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2018 | Pflege bei Demenz | Buch

Diagnose Demenz: Ein Mutmachbuch für Angehörige

verfasst von: Monika Pigorsch

Verlag: Springer Berlin Heidelberg

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Über dieses Buch

Das Buch richtet sich an Angehörige von Menschen mit Demenz und macht Mut für ein entspannteres Miteinander trotz fortschreitender Erkrankung. Es zeigt Lösungsansätze für vermeintlich aussichtslose Situationen im Alltag mit Demenzerkrankten auf.

Das Konzept zielt auf eine Einstellungsänderung ab und hat den pflegenden Angehörigen im Fokus: Eine veränderte Sicht der Dinge kann dazu führen, den Demenzerkrankten besser zu verstehen. Daraus können ein entspannterer Umgang folgen und herausfordernde Situationen erträglicher werden, so dass auch die Sorge für sich selbst beim pflegenden Angehörigen nicht zu kurz kommt.

Die Autorin stützt sich auf eine Vielzahl an Fallbeispielen und Erfahrungsberichten aus ihrer 10-jährigen Arbeit mit Angehörigengruppen: In 10 anschaulichen und leicht verständlichen Schritten wird der Leser angeleitet, seine Einstellungen und Vorstellungen im Alltag mit dem Demenzkranken zu reflektieren. Dabei stehen die Beziehung und die Kommunikation stets im Mittelpunkt.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
1. Einleitung
Zusammenfassung
Um das Krankheitsbild Demenz innerhalb einer Familie verstehen zu können reicht es nicht, Symptome und Störungen, die durch den Abbau der Nervenzellen verursacht werden, zu kennen. Mit der Persönlichkeitsveränderung des Erkrankten müssen neue Gesprächswege, flexible Verhaltensweisen und eigene Wertvorstellungen reflektiert werden. Jeder Mensch, der an einer Demenz erkrankt ist, kommt aus einer Familie, die einer eigenen Dynamik folgt und die durch das Krankheitserleben neugestaltet wird. Daraus ergibt sich, dass Sie als Angehörige über Ihre eigene Rolle nachdenken müssen, gleichzeitig vom Verhalten des Erkrankten stark verunsichert sind und eine neue Familienordnung brauchen.
Monika Pigorsch
2. Den Alltag aktiv und positiv gestalten
Zusammenfassung
Wenn ein Familienangehöriger an Demenz erkrankt, ist dies für alle Mitglieder der Familie ein Schock. Inzwischen hat man viel gehört, was diese Krankheit «mit dem Menschen macht», und ängstigt sich vor der Zukunft. Die Familie wusste ja schon länger, dass mit dem Angehörigen «etwas nicht in Ordnung ist», doch nun gilt es, sich den Tatsachen zu stellen und sich mit den Symptomen der Krankheit auseinanderzusetzen. In diesem Kapitel erfahren Pflegende, worin die Herausforderungen der Erkrankung liegen und welche Hilfestellungen es gibt, um die Aufgabe zu meistern. Angehörige von demenzerkrankten Menschen machen sich nun auf den Weg und erkennen, was sie selber tun können, um den Alltag für sich und das erkrankte Familienmitglied besser zu gestalten.
Monika Pigorsch
3. Das Krankheitsbild Demenz verstehen
Zusammenfassung
In diesem Kapitel werden einige Krankheitsbilder mit ihren Symptomen erklärt. Ein besonders belastendes Krankheitssymptom für Angehörige ist, dass der Mensch mit Demenz keinerlei Krankheitseinsicht zeigt und somit alle Fehlleistungen abwehrt. Das verunsichert die Angehörigen stark, sie fühlen sich hilflos und wissen nicht, was sie tun sollen. In diesem Kapitel werden Hinweise gegeben, wie man mit diesem Abwehrverhalten und anderen Persönlichkeitsveränderungen innerhalb der Familie umgehen kann. Angesprochen werden aber auch individuelle Ausprägungen der Krankheit, die aus den unterschiedlichen Lebensläufen, den Erfahrungen und den Lebensbedingungen zu erklären sind.
