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26.07.2023 | Pflegeversicherung | Nachrichten

Pflegefinanzierung - Kammer sieht dringenden Reformbedarf

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Steigende Eigenanteile bringen immer mehr Pflegebedürftige und ihre Angehörigen in finanzielle Bedrängnis. Die Pflegekammer Nordrhein-Westfalen mahnt daher Reformen bei der Finanzierung von Pflegeleistungen an.

Pflegekosten Symbolbild © PhotographyByMK / stock.adobe.comPflege wird immer teurer - steigende Eigenanteile bringen Pflegebedürftige und ihre Angehörigen in Not. 

Höhere Investitions-, Personal- und Ausbildungskosten lassen auch die Eigenanteile in Heimen steigen. Rund 350 Euro mehr im Monat müssen Pflegebedürftige in NRW für den Eigenanteil mittlerweile aufbringen, berichtete die Kammer am Mittwoch. Statt über die Wünsche und Bedürfnisse in der letzten Lebensphase, werde in Familien über Kosten diskutiert.

Finanzierung der Pflege ist gesamtgesellschaftliche Aufgabe

Kammerpräsidentin Sandra Postel mahnte: „Kostensteigerungen im Gesundheitssystem dürfen nicht zu Lasten der zu Pflegenden und ihrer Angehörigen gehen.” Die Pflege und auch ihre Finanzierung sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Sie liege nicht in der Selbstverantwortung der zu Pflegenden. Steigende Kosten dürften nicht in nicht in die Berechnung des Eigenanteils einfließen.

Sabine Hornemann-Kriete, Einrichtungsleitung einer Tagespflege und Mitglied der Kammerversammlung ergänzte: „Der Zugang zu professioneller stationärer, teilstationärer oder ambulanter pflegerischer Versorgung darf keine Frage des Geldbeutels sein. Die Eigenanteile müssen gedeckelt werden.“

Zugleich betonte die Kammer dass professionelle Pflege angemessen vergütet werden müsse, um Pflegefachpersonen im Beruf zu halten und mehr Nachwuchs zu gewinnen. Notwendig sei ein System, bei dem im Ernstfall nicht direkt auf die Sozialversicherung zurückgegriffen werden müsse, so Postel. „Wir brauchen ein Bausteinsystem, um individuell auf den Pflegebedarf einzugehen. Hier ist die Politik gefordert, das Sozialversicherungssystem und die Finanzierung von Pflegeleistungen zu reformieren.”

Vereinbarkeit von Beruf und Familie muss selbstverständlich werden

Auch die Vereinbarkeit von Familie, Pflege und Beruf muss aus Sicht der Pflegekammer NRW selbstverständlich werden. Die Kammer verwies darauf, dass vornehmlich Frauen neben ihrem Beruf die Versorgung von Kindern oder die Pflege von älteren Angehörigen schultern. Zugleich stellen sie mit über 80 Prozent den Großteil der professionell Pflegenden. Mit Blick auf den demographischen Wandel sei schnelles Handeln gefragt. (ne)

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