Skip to main content

13.02.2024 | Fachkräftemangel | Nachrichten

"Ich pflege wieder, weil …"

Modellprojekt soll Pflegekräfte zurückgewinnen

print
DRUCKEN
insite
SUCHEN

In Bremen ist ein bundesweit einzigartiges Modellprojekt gestartet, das ausgestiegene Pflegekräfte und Hebammen wieder für den Beruf gewinnen soll. Im Mittelpunkt stehen verbesserte Arbeitsbedingungen.

Zurück im Beruf (Symbolbild) © Diamond Dogs / Getty Images / iStockIn einem Modellprojekt will Bremen Pflegekräfte, die den Beruf verlassen haben, zum Wiedereinstieg motivieren. 

Durch eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen will Bremen im Rahmen eines Modellprojekts Pflegefachpersonen und Hebammen zur Rückkehr in ihren Beruf oder Teilzeitkräfte zum Aufstocken der Arbeitszeit motivieren. 

„Die Beschäftigten wünschen sich verlässliche Arbeitszeiten, mehr Wertschätzung und mehr Zeit, um sich angemessen um ihre Patientinnen und Patienten kümmern zu können“, erklärte Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhard bei der Vorstellung des Projekts „Ich pflege wieder, weil …“ am 8. Februar. Nur durch nachhaltige Verbesserungen der Arbeitsbedingungen sei es möglich, Pflegekräfte zu halten oder zurückzugewinnen.

Das Anfang Februar 2024 gestartete Projekt wird auf den geburtshilflichen Stationen im Bremer Krankenhaus St. Joseph-Stift umgesetzt. Über vier Jahre sollen gemeinsam mit den Mitarbeitenden Maßnahmen entwickelt, immer wieder überprüft und umgesetzt werden. Betriebsvereinbarungen sollen sicherstellen, dass es zu "echten Verbesserungen" kommt – bei der Personalausstattung und im Ausfallmanagement. Neben der Anpassung von Dienstvereinbarungen zur Personalbemessung und zum Ausfallmanagement stehen auch Fortbildungskonzepte und die Stärkung der interprofessionellen Zusammenarbeit auf dem Plan. 

Bis zu 1.500 ausgebildete Pflegefachkräfte könnten im Land Bremen zusätzlich zur Verfügung stehen – wenn sich die Arbeitsbedingungen verbessern. Das hat 2021 die bundesweite Studie "Ich pflege wieder, wenn …" ergeben, an der u.a. die Arbeitnehmerkammer Bremen beteiligt war. 

Das Projekt zielt auch darauf ab, ausgestiegenen Fachkräften attraktive Arbeitsbedingungen und Karrieremöglichkeiten zu bieten, um ihre Rückkehr in den Beruf zu fördern. Durch die gezielte Verbesserung der Personalsituation sollen Pflegekräfte und Hebammen entlastet, im Beruf gehalten und Teilzeitkräfte motiviert werden, ihre Arbeitszeit aufzustocken.

Attraktive Angebote schaffen, Veränderungen anstoßen

Die Senatorin für Arbeit, Claudia Schilling unterstrich:  "Mit dem Modellprojekt am St. Joseph-Stift zeigen wir ganz konkret, wie sich die Bedingungen für Frauen auf dem Arbeitsmarkt verbessern lassen." Notwendig seien attraktive Angebote. Als gut ausgebildete Fachkräfte würden Frauen dringend in der Pflege und in vielen anderen Branchen benötigt.

"Die Pflege steht vor großen Herausforderungen, aber wir sehen darin auch die Chance, Veränderungen anzustoßen", sagte Güzide Kadah, Projektleiterin des Modellprojektes im Krankenhaus St. Joseph-Stift. Kadah sieht das Modellprojekt als aktiven Beitrag zur Steigerung der Attraktivität des Pflegeberufs. „Es ist nicht nur eine Investition in die Pflege und das Hebammenwesen, sondern auch ein klares Bekenntnis zur gemeinsamen Verantwortung für die Zukunft des Gesundheitswesens.“ 

Das Projekt "Ich pflege wieder, weil …“ ist auf vier Jahre angelegt und wurde von den Senatsressorts für Gesundheit und Arbeit sowie der Arbeitnehmerkammer Bremen auf den Weg gebracht. Rund 1,2 Millionen Euro stehen dafür aus Landesmitteln und Mitteln des Europäischen Sozialfonds zur Verfügung. (ne) 

print
DRUCKEN

Weiterführende Themen