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31.08.2018 | Pflegekammer | Nachrichten

Pflegekammer? NRW stimmt bald ab

Im Oktober ist es soweit – dann sollen die Pflegekräfte in Nordrhein-Westfalen entscheiden, ob und welche Form der Interessenvertretung sie wünschen. Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann stellte gestern die repräsentative Befragung vor.

Eine Interessenvertretung für die Pflege in Nordrhein-Westfalen: Ja oder Nein? Über diese Frage sollen nach dem Willen von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann die Pflegekräfte im Oktober selbst entscheiden: „Ich bin der Meinung, dass die Pflege endlich eine eigene Stimme braucht“, machte Laumann gestern in Düsseldorf seine Position deutlich.

In der repräsentativen Befragung wird es nicht nur um das „Ob“ gehen, sondern auch um die Frage, welche Form der Interessensvertretung gewünscht wird. Zur Auswahl stehen das Modell der Pflegekammer sowie ein Pflegering nach bayrischem Vorbild. Wie der Minister erläuterte, wird eine repräsentative Stichprobe von 1.500 Pflegefachkräften befragt. Wichtig sei aber, dass sich möglichst alle Pflegekräfte im Land eine Meinung bilden: „Wenn eine Interessenvertretung kommt, lebt sie davon, dass die professionell Pflegenden aktiv mitmachen.“ Das Ministerium unterstütze daher auch Informationsveranstaltungen vor Ort.

DBfK für Pflegeberufekammer

In einer Stellungnahme sprach sich der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) Nordwest klar für die Errichtung einer Pflegeberufekammer aus. Anders als ein Pflegering, der unter der Fachaufsicht des Gesundheitsministeriums stehe, wäre diese eine unabhängige Vertretung der Pflegenden in NRW. Nur so sei gewährleistet, dass die Pflegenden selbst die Weichen in der Pflege stellen. Martin Dichter, Vorsitzender des DBfK Nordwest: „Ein Pflegering oder ähnliches verhindert die Emanzipation des Pflegeberufs und deckelt die Möglichkeiten zur Selbstbestimmung.“ (ne)

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