Monika Pigorsch
4. Das häusliche Umfeld gestalten
Zusammenfassung
Dieses Kapitel zeigt anhand von Beispielen, dass und wie sich die Bedürfnisse, des erkrankten Familienmitgliedes verändert haben. Die Angehörigen fragen sich, wie sie gemeinsam diese neue Lebenssituation meistern können. Pflegende sollten sich informieren, wo sie Hilfestellungen bekommen und diese auch annehmen, da sie die Belastung der fortschreitenden Erkrankung auf Dauer nicht allein schultern können. Sie müssen lernen «loszulassen» und die Bürde der Verantwortung zu teilen. Die Familie muss sich also auf die neue Situation, das Leben mit einem an Demenz erkrankten Angehörigen, einstellen. Eine Umstrukturierung im Wohnungsumfeld kann beispielsweise hilfreich sein, um die Eigenständigkeit des Erkrankten zu erhalten. Auch eine Veränderung des Tagesablaufes kann das Alltagsleben erleichtern.
Monika Pigorsch
5. Bindung und Biografie einbeziehen
Zusammenfassung
Für unser gesamtes Leben spielen unsere Bindungserfahrungen und unsere Biografie eine bedeutende Rolle. Menschen, die keine sicheren Bindungen erlebt haben, können in der Demenz nur schwer Hilfe annehmen. Sie greifen mit dem Verlust der kognitiven Fähigkeiten auf Strategien (Weinen, Schimpfen) zurück, die ihnen in ihrer Kindheit geholfen haben, um Bedürfnisse durchzusetzen. Ebenso sind auch die prägenden Lebensereignisse für den Menschen mit Demenz bedeutend. Die hieraus gezogenen Erkenntnisse, Erfahrungen und Einstellungen werden in der Krankheitsphase stärker betont. Pflegende, die die Wichtigkeit des Wertesystems erkennen, können auf dieser Basis helfende Angebote machen.
Monika Pigorsch
6. Modelle zur Erfassung der Krankheit Demenz
Zusammenfassung
Alle Menschen haben in den unterschiedlichen Lebensphasen, Lebensaufgaben zu bewältigen. Der Säugling lernt in diesem ersten Lebensabschnitt, unter anderen, Vertrauen oder Misstrauen, je nachdem welche Erfahrungen er mit seinen Bezugspersonen macht. Diese «alten Erinnerungen» wachen in dem Krankheitsprozess der Demenz wieder auf. Sie machen oft gefühlt unerklärliches Verhalten erklärbar. Das psychobiografischen Modell nach Professor Erwin Böhm zeigt den pflegenden und betreuenden Angehörigen auf, welche Gefühle und Antriebe für Ihren Angehörigen jetzt vorrangig sind. Dieses Kapitel ist eine Hilfestellung für eine liebevolle Kommunikation, die das Zusammenleben erfolgreich gestalten kann.
Monika Pigorsch
7. Angemessen auf Wünsche reagieren
Zusammenfassung
Das Leben mit einem an Demenz erkrankten Angehörigen verändert sich. Der erkrankte Mensch ist in einer Lebenskrise und braucht nun eine Bezugsperson, die ihm Mut zuspricht, Hoffnung gibt und ihn respektvoll behandelt. Der Angehörige kann in diesem Kapitel mehr über eine achtsame Kommunikation erfahren, die es möglich macht, die Ängste des dementiell Erkrankten wahrzunehmen und auf sie einzugehen. Durch diesen Schritt werden viele Pflegeaufgaben leichter und das Zusammenleben entspannt sich. Oftmals lernen selbst Eheleute Seiten an sich kennen, die sie bisher nie gesehen haben, da Erlebnisse aus der Kindheit nun an Bedeutung gewinnen. Es ist auch für den Angehörigen eine intensive Zeit der Auseinandersetzung mit seiner Familiengeschichte.
Monika Pigorsch
8. Auf Vertrautes zurückgreifen
Zusammenfassung
