Skip to main content
main-content

19.06.2018 | Politik | Nachrichten

Gesundheitsminister tagen in Düsseldorf: Verbände und Gewerkschaften machen mobil

„Versprochen wurde schon viel, geändert hat sich wenig“. Etwas resigniert liest sich die Pressemeldung des Deutschen Berufsverbands für Pflegeberufe (DBfK), die anlässlich der Gesundheitsministerkonferenz der Länder (GMK) am 20./21. Juni verbreitet wurde. Erwartungen an die Politik gibt es dennoch.

„Pflege wird konsequent reduziert auf das Verrichten von Einzeltätigkeiten – und das möglichst preiswert“. Der Berufsverband will diese „Fehlentwicklung“ nicht mehr länger hinnehmen und fordert von den Gesundheitsministern der Länder „auf allen Ebenen einen grundsätzlichen Paradigmenwechsel“. Konkret fordern die Interessensvertreter, dass das System dem hilfsbedürftigen Menschen dienen müsse und nicht umgekehrt. Vorschläge, wie es besser laufen kann, lägen schon lange auf dem Tisch. Professionell Pflegende bräuchten:

  • eine gute Fachausbildung
  • genügend Zeitressourcen
  • Perspektiven für berufliche Weiterentwicklung
  • wirksame Anreize und Anerkennung ihrer Leistung im System
  • interprofessionelle Zusammenarbeit auf Augenhöhe sowie
  • Entscheidungsbefugnisse und Autonomie.

Die Gesundheitsminister der Länder, denen in diesem Jahr NRW vorsteht, tagen zwei Tage lang in Düsseldorf. Schwerpunktthemen sind die sektorübergreifende Versorgung, Prävention und Patientenorientierung. Vorbereitet wird die Tagung von den Chefs der jeweiligen Landesgesundheitsbehörden. Den Fachministern werden auf ihrer Jahrestagung Beschlussvorlagen vorgelegt. Der Bundesgesundheitsminister ist ständiger Gast der GMK.

„Wir sind zwar nicht eingeladen, dabei sind wir trotzdem“ – mit diesen Worten macht ver.di mobil und lädt zum Auftakt der Konferenz am Mittwoch zu einer Demonstration mit anschließender Kundgebung ein. Unter dem Motto „Das SOLL ist VOLL“ fordert die Gewerkschaft angesichts der „dramatischen“ Lage in den Krankenhäusern und Altenpflegeeinrichtungen mehr Personal – und dies durch gesetzliche Vorgaben. ver.di-Vertrauensfrau Jutta Markowski wirft dem neuen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor, nur mit Schlagworten um sich zu werfen statt für mehr Personal in den Kliniken zu sorgen. Nach neuesten Berechnungen der Gewerkschaft fehlen bundesweit rund 80.000 Pfleger in den Kliniken. An den beiden Uni-Kliniken in Düsseldorf und Essen war das Pflegepersonal zur Ministerkonferenz zum Streik aufgerufen. Am größten Düsseldorfer Krankenhaus mussten daher rund zwei Drittel der geplanten Operationen verschoben werden: „Die Folgen des Streiks werden sicher noch lange spürbar sein“, sagte der stellvertretende ärztliche Direktor, Prof. Dr. Benedikt Pannen. Es sei nicht absehbar, wann ausgefallene Operationen nachgeholt werden könnten. Nach seinen Angaben beteiligten sich rund 250 Mitarbeiter am Arbeitskampf. ver.di hatte mit einer höheren Beteiligung gerechnet.

Die Homepage der Gesundheitsministerkonferenz wird hier erreicht: https://www.gmkonline.de/Startseite.html

Der Link zur ver-di-Aktion: https://gesundheit-soziales.verdi.de/themen/mehr-personal/++co++385cca40-49f0-11e8-bf5c-525400423e78

Die Pressemitteilung der Uni-Klinik Düsseldorf lesen Sie hier.

Bildnachweise