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20.06.2017 | Kongresse | Nachrichten

Hauptstadtkongress 2017: Die Highlights der Eröffnung

Autor:
Marina Hahn

Heute ist in Berlin der  20. Hauptstadtkongress Medizin und Gesundheit eröffnet worden. Drei Tage diskutieren rund 8.000 Teilnehmer aus  Medizin, Pflege, Gesundheitswirtschaft und Politik drängende Probleme im Gesundheitswesen und ziehen eine kritische Bilanz der bisherigen Entwicklungen.

Inwieweit bewegt sich die Pflege heute auf Augenhöhe mit Ärzten und Krankenhausmanagement? Wo sitzt sie im Vorstand von Kliniken und wo nicht? Wie sehr stehen die Krankenhäuser fast 15 Jahre nach Einführung der DRGs unter dem Diktat der Ökonomen? Fragen, die auch die Eröffnungsveranstaltung prägten.

Kritische Äußerungen kamen nicht nur von Hedwig François-Kettner, der wissenschaftlichen Leiterin des angegliederten Deutschen Pflegekongresses. Auch Dr. Ingrid Völker, Prof. Heinz Lohmann und Prof. Dr. Axel Ekkernkamp sehen gesundheitspolitischen Handlungsbedarf.

© WISO / Schmidt-Dominé

#HSK17 - Wir fassen für Sie die wichtigsten Statements zusammen:

Kongresseröffnung - Dr. Ingrid Völker (WISO S. E. Consulting GmbH) - Erfolgreiche Frauen in Führungspositionen, davon können wir gar nicht genug bekommen: "Früher hat mein Mann Sie begrüßt, später wir beide. Heute stehe ich hier allein. Auch das ist Fortschritt." Ihre Nachricht an die Gesundheitsbranche: "Nach 40 Jahren Kostendämpfungspolitik muss ein Paradigmenwechsel her."
Die große Frage: "Können wir uns Menschenwürde im Gesundheitswesen noch leisten?"

Diskussion mit den wissenschaftlichen Leitern der Fachkongresse, moderiert von Dr. Eckart von Hirschhausen:

Prof. Heinz Lohmann

  • "Wir müssen in Modernisierung investieren und Pflegekräfte von der Verwaltung / Logistik befreien und somit die Dokumentation vereinfachen."
  • „Ich würde lieber heute krank werden als früher“, betont Lohmann in Bezug auf die Veränderungen im Gesundheitsmarkt.
  • „Menschen sind für Behandlung von Menschen wichtig. Deshalb ist in der Personalentwicklung viel zu tun.“
  • Positive Entwicklungen durch Austausch mit Patienten: „Nicht über Patienten reden, sondern mit ihnen.“

Prof. Dr. Axel Ekkernkamp

  • „Der Start in die Ausbildung sollte von Ärzten und Pflegekräften sowie weiteren Akteuren des Gesundheitswesens gemeinsam sein!“

Hedwig François-Kettner

  • „Es ist kriminell, wenn eine Nachtschwester 50 Patienten hat. Es ist unglaublich, dass wir uns das in Deutschland leisten.“
  • „In der Pflege wird alles zerredet. Vor allem von den Gruppierungen, die nichts mit der Pflege zu tun haben.“

Dr. Eckart von Hirschhausen

  • „Ich hätte lieber eine Pflegekraft an meinem Bett als einen Ökonom!“
  • „Der Patient ist ein Leidender und kein Kunde.“

Vortrag "Auf die Mannschaft kommt es an." - Mannschaftsbildung, Vernetzung, Technisierung sind Zukunftsthemen im Gesundheitswesen:

Bundesgesundheitsminister Herrmann Gröhe fordert mehr Vernetzung im Gesundheitswesen. Im Gespräch mit Andreas Mihm betont Gröhe, dass die Prävention und Vernetzung gerade für die nachhaltige Finanzierung von Gesundheit wichtig ist.

  • Stichwort Digitalisierung: "Ich bedauere, dass der Digitalisierung im Gesundheitswesen oft mit Angst begegnet wird, denn wir brauchen beides mehr Pflegekräfte und eine Entlastung durch die Digitalisierung!“
  • Stichwort Hygiene: „In Hygiene zu investieren ist gut, es erhöht die Patientensicherheit, verbessert die Behandlungsqualität und senkt die Kosten.
  • Stichwort Methoden und Technologien: „Innovationstreiber sollte nicht nur sein, was technisch möglich ist - sondern das, was Patienten wirklich brauchen."

Gröhe begrüßt das wachsende Selbstbewusstsein der Pflegekräfte. Sein Appell an die Pflege: "Ihre Unzufriedenheit ist mein Rückenwind!"