Menschen mit Demenz verlieren im Laufe der Erkrankung Fähigkeiten ihren Alltag zu meistern. Pflegende, betreuende Angehörige sind durch die Erkrankung oftmals so irritiert, dass sie mit Diagnosestellung, dem Erkrankten nichts mehr zutrauen. Sie übernehmen alle Aufgaben. Das kranke Familienmitglied fühlt sich dann wert-und nutzlos. In diesem Kapitel wird aufgezeigt, dass Angehörige noch vorhandene Fähigkeiten fördern können und dem Erkrankten somit Beschäftigung und eine Aufgabe geben. Das Miteinbezogen sein in alltagsrelevante Dinge hilft dem Selbstwertgefühl von Menschen mit Demenz und dem Angehörigen bei schwerwiegenden Entschlüssen zu wissen, was im Sinne des Betroffenen wäre.
Monika Pigorsch
9. Den demenzkranken Menschen ganzheitlich betrachten
Zusammenfassung
Tom Kitwood’s personenzentrierte Modell hilft den Angehörigen von Menschen mit Demenz die Grundpfeiler einer guten Pflege und Betreuung zu erfassen. Er stellt die Person, die Individualität in den Vordergrund und fordert auf, diese Eigenarten jedes einzelnen Menschen zu berücksichtigen. An Beispielen macht Tom Kitwood deutlich, wie entscheidend sich das Familiengefüge und die Kommunikation untereinander auf die Demenz auswirkt. Ebenso helfen Beschreibungen von einem gelungenen Miteinander dem Angehörigen bei seiner alltäglichen Arbeit. Eine weitere Belastung zeigt sich, wenn noch andere Erkrankungen zur Demenz hinzukommen. Nun ist es oft für den Angehörigen eine Gradwanderung zwischen medizinischen Notwendigkeiten und der Lebensqualität der Menschen mit Demenz.
Monika Pigorsch
10. Herausforderndes Verhalten im Alltag meistern
Zusammenfassung
Ein großes Tabu in der Pflege-und Betreuung von Menschen mit Demenz ist herausforderndes Verhalten. Die Familienmitglieder sind empört und stark verunsichert, wenn die sonst so liebevolle Mutter nun ein gewalttätiges Verhalten zeigt, was niemand an ihr kennt. In diesem Kapitel geht es darum, dass Angehörige, sich weder fremdschämen oder schuldig fühlen, wenn es zu verbalen oder handgreiflichen Übergriffen kommt. An Beispielen wird gezeigt, wo diese negativen Gefühle herkommen können und wie man mit gefühlsmäßigen Dialogen den Angreifer stoppen kann, Ebenso können monotone Gesänge oder Klopfgeräusche durch Veränderung der Situation weniger werden. Ein weiterer Aspekt zur Prävention kann Humor sein.
Monika Pigorsch
11. Sorge für das eigene Leben tragen
Zusammenfassung
Die Pflege und Betreuung von demenzkranken Menschen durch Angehörige ist machbar. Die Angehörigen erfahren in diesem Kapitel wie wichtig es ist, auf eigene Belastungen zu hören und früh genug sich Hilfe zu holen. Der Aufbau eines Netzwerkes, was sich in unterschiedlicher Weise um die Bedürfnisse des erkrankten Angehörigen kümmern kann, hilft selbst gesund zu bleiben und die eigene Familie (als Tochter oder Sohn) nicht zu vernachlässigen. Das Leben mit einem an Demenz erkrankten Familienmitglied kann aber auch bewirken, dass es zu eine stärkeren Verbundenheit innerhalb der Familie führt und zu einer ehrlicheren Kommunikation ohne Schnörkel und Verstellungen kommt. Angehörige haben diese Zeit im Nachhinein oftmals als die intensivste Zeit ihres Lebens beschrieben. Sie haben nie mehr über sich und ihre Familie gelernt. Vorhandene Fähigkeiten erhalten und die Altersseele beleben.
Monika Pigorsch
Backmatter
Metadaten
Titel
Diagnose Demenz: Ein Mutmachbuch für Angehörige
verfasst von
Monika Pigorsch
Copyright-Jahr
2018
Verlag
Springer Berlin Heidelberg
Electronic ISBN
978-3-662-54597-3
Print ISBN
978-3-662-54596-6
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-662-54597-3