Skip to main content
main-content

15.08.2022 | Chronische Wunden | Nachrichten

Kaltplasma: Wirkung über Wachstumsfaktoren?

print
DRUCKEN
insite
SUCHEN

Die Therapie mit Kaltplasma gilt als gut verträgliche Behandlungsoption bei chronischen Wunden, die auch beim diabetischen Fußsyndrom erfolgreich zum Einsatz kommt. Wie genau die Wundheilung unterstützt wird, ist bisher kaum untersucht. Offenbar spielen Wachstumsfaktoren eine entscheidende Rolle, so eine neue Untersuchung.

© Marcel Mompour, HDZ NRWAm Herz- und Diabeteszentrum NRW untersuchen Wissenschaftler*innen die Wirkmechanismen von Kaltplasma.

Am Beispiel des Diabetischen Fußsyndroms hat Jonas Hiller vom Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW) der Universitätsklinikum Ruhr-Universität Bochum, die biologischen Effekte der Plasmatherapie näher untersucht. Bereits vor zwei Jahren konnten Wissenschaftler des Instituts nachweisen, dass kaltes atmosphärisches Plasma die Wundheilung bei oberflächlichen, chronisch infizierten diabetischen Fußulzera beschleunigt. 

In der prospektiven, randomisierten, patientenverblindeten klinischen Studie untersuchte Hiller das Wundsekret von Patienten auf bestimmte Wachstumsfaktoren, Entzündungsparameter und Enzyme.

Wachstumsfaktoren im Wundsekret erhöht

Über einen Behandlungszeitraum von zwei Wochen analysierte er mittels eines Mehrfach-Immunoassays (Muliplex-ELISA) regelmäßig Wundflüssigkeiten von 27 Läsionen – 14 wurden mit Kaltplasmatherapie, 13 mit Placebo behandelt. Bei der Kaltplasmagruppe konnte er im Vergleich zur Placebogruppe erhöhte Spiegel der Wachstumsfaktoren FGF-2 und VEGF-A messen. Auch die Werte der Interleukine 1 alpha und 8 sowie des Tumornekrosefaktor alpha waren erhöht.

„Die Ergebnisse belegen erstmalig, dass die Kaltplasmatherapie auch im Menschen die Ausschüttung bestimmter Wachstumsfaktoren anregen kann“, erklärt Forschungsleiter PD Dr. Bernd Stratmann in einer Mitteilung des Forschungszentrums. „Damit wird die klinisch nachgewiesene Wundheilung auf molekularer Ebene verstehbar“, so sein Resümee.

Bisher seien diese Mechanismen nur in wenigen In-vitro- und Tierexperimenten, nicht jedoch für Menschen mit Diabetes mellitus beschrieben worden. (ne)

print
DRUCKEN