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Wie das Gehirn die Welt im Alter mit allen Sinnen wahrnimmt

  • 07.09.2021
  • CME
Erschienen in:

Zusammenfassung

Hintergrund

Altern ist ein multidimensionaler Prozess, der zu körperlichen, psychologischen und sozialen Veränderungen führt. Einschränkungen der peripheren Sensorik und ihrer zentralen Verarbeitung haben hieran einen erheblichen Anteil.

Material und Methoden

Selektive Literaturrecherche.

Ergebnisse

Neben spezifischen Erkrankungen der Sinnesorgane sind im fortgeschrittenen Lebensalter zusätzlich unspezifische altersbedingte degenerative Prozesse für die hohe Prävalenz von Sinneseinschränkungen in dieser Altersgruppe verantwortlich; diese können zu einer erheblichen Reduktion der Lebensqualität bei den Betroffenen führen. Einschränkungen der Gleichgewichtsfunktion, des Hörvermögens, Sehens, Riechens und der Somatosensorik sind mit einer Erhöhung der Sturzhäufigkeit und einer erhöhten Mortalität älterer Menschen assoziiert. Darüber hinaus gibt es Hinweise für einen Zusammenhang zwischen dem Vorliegen einer Hörstörung und der Wahrscheinlichkeit der Entwicklung einer Demenz. Neben der Funktionsfähigkeit jedes einzelnen Sinnesorgans für sich allein spielt die Fähigkeit der Integration teilweise widersprüchlicher Sinneswahrnehmungen eine zunehmende Rolle unter dem Einfluss altersbedingter Sinneseinschränkungen.

Schlussfolgerung

Im Umgang mit älteren und alten Menschen ist gezielt auf die Entwicklung von Einschränkungen sensorischer Funktionen zu achten, um durch eine möglichst frühzeitige und ggf. interdisziplinäre Therapie die daraus resultierenden Folgeerkrankungen zu minimieren. Daneben könnten multimodale Therapieansätze dazu beitragen, die Plastizität des Gehirns im Alter anzuregen.
Titel
Wie das Gehirn die Welt im Alter mit allen Sinnen wahrnimmt
Verfasst von
PD Dr. Jan Peter Thomas
Prof. Dr. Christiane Völter
Prof. Dr. Rainer Wirth
Prof. Dr. phil. habil. Dipl.-Psych. Rainer Guthoff
Prof. Dr. Martin Grunwald
Prof. Dr. Thomas Hummel
Publikationsdatum
07.09.2021
Verlag
Springer Medizin
Erschienen in
Zeitschrift für Gerontologie und Geriatrie / Ausgabe 6/2021
Print ISSN: 0948-6704
Elektronische ISSN: 1435-1269
DOI
https://doi.org/10.1007/s00391-021-01936-1
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