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25.04.2018 | Krankenhaus | Nachrichten

Warum wurde der Pflegedirektor abgeschafft?

Nachgefragt bei Professor Frederik Wenz, ärztlicher Geschäftsführer des  Universitätsklinikums Mannheim (UMM). Im Interview erläutert er die Neustrukturierung des Pflegebereichs an seiner Klinik, die die Abschaffung der Position des Pflegedirektors impliziert.

Herr Professor Wenz, wie sehen die Umstrukturierungen im Bereich Pflege an Ihrer Klinik aus?

Unser Ziel ist es, den Leistungsbereich Pflege zukunftssicher und flexibel aufzustellen, um angemessen auf Herausforderungen wie den Fachkräftemangel oder neue gesetzliche Vorgaben reagieren zu können. Dazu haben wir in der Pflege eine neue Ressort- und Departmentstruktur etabliert, mit der zum Beispiel ein Ausfallsmanagement über mehrere Stationen hinweg leichter möglich ist. Seit Herbst 2017 haben wir dazu jeweils mehrere Stationen mit ähnlichen Versorgungsbedarfen zu „Pflege-Ressorts“ zusammengeführt. Damit können wir Synergien in den Fachgebieten und auch interdisziplinär besser nutzten, so dass sich die Stationsteams auf die Qualität der pflegerischen Arbeit konzentrieren können. Anschließend haben wir aus mehreren ähnlichen Pflege-Ressorts insgesamt fünf neue Pflege-Departments gebildet.

Wie begründen Sie die Streichung der Stelle des Pflegedirektors?

Die Geschäftsführung des UMM setzt sich aus zwei gleichberechtigten Geschäftsführern zusammen, von denen einer gleichzeitig Ärztlicher Direktor ist. Der Pflegedirektor berichtete bisher an den ärztlichen Geschäftsführer und war der einzige Vertreter der Pflege in der Krankenhausbetriebsleitung. Jetzt haben wir den Geschäftsbereich Pflege mit seinen fünf Pflegedepartments unmittelbar der Geschäftsführung zugeordnet. Dabei wurde eine Hierarchieebene – nämlich die Stelle des Pflegedirektors – gestrichen.

Zukünftig berichten die Leiter der fünf Pflegedepartments direkt an die Geschäftsführung und es werden zwei Vertreter der Pflege mit zwei Stimmrechten in der Krankenhausbetriebsleitung vertreten sein. Damit verdoppelt sich das Stimmgewicht der Pflege in diesem Gremium, das am ehesten dem Vorstand anderer Häuser entspricht.

Wird die Geschäftsführung die Interessen der Pflegenden gut vertreten können?

Selbstverständlich, denn die Geschäftsführung ist sich der zentralen Rolle der Pflege bei der Behandlung unserer Patienten bewusst. Daher wollen wir die Pflege noch stärker in die Führungsstruktur des Krankenhauses einbinden und die Zusammenarbeit der Berufsgruppen weiter vertiefen. Wir haben beispielsweise schon vor Monaten die Pflegerische Leitung und die Ärztliche Leitung im OP-Management auf Augenhöhe zusammengeführt. Jetzt schaffen wir durch die doppelte Vertretung in der Krankenhausbetriebsleitung eine bessere Sichtbarkeit nach innen und außen. So wollen wir die hohe Bedeutung der Pflege unterstreichen.

Das Interview führte Josefine Baldauf

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