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11.05.2020 | Gewalt | Nachrichten

Gewaltprävention durch optimierte Datenlage fördern

Gewalt ist in der Pflege ein verbreitetes Phänomen. Eine möglichst vollständige und genaue Erfassung von Gewaltereignissen ist dabei der erste Schritt eines funktionierenden Risikomanagements. Doch was hindert Pflegende daran, Gewaltvorfälle zu melden, was fördert eine Meldung?

Pflege © hikdaigaku86 / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)

Pflegende haben in ihrem beruflichen Alltag ein vergleichsweise hohes Risiko, mit Gewalt konfrontiert zu werden – in unterschiedlichen Ausprägungen und mit wechselnden Täter-Opfer-Rollen. Soll das Phänomen präventiv angegangen werden, sind verlässliche Daten nötig. Auf deren Basis können dann geeignete Maßnahmen entwickelt werden. Das Ziel: Gewaltereignisse im Vorfeld zu verhindern.

Doch gerade an der Meldung von Gewaltereignissen scheint es zu hapern. Das zeigt eine  Studie am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Lübeck, die in der Juniausgabe der PflegeZeitschrift vorgestellt wird.

Autorin Lydia Liesche ging der Frage nach, woran es liegt, dass vorhandene Meldesysteme nicht oder nicht ausreichend genutzt werden und welche Faktoren zu einer besseren Nutzung führen könnten. 

Neben einer Literaturrecherche befragte sie dazu Mitarbeitende der Pflege auf fünf Normal-, IMC- oder Intensivstation des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein Campus Lübeck. Aus den Antworten  lassen sich unternehmens-bezogene, Mitarbeiter-bezogene und Meldesystem-bezogene Barrieren ableiten. Ein grundlegendes Ergebnis ist: Ob und wie ein Gewaltereignis wahrgenommen wird, ist sehr individuell. Und dies beeinflusst auch maßgeblich die Entscheidung darüber, ob der Vorfall gemeldet wird oder nicht. Vielen Mitarbeitenden ist zudem nicht bekannt, dass es ein Meldesystem gibt und/oder wie es funktioniert.

Fazit: Die Meldung von Gewaltereignissen ist ein komplexer Prozess mit einer hohen individuellen Komponente. Doch gerade deshalb könnte die Einführung eines formalisierten Meldewesens die Dokumentation von Gewaltereignissen verbessern. (SK)

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