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16.03.2021 | Onkologie | Nachrichten

Portimplantation – Musik senkt Stresslevel während OP

Die Implantation von Portkathetern ist bei den meisten Krebspatienten angstbesetzt. Entspannende Musik während des Eingriffs kann hier eine Alternative zu beruhigenden Medikamenten sein, zeigt eine Studie.

Die Implantation eines Portkatheters gehört zu den am häufigsten durchgeführten chirurgischen Eingriffen in der Onkologie. Für viele Patienten beginnt damit der Weg in die Chemotherapie. Über die unter der Haut sitzenden Implantate können über einen langen Zeitraum immer wieder Zytostatika und andere Medikamente oder Infusionen verabreicht werden. Die Implantation des Ports erfolgt dabei meist in Lokalanästhesie. Ein Eingriff, der in einer ohnehin belastenden Zeit zusätzlich Angst und Stress auslöst.

Psychologen und Mediziner aus Düsseldorf und Augsburg haben jetzt untersucht, ob eine begleitende Musiktherapie diese negativen psychischen Effekte reduzieren kann. Im Rahmen einer einfach verblindeten Studie bei Patientinnen mit gynäkologischen Krebserkrankungen nahmen die Wissenschaftler vor, während und nach der Implantation des Ports subjektive und objektive Angst- und Stressparameter ab. Einer Hälfte der insgesamt 84 Studienteilnehmerinnen wurde während der OP via Kopfhörer ein Musikprogramm vorgespielt. Die Patientinnen konnten dabei zwischen Klassik, Jazz, Meditation und Lounge-Musik wählen. Die Kontrollgruppe trug ebenfalls Kopfhörer, jedoch ohne Musikeinspielung. Das medizinische Personal war daher nicht über die Gruppenzuordnung informiert.

Musik senkt Stresslevel

Die musikalische Alternative zu Beruhigungsmitteln zeigte Wirkung: Anders als in der Kontrollgruppe kam es bei Patientinnen, die mit Musik "behandelt" wurden, während des Eingriffs zu einer signifikanten Reduktion von Blutdruck und Herzfrequenz. Auch die Menge des ausgeschütteten Stresshormons Cortisol ging tendenziell zurück.

„Eine OP-begleitende Musiktherapie wirkt sich positiv auf das Stresslevel der Patientinnen aus und steigert damit ihr Wohlbefinden", so das Fazit von Studienleiterin Dr. Nora Schaal von der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU). Durch diesen einfachen und kostengünstigen Ansatz könnten, zumindest bei einfachen Eingriffen, die Menge an benötigten Sedativa und Analgetika verringert werden, ist die Psychologin überzeugt. (ne).

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