchgeführt werden. Gleichzeitig bedeutet dies aber auch, dass bei 20 bis 30 % der Patientinnen weiterhin eine Brustentfernung notwendig ist. Brustdiagnostiker und Operateure müssen mehrere Faktoren in Betracht ziehen, um entscheiden zu können, ob eine brusterhaltende Therapie möglich ist oder eine Brustentfernung notwendig erscheint.
  10. Kapitel 9. Segmentresektion

    Florian Schütz, Christof Sohn
    Zusammenfassung
    Bei der Segmentresektion wird das gesamte befallene Läppchen mitsamt den Milchgängen bis hin zur Brustwarze unter Mitnahme des Tumors und eines Teils der Faszie des großen Brustmuskels entfernt. Die Schnittführung kann als bogenförmiger Schnitt, Radiärschnitt oder als Brustwarzenrandschnitt erfolgen. Gegebenenfalls muss oder kann bei dieser Operation eine Verkleinerung der Brust mit einem Lifting durchgeführt werden. Spezielle Operationstechniken (Rotationslappen, Mastopexie) führen dazu, dass die Form der Brust nicht verändert wird und auch die Brustgröße kaum geringer erscheint. Dies hängt natürlich sehr von dem Verhältnis Tumor zu Brustgröße ab.
  11. Kapitel 10. Wie lese ich meinen Arztbrief?

    Florian Schütz, Christof Sohn
    Zusammenfassung
    Ein Arztbrief dient der Kommunikation zwischen denjenigen Ärzten, die eine Patientin behandeln. Jede Patientin hat aber auch selbst ein Anrecht darauf, eine Kopie ihres Arztbriefes zu erhalten.
  12. Kapitel 11. Medikamentöse Behandlung

    Florian Schütz, Christof Sohn
    Zusammenfassung
    Als medikamentöse Therapie stehen antihormonelle (endokrine) Therapien, Chemotherapien und Antikörpertherapien zur Verfügung. Des Weiteren kann auch eine knochenschützende Therapie als Nebeneffekt eine Verbesserung der Prognose erzielen.
  13. Kapitel 12. StrahlentherapieStrahlentherapie

    Florian Schütz, Christof Sohn
    Zusammenfassung
    Neben der Operation stellt die Bestrahlung der Brust die zweite Möglichkeit dar, Brustkrebs lokal zu behandeln. Nach über 40 Jahren Nachbeobachtungszeit konnten die internationalen Studien zur brusterhaltenden Therapie von Brustkrebserkrankungen zeigen, dass die Rezidivraten bei der brusterhaltenden Therapie nahezu so gut sind, wie nach einer Brustentfernung (Mastektomie oder Ablatio), wenn nach der Operation eine Bestrahlung der noch vorhandenen Brust durchgeführt wurde. Dies mag am ehesten daran liegen, dass auch in anderen nicht operierten Anteilen der Brustdrüse kleinste Tumorherde entstanden sind, welche durch die Bestrahlung komplett eliminiert oder derart beschädigt werden, dass das Immunsystem in der Lage ist, sich den restlichen Zellen anzunehmen. Seit diesen Tagen ist die brusterhaltende Operation streng verknüpft mit der Indikation zur postoperativen Strahlentherapie.
  14. Kapitel 13. Wege der Krankheitsverarbeitung

    Florian Schütz, Christof Sohn
    Zusammenfassung
    Die moderne Psychoonkologie beschäftigt sich vorwiegend damit, welche seelischen Auswirkungen körperliche Krebskrankheiten haben. Die Psychoonkologen versuchen dabei zu helfen, die Krebserkrankung und ihre seelischen Folgen zu bewältigen.
  15. Kapitel 14. Sozialrechtliche Beratung

    Florian Schütz, Christof Sohn
    Zusammenfassung
    Jede Krebspatientin hat gemäß Sozialgesetzbuch einen Anspruch auf eine sozialrechtliche Beratung. Diese umfasst nicht nur die Fragen der möglichen Anschlussheilbehandlung, sondern auch Beratungen zu gesetzlich geregelten Ansprüchen für Haushaltshilfen, Wiedereingliederungsmaßnahmen, Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln, häusliche Krankenpflege, Behindertenausweis etc. Diese sozialrechtliche Beratung wird in der Regel im Rahmen des stationären Aufenthaltes durch den jeweiligen Sozialdienst der Klinik durchgeführt. Allerdings können diese Beratungen auch zu einem anderen Zeitpunkt erfolgen, z. B. bei Chemotherapien, die vor der Operation durchgeführt werden, oder bei der Strahlentherapie.
  16. Kapitel 15. Wie kann ich meinen Körper unterstützen?

