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15.03.2023 | Digitalisierung | Nachrichten

Digitalisierungsstrategie: DPR vermisst vollständigen Einbezug der Pflege

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Der Deutsche Pflegerat (DPR) kann in der vom Bundesgesundheitsministerium vorgelegten Digitalisierungsstrategie Gesundheit und Pflege nicht den großen Wurf erkennen. Für die erfolgreiche Umsetzung fehlen flankierende Maßnahmen zur Stärkung der Pflege. 

Die am 9. März vorgestellte Digitalisierungsstrategie des BMG wird der Berufsgruppe Pflege nur begrenzt gerecht. DPR-Präsidentin Christine Vogler erkennt zwar „viele richtige Ziele und Versprechungen“, sieht die Pflege aber übergangen: „Der Digitalisierungsstrategie fehlt in der Umsetzung die konkrete Beteiligung und der vollständige Einbezug der Profession Pflege. Ohne diese bleibt sie Stückwerk und kann ihren eigenen Ansprüchen nicht gerecht werden.“

Explizit begrüßt Vogler den geplanten Aufbau eines Kompetenzzentrums Digitalisierung und Pflege. Die DPR-Präsidentin wendet allerdings ein: „Das Zentrum muss unabhängig sein und darf weder bei den Kassen noch deren Spitzenverbänden verortet sein. Auch muss es die Pflege insgesamt umfassen.“

Versorgung verbessern, Beschäftigte entlasten

Entwickelt wurden die Digitalstrategie des Ministeriums mit Patientenvertretern und Akteuren des Gesundheitswesens. Laut Papier soll das geplante Kompetenzzentrum dazu beitragen, in der Langezeitpflege Potenziale zur Verbesserung und Stärkung der Versorgung zu identifizieren und zu verbreiten. Möglichkeiten der Digitalisierung sollen besser genutzt und die Fördermöglichkeiten zur Umsetzung digitaler Projekte für Pflegeeinrichtungen ausgebaut werden. Der Referentenentwurf zum Pflegeunterstützungs- und -entlastungsgesetz (PUEG) sieht vor, das Kompetenzzentrum beim Spitzenverband Bund der Pflegekassen anzusiedeln.

Um beruflich Pflegende zu entlasten, soll die flächendeckende Etablierung einer digital unterstützten, interoperablen Pflegedokumentation vorangetrieben werden. Geplant ist weiterhin ein Informationsportal zu Pflege- und Betreuungsangeboten für Pflegebedürftige, An- und Zugehörige, Mitarbeitende in den Sozialdiensten der Krankenhäuser sowie in Beratungseinrichtungen.

Mit der Digitalisierungsstrategie will das BMG einen schnelleren und flächendeckenden Zugang zu einer qualitativ hochwertigen Versorgung sowie eine unkompliziertere Kommunikation der Leistungserbringer ermöglichen. Das führe zu einer spürbaren Entlastung der Beschäftigten sowie zu einem nutzenstiftenden Einsatz innovativer Technologien und Anwendungen, heißt es. 

Pflegende umfassend beteiligen

Auch DPR-Präsidentin Vogler will die Chancen der Digitalisierung nutzen, stellt aber klar: „Dazu reicht es nicht, die Strategie mit ´Vertreter*innen aus dem Pflegewesen zu entwickeln´.“ Vielmehr müssten die beruflich Pflegenden gestärkt werden und die vollständigen Rechte erhalten, sich im gesamten Behandlungs- und Pflegeprozess zu beteiligen und mitzuentscheiden. Aktuell sei das nicht gegeben.

„Dieses Empowerment der Profession Pflege in der Langzeit- und Akutversorgung muss zwingend parallel zur Umsetzung der Digitalisierungsstrategie erfolgen“, forderte Vogler.

Als strategisches Handlungsfeld sei neben der Neuausrichtung der Versorgungsprozesse die Kompetenzneuausrichtung der Berufe im Pflege- und Gesundheitswesen entscheidend. Vogler betonte: „Fehlen Empowerment und Kompetenzneuausrichtung als flankierende Maßnahmen der Digitalisierungsstrategie für die Beteiligten, die die Strategie umsetzen und anwenden sollen, dann fehlt ihr die Kraft zur Umsetzung.“ (ne)

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