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01.12.2012 | Originalien | Ausgabe 8/2012

Notfall +  Rettungsmedizin 8/2012

Werden klinische Notfallambulanzen angemessen genutzt?

Ergebnisse einer kombinierten Patientenbefragung und Erste-Hilfe-Schein-Analyse in Berlin

Zeitschrift:
Notfall + Rettungsmedizin > Ausgabe 8/2012
Autoren:
E. Haji Loueian, D.R. Lange, T. Borde, M. David, B. Babitsch

Zusammenfassung

Fragestellung

Wie oft werden Patienten von klinischen Notfallambulanzen stationär aufgenommen? Welche Parameter haben Einfluss auf eine (un)angemessene Inanspruchnahme? Wie groß ist der Anteil sog. Vielnutzer?

Methodik

Prospektive Querschnittstudie in 2 klinische Notfallambulanzen der Berliner Innenstadt von Nov. 2006 bis Febr. 2007; Zusammenführung von ca. 30-minütigen leitfadengestützten Patienteninterviews (108 Fragen) zur Erhebung soziodemographischer und medizinischer Daten mit der ärztlichen Dokumentation von Anamnese, Untersuchungsergebnissen, Diagnose, Therapie und administrativen Daten (sog. Erste-Hilfe-Scheine); Bildung eines 6-Kriterien-Index zur Beurteilung der Angemessenheit der Inanspruchnahme: Transport in die klinischen Notfallambulanzen, spezielle Diagnostik, stationäre Aufnahme, ärztliche Einweisung vorliegend, subjektiv starke Beschwerden, hohe Behandlungsdringlichkeit aus Patientensicht.

Ergebnisse

412 Patienten wurden in die Studie einbezogen. 29% der Frauen und ca. 43% der Männer wurden stationär aufgenommen. 13% der Befragten hatten klinische Notfallambulanzen in den 12 Monaten bis zum Interview dreimal oder häufiger in Anspruch (sog. Vielnutzer). Bei 12% der Patienten waren mindestens 4 der 6 Kriterien als Voraussetzung für eine angemessene Inanspruchnahme erfüllt. Nur höheres Alter war dafür ein signifikanter Prädiktor. Türkeistämmige Patienten oder andere Migranten zeigten im Vergleich zu Patienten deutscher Herkunft kein signifikant anderes Nutzungsverhalten der Klinikambulanzen.

Schlussfolgerung

Die Analyse der Angemessenheit der Inanspruchnahme zeigte, dass nach den Studienkriterien die klinischen Notfallambulanzen in der Berliner Innenstadt für weit über 80% der Patienten nicht die adäquate, an Versorgungsbedürfnissen und dem optimalen Einsatz von Ressourcen orientierte Versorgungseinheit darstellen. Von einer Fehlversorgung in unterschiedlichen Ausprägungen kann ausgegangen werden.

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