    Florian Schütz, Christof Sohn
    Zusammenfassung
    Der Knochenschwund (Osteoporose) ist ein weltweites Gesundheitsproblem, das vor allen Dingen bei älteren Menschen relevant werden kann. Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann entwickeln im Laufe des Lebens eine Osteoporose. Insbesondere bei Krebserkrankungen können Risikofaktoren auflaufen, sodass eine größere Gefahr besteht, eine Osteoporose bereits zu einem früheren Lebenszeitpunkt zu entwickeln.
  17. Kapitel 16. NachsorgeuntersuchungenNachsorgeuntersuchungen

    Florian Schütz, Christof Sohn
    Zusammenfassung
    Nach der durchgeführten Primärbehandlung der Brustkrebserkrankung werden regelmäßige Nachsorgeuntersuchungen empfohlen. Gemäß den Empfehlungen der Deutschen Krebsgesellschaft sollten in den ersten 3 Jahren alle 3 Monate und dann im vierten und fünften Jahr nach der Primärtherapie alle 6 Monate Nachsorgeuntersuchungen durchgeführt werden. Nach 5 Jahren werden diese Untersuchungen alle 12 Monate durchgeführt. Die unten angegebene fasst die jeweiligen notwendigen Untersuchungen zusammen.
  18. Kapitel 17. Familiärer BrustkrebsFamiliärer Brustkrebs

    Florian Schütz, Christof Sohn
    Zusammenfassung
    Da Brustkrebs die häufigste Krebserkrankung bei Frauen ist, findet sich in den meisten Familien bei genauerer Suche eine weitere Frau, welche an Brustkrebs erkrankte. Der genetisch bedingte familiäre Prozess stellt jedoch lediglich 5 bis 10 % aller Brustkrebserkrankungen dar. Bei diesen Patientinnen ist irgendwann im Laufe der Zeit eine genetische Keimbahnmutation auf dem BRCA-Gen entstanden, sodass das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, viel höher ist als in der Normalbevölkerung.
  19. Kapitel 18. BrustrekonstruktionBrustrekonstruktion

    Florian Schütz, Christof Sohn
    Zusammenfassung
    Operationen an der Brust stellen immer einen einschneidenden Eingriff in die körperliche Integrität und in die kosmetische Ästhetik einer Frau dar. Die meisten Frauen lebten zuvor seit Jahrzehnten in Harmonie mit ihren Brüsten, die nun jäh durch die Erkrankung Brustkrebs und die damit notwendige Operation verletzt wurde. Dementsprechend soll in diesem Kapitel nicht nur die Möglichkeiten der Brustrekonstruktion nach notwendiger Brustdrüsenentfernung, sondern auch die Möglichkeiten der Korrekturen nach brusterhaltenden Operationen besprochen werden.
  20. Kapitel 19. Integrative Medizin

    Florian Schütz, Christof Sohn
    Zusammenfassung
    Unter integrativer Medizin versteht man Behandlungsansätze, die entweder selbst eine Antitumorwirkung entfalten sollen oder die Standardtherapien (Chemotherapie, endokrine Therapie, Antikörpertherapie, Bestrahlung) unterstützen sollen oder deren Nebenwirkungen auffangen sollen. Die integrative Medizin ist nicht zu verwechseln mit der Alternativmedizin, bei der Behandlungen anstelle der Standardtherapien durchgeführt werden, welche nicht in wissenschaftlichen Untersuchungen eine Effektivität gezeigt haben. Die Alternativmedizin wird von seriösen und wissenschaftlich denkenden Medizinern kategorisch abgelehnt, da weder die Effekte noch die Nebenwirkungen und Komplikationsmöglichkeiten hinreichend untersucht sind.
  21. Kapitel 20. Die Goldenen Tipps zum Überleben

    Florian Schütz, Christof Sohn
    Zusammenfassung
    1. Vergleichen Sie die präoperativ eingeschätzte Größe Ihres Tumors und der möglicherweise um den Tumor liegenden intraduktalen Tumorkomponente (DCIS) mit den Ausmessungen des Pathologen im pathologischen Befund. Häufig ist die pathologische Größe der gefundenen Veränderungen größer, als dies in der Bildgebung zu vermuten gewesen wäre. Die Bildgebung kann leider häufig nicht alle Tumoranteile abbilden. Ist die Tumorgröße jedoch wesentlich kleiner im pathologischen Befund als die bildgebenden Befunde vor der Operation vermuten ließen, sollten Sie Ihren behandelnden Arzt diesbezüglich befragen. Wurde tatsächlich der gesamte Tumor entfernt? Wurde die intraduktale Tumorkomponente vollständig entfernt? Könnte noch Tumor in der Brust verblieben sein?
  22. Backmatter

Titel
Erste Hilfe bei Brustkrebs
Verfasst von
Prof. Dr. Florian Schütz
Prof. Dr. Christof Sohn
Copyright-Jahr
2018
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-55703-7
Print ISBN
978-3-662-55702-0
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-55703-